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	<title>4hc Blog &#187; Rezensionen</title>
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		<title>Clemens Kuby: Unterwegs in die nächste Dimension</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 21:33:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Auronut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesichtet]]></category>
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		<description><![CDATA[Clemens Kuby, Dokumentarfilmer und Publizist, reiste zwei Jahre lang um die Welt zu den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, um für einen Film über Heiler und Schamanen Material zu sammeln. Unterwegs in die nächste Dimension &#8211;  Meine Reise zu Heilern und Schamanen ist auch der Titel des Buchs zum Film, welches wir hier vorstellen.
 
Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1269" title="Buch 'Unterwegs in die nächste Dimension' von Clemens Kuby" src="http://www.4hc.de/blog/wp-content/uploads/buch_cover_kuby_dimension.jpg" alt="Buch 'Unterwegs in die nächste Dimension' von Clemens Kuby" width="68" height="100" /><em>Clemens Kuby, Dokumentarfilmer und Publizist, reiste zwei Jahre lang um die Welt zu den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, </em><em>um für einen Film über Heiler und Schamanen Material zu sammeln. <strong>Unterwegs in die nächste Dimension &#8211;  Meine Reise zu Heilern und Schamanen</strong> ist auch der Titel des Buchs zum Film, welches wir hier vorstellen.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Der Autor Clemens Kuby – Sohn des Publizisten Erich Kuby und Neffe des Physikers Werner Heisenberg – gehörte in den 1970er Jahren zu den Vordenkern und Mitbegründern der Grünen. Von den politischen Machtspielen und Intrigen in der Zeit unmittelbar nach der Parteigründung seelisch schwer mitgenommen, unternahm er im Alter von 33 Jahren einen Selbstmordversuch, mit resultierender <a href="http://www.4hc.de/Handicaps/handicap-185">Querschnittlähmung</a>. Dieser – buchstäbliche – Bruch in seiner Biographie wurde zum Ausgangspunkt für ein Leben, das der Selbstheilung und spirituellen Suche gewidmet ist, beginnend mit seiner unwahrscheinlichen Genesung trotz zertrümmerten Lendenwirbels.</p>
<p><span id="more-1268"></span>Bekannt geworden ist Kuby in den 1980ern und 90ern durch eine Reihe ausgezeichneter Dokumentarfilme, die sich zumeist mit seiner Faszination für Tibet, Schamanismus und geistiges Heilen befassen, darunter der wunderschöne Bericht „<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932486129?ie=UTF8&amp;tag=4hcforhandica-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3932486129" target="_blank">Living Buddha</a><img style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=4hcforhandica-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3932486129" border="0" alt="" width="1" height="1" />“ über die Entdeckung des Karmapa, der vor Jahren auch im Fernsehen lief.</p>
<p><strong>Das Buch</strong></p>
<p>Im Jahre 2003 hat Kuby auf Basis einer seiner Dokumentarfilme das vorliegende Buch verfasst, das sich inzwischen zu einem Longseller entwickelt hat. Und das nicht ohne Grund, denn ungeachtet des reißerischen Titels hebt es sich von der meist breiigen Flut esoterischer Publikationen und psychologischer Selbsthilferatgeber positiv ab. Das Buch liegt mir gegenwärtig nicht mehr vor, ich greife daher im Folgenden auf meine Notizen zurück.</p>
<p>Nach der Schilderung seiner allmählichen Genesung widmet Kuby den Großteil seines Buches verschiedenen Schamanen und Geistheilern rund um den Globus, die er für die dem Buch zugrunde liegende <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932486099?ie=UTF8&amp;tag=4hcforhandica-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3932486099" target="_blank">Filmdokumentation</a><img style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=4hcforhandica-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3932486099" border="0" alt="" width="1" height="1" /> selbst aufgesucht und zuweilen „getestet“ hat. Diese Heiler entstammen – dies ist wichtig zu bemerken – sämtlich einem Hintergrund, der sich aus den jeweiligen kulturellen und religiösen Traditionen speist, also nicht etwa New-Age-Gurus oder dergleichen, sondern traditionelle Schamanen, Medizinmänner, Sufi-Heilige etc. Schauplätze sind Texas, Peru, Westafrika, Sudan, Nepal, Indien, Myanmar und die Philippinen. Auch russische und koreanische Heiler werden porträtiert.</p>
<p>Die Kapitel zu den einzelnen Heilern und Schamanen sind unterhaltsam und  lesenswert, wenn auch ohne klare Unterscheidungskriterien dargeboten –  das eindrucksvolle Porträt einer tibetischen Schamanin, deren Stimme und  Physiognomie sich im Trance-Zustand ändert und die dabei zutreffende  Heilanweisungen gibt, und das eines der Trunksucht verfallenen etwas  dubiosen US-amerikanischen Heilers mit indianischen Wurzeln und  möglicherweise schamanischen Restbeständen werden praktisch ohne Wertung  in eine Reihe gestellt. Das hat immerhin den Vorteil, dass sich der  Leser so leichter selbst ein Urteil erlauben kann. Die Porträts sind  anschaulich, und Kuby verschweigt auch die häufigen Misserfolge  einzelner Heiler nicht. Besonders faszinierend seine Begegnungen mit  einer Sufi-Gemeinde im Sudan und mit einem philippinischen Geistheiler –  zwei Berichte, in denen deutlich wird, dass außerhalb der Zone  europäisch geprägter Mentalität die Grenzen zwischen Objektivität und  Imagination fließend sein können und sich einer befriedigenden Analyse  und Beurteilung entziehen.</p>
<p>Kuby betrachtet die teils erstaunlichen Heilerfolge mit einer Mischung aus Offenheit und Skepsis. Sein gedanklicher Versuch, die beobachteten Phänomene allein auf Glauben oder Autosuggestion zurückzuführen, bleibt dabei unbefriedigend und sein wiederholter Verweis auf (in dem Zusammenhang wenig relevante) Ergebnisse der Hirnforschung etwas bemüht. Man bekommt insgesamt den Eindruck eines ehemaligen Rationalisten oder Wissenschaftlers, der sich nach einem Prozess radikalen Umdenkens bemüht, eine Brücke zwischen seinem früheren und seinem jetzigem Ich zu schlagen. Die allzu große Selbstsicherheit bei seinen umfangreichen Ausführungen zu den philosophisch-kosmologischen, d.h. esoterischen Grundlagen für Heilprozesse, erfreulicherweise durch eigene Kapitel von den Fallberichten abgegrenzt, wirkt etwas störend (woher weiß er worüber er spricht?), aber dank der offenen und schlüssigen Argumentation lassen sich seine Gedankengänge immerhin leicht nachvollziehen.</p>
<p>Das Highlight des Buches kommt dann unerwartet ganz zum Schluss. Die letzten Kapitel bieten eine scharfsinnige und dabei konstruktive Fundamentalkritik an den Strukturen und der zunehmenden Kommerzialisierung des deutschen Gesundheitswesens, die sich wirklich gewaschen hat. Kuby schildert darin anschaulich die psychologischen Mechanismen, die das fast kindliche Vertrauen in die Allzuständigkeit von Pharma und Medizintechnik begünstigen und den fragwürdigen Umgang mit Krankheit und Gesundheit als Wirtschaftsfaktoren und handelbarer Ware erst ermöglichen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Insgesamt bietet das Buch einen gelungenen und unterhaltsam verfassten Einblick in die Welt der Heiler und Schamanen verschiedener Kulturkreise rund um den Erdball, begleitet von für dieses Genre ungewöhnlich intelligenten und realitätsnahen Überlegungen zum Thema Selbstheilung. Prädikat: lesenswert</p>
<hr /><img title="Buch" src="http://www.4hc.de/blog/wp-content/uploads/buch.gif" alt="Buch" width="48" height="32" /><strong> </strong></p>
<p><strong>Das Buch:</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>»</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442218365?ie=UTF8&amp;tag=4hcforhandica-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3442218365" target="_blank">Clemens Kuby: Unterwegs in die nächste Dimension</a><img style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=4hcforhandica-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3442218365" border="0" alt="" width="1" height="1" />, Goldmann 2008, 352 Seiten (broschiert)</p>
<p><strong>»</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3466344697?ie=UTF8&amp;tag=4hcforhandica-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3466344697" target="_blank">Clemens Kuby: Unterwegs in die nächste Dimension</a><img style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=4hcforhandica-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3466344697" border="0" alt="" width="1" height="1" />, Kösel 2003, 340 Seiten (gebunden)</p>
<p><strong>Als Hörbuch:<br />
</strong></p>
<p><strong>»</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3466457955?ie=UTF8&amp;tag=4hcforhandica-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3466457955" target="_blank">Clemens Kuby: Unterwegs in die nächste Dimension</a><img style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=4hcforhandica-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3466457955" border="0" alt="" width="1" height="1" /> (Audiobook)</p>
<p><strong>Der Film zum Buch:<br />
</strong></p>
<p><strong>»</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932486099?ie=UTF8&amp;tag=4hcforhandica-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3932486099" target="_blank">Clemens Kuby: Unterwegs in die nächste Dimension</a><img style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=4hcforhandica-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3932486099" border="0" alt="" width="1" height="1" /> (DVD)</p>
<p><strong>»</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3932486080?ie=UTF8&amp;tag=4hcforhandica-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3932486080" target="_blank">Clemens Kuby: Unterwegs in die nächste Dimension</a><img style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=4hcforhandica-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3932486080" border="0" alt="" width="1" height="1" /> (VHS)</p>
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		<title>Sandra Schadek: &#8220;Ich bin eine Insel&#8221;</title>
		<link>http://www.4hc.de/blog/2009/11/18/sandra-schadek-ich-bin-eine-insel.html</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 14:42:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Auronut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesichtet]]></category>
		<category><![CDATA[ALS]]></category>
		<category><![CDATA[Amyotrophe Lateralsklerose]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Sandra Schadek]]></category>

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		<description><![CDATA[ Sandra Schadek, ALS-Betroffene und Verantwortliche einer preisgekrönten Website zum Thema, hat mit Ich bin eine Insel &#8211; Gefangen im eigenen Körper einen eindrücklichen Bericht über ihr Leben mit der Krankheit veröffentlicht. Wir haben das Buch gesichtet und stellen es hier vor.
Ich bin eine Insel ist der eigenhändig verfasste Bericht von Sandra Schadek über ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-567" title="Buch 'Ich bin eine Insel' von Sandra Schadek" src="http://www.4hc.de/blog/wp-content/uploads/buch_cover_schadek_insel.jpg" alt="'Ich bin eine Insel' von Sandra Schadek" width="60" height="100" /><em> Sandra Schadek, ALS-Betroffene und Verantwortliche einer preisgekrönten Website zum Thema, hat mit <strong>Ich bin eine Insel &#8211; Gefangen im eigenen Körper</strong> einen eindrücklichen Bericht über ihr Leben mit der Krankheit veröffentlicht. Wir haben das Buch gesichtet und stellen es hier vor.</em></p>
<p><em>Ich bin eine Insel</em> ist der eigenhändig verfasste Bericht von Sandra Schadek über ihr Leben mit <a href="http://www.4hc.de/Handicaps/handicap-10">ALS</a> (Amyotrophe Lateralsklerose), einer chronisch fortschreitenden Erkrankung des Nervensystems, die meist innerhalb weniger Jahre zu fast völliger körperlicher Lähmung und oftmals auch einem frühen Tod führt. Bekannt ist die Krankheit in der Öffentlichkeit vor allem durch zwei prominente Betroffene &#8211; den bekannten Astrophysiker Stephen Hawking und den deutschen Künstler Jörg Immendorff, der 2007 an ALS verstarb. Die Ursache für das Auftreten von ALS ist unbekannt, die gängigen Therapien zielen hauptsächlich auf eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs und eine Linderung der Symptome ab.</p>
<p>Sandra Schadek führte ein aktives, sport- und gesundheitsbetontes Leben, als mit Mitte zwanzig ohne erkennbare Ursache die ersten Symptome dieser heimtückischen Krankheit einsetzten. <span id="more-562"></span>Der fortschreitende Verlauf machte ein normales Leben, den Abschluss ihres Hochschulstudiums und eine berufliche Betätigung schon bald unmöglich und führte schließlich schrittweise in die Pflegebedürftigkeit.</p>
<p>Seit einigen Jahren betreibt Frau Schadek eine <a href="http://www.sandraschadek.de/" target="_blank">Homepage</a> zu ihrem Leben mit ALS, wofür ihr 2008 der <a href="http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=783#c4759" target="_blank">Grimme Online Award</a> verliehen wurde. Dieses Jahr nun, etwa ein Jahrzehnt nach Ausbruch der Krankheit, hat sie ihren Lebensbericht als Buch veröffentlicht. Es ist bewundernswert, wie sie angesichts des fortgeschrittenenen Krankheitsstadiums die Ausdauer für eine Arbeit dieses Umfangs aufgebracht hat &#8211; Hut ab!</p>
<p><strong>Das Buch</strong></p>
<p>Das Buch bietet zum einen eine ungeschönte Darlegung des Krankheitsverlaufs in allen seinen Stufen: Die Symptome der ALS werden am eigenen Fallbeispiel ausführlich und eindringlich beschrieben, die verschiedenen medizinischen und alternativen Therapieversuche, da allesamt wirkungslos, nur kurz angerissen. Auch die für viele Betroffene fast schon typisch zu nennenden Stufen auf dem Weg in die Behinderung – Bestellung und Anpassung eines Rollstuhls, Organisierung der Pflege, Umzug zurück ins elterliche Haus usw. finden Raum, stehen aber nicht im Mittelpunkt und werden vornehmlich als Teil des Erzählstrangs abgehandelt. Abgerundet wird das Buch durch eine chronologische Skizzierung des gesamten Krankheitsverlaufs der Autorin sowie durch eine sehr übersichtlich gestaltete, knapp zehnseitige medizinische Kurzdarstellung der Krankheit ALS, zu Symptomen, Diagnose, Verlauf und Therapiemöglichkeiten.</p>
<p>Das Besondere des Buches liegt jedoch nicht in der bloßen Aufzählung von Fakten und der in der Tat anschaulichen und detaillierten Schilderung des Krankheitsverlaufs. Vielmehr wird dem Leser hier ein klarer Einblick geboten, wie sich die Erkrankung – stellvertretend zum Teil auch für andere Formen fortgeschrittener körperlicher Behinderung – auf das alltägliche Leben und das Leben überhaupt auswirkt: zunehmende Abhängigkeit von der Hilfe anderer Menschen, erzwungener Rückzug aus einem gesellschaftsorientierten wie auch dem beruflichen Leben, der unvermeidliche, manchmal auch unerwartete Abbruch vieler Beziehungen und Freundschaften, schließlich sogar der weitgehende Verlust der Sprechfähigkeit. Ohne die gegenwärtige technologische Aufrüstung in Form von Computern, Peripherie, Internet und speziellen Hilfsgeräten wäre ein Betroffener spätestens an diesem Punkt zu völliger Isolation verdammt. So aber bleibt immerhin über diesen Weg die Möglichkeit zur Kommunikation und rudimentären Interaktion mit der Außenwelt erhalten.</p>
<p>Die Autorin beschreibt sich als vom Wesen her unternehmungslustig, optimistisch, gut organisiert und zielstrebig; tatsächlich haben ihr genau diese Charaktereigenschaften denn auch maßgeblich dabei geholfen, an ihrem durchaus bizarr anmutenden Schicksal nicht zu verzweifeln. Trotz der körperlich desolaten Verfassung versuchte und versucht sie in jedem neuen Krankheitsstadium stets das Beste aus ihrer Lage zu machen, das Leben in praktischer Hinsicht so effizient wie möglich zu gestalten und auch mit anderen Betroffenen in Kontakt zu bleiben, ihnen ein offenes Ohr und, soweit möglich, Unterstützung zu schenken. Schon im Frühstadium der Erkrankung fiel der Entschluss, sich nicht aufzugeben, sondern das Leben trotz ALS und mit ALS so sinnvoll wie möglich zu gestalten.</p>
<p>Dennoch bleibt es ein Leben der Entsagung. Den vielleicht stärksten Eindruck den das Buch bei einem Nichtbetroffenen zurücklässt ist, wie sehr ein solches Leiden dazu zwingt, sich unablässig mit praktischen Dingen auseinandersetzen zu müssen, d.h. mit Dingen die für Gesunde eine Selbstverständlichkeit darstellen oder quasi automatisch ablaufen. Bei einer Erkrankung wie ALS stellt selbst die Erledigung der täglichen Hygiene fast noch das geringste Problem dar, denn – das wird in dem Bericht anschaulich geschildert – jegliche Muskelbewegung, jede Körperhaltung bedarf besonderer Aufmerksamkeit und kann bei der geringsten Abweichung von einer einmal eingeübten Routine zu unangenehmen Begleiterscheinungen und unzähligen Problemen führen. Und dies rund um die Uhr. Dazu gesellt sich der weitgehende Verlust der Mitteilungsfähigkeit und somit die Schwierigkeit, selbst dem engsten Umfeld und anwesenden Pflegekräften genau klarzumachen was gerade dringend getan werden muss und was eben nicht.</p>
<p>Durch die körperliche und sprachliche Lähmung ungewollt auf sich selbst zurückgeworfen, lässt die Autorin in ihrem als solchem empfundenen Inseldasein ihrer Neigung zur Reflexion freien Lauf. Sie beschreibt freimütig, was in ihrem Kopf so alles vorgeht und wie sie innerlich auf die täglichen Anforderungen der Pflege, auf die gelegentlichen Begegnungen mit Familie und Freunden und andere Situationen reagiert.</p>
<p>Besonderen Raum in dieser Selbstschau finden die vielen Selbstzweifel und unlösbaren gedanklichen Herausforderungen, die die Krankheit immer wieder neu aufwirft. Die Ausweglosigkeit der eigenen Lage und die Ungewissheit über die noch verbleibende (Lebens-)Zeit liegen so klar auf der Hand (und werden offen angesprochen), dass die wirklichen Herausforderungen eher die Gegenwart betreffen: Wo liegt das rechte Maß zwischen Verteidigung eines selbstbestimmten Lebens und Einwilligung in die völlige Abhängigkeit von anderen? Ist es verantwortungsvoller, ins Pflegeheim zu gehen anstatt der Familie – empfundenermaßen oder tatsächlich – weiter zur Last zu fallen? Wie wäre das Leben verlaufen ohne die Behinderung, was hätte man im Rückblick anders machen sollen? Versäumt man nun durch das erlebte Schicksal etwas oder steht dahinter ein verborgener Sinn? – Auf die meisten dieser Fragen lässt sich natürlich keine letztgültige Antwort finden.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Für jemanden der einen realitätsnahen Bericht einer Betroffenen über das Leben mit ALS lesen möchte, ist dieses Buch erste Wahl und unbedingt empfehlenswert. Bei aller inneren Distanz und gelegentlich fast satirischen Grundstimmung, mit denen die Autorin mit ihrem Schicksal umzugehen gelernt hat, hinterlässt ihr Bericht beim Leser dennoch Betroffenheit und den Nachgeschmack des Makabren. Daher bleibt nur zu sagen: Wir wünschen Sandra Schadek alles Gute, einen Stopp des progressiven Krankheitsverlaufs und – auch wenn es abwegig klingen mag – Heilung.</p>
<hr /><img class="alignleft size-full wp-image-581" title="Buch" src="http://www.4hc.de/blog/wp-content/uploads/buch.gif" alt="Buch" width="48" height="32" /><strong> </strong></p>
<p><strong>»</strong> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499625121?ie=UTF8&amp;tag=4hcforhandica-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3499625121" target="_blank">Sandra Schadek: Ich bin eine Insel</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=4hcforhandica-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3499625121" border="0" alt="" width="1" height="1" />, Rowohlt 2009, 311 Seiten, broschiert</p>
<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><strong>»</strong> <a href="http://www.sandraschadek.de/" target="_blank">Homepage von Sandra Schadek</a></p>
<p><strong>»</strong> <a href="http://www.zeit.de/2009/15/Willemsen-Schadek-15" target="_blank">Interview von Roger Willemsen mit Sandra Schadek in der ZEIT</a></p>
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		<title>Gesichtet</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 00:31:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Auronut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dieser Rubrik stellen wir interessante Bücher, Filme, Veranstaltungen und Ereignisse vor &#8211; also Einblicke in die bunte Welt der Medien. Wenn wir auf etwas stoßen von dem wir meinen, dass es einer Erwähnung oder Besprechung wert ist, tun wir dies hier. Im Vordergrund stehen dabei aktuelle Themen, aber auch Rückblicke und Wiederentdeckungen werden hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-555" title="Lupe" src="http://www.4hc.de/blog/wp-content/uploads/lupe.gif" alt="Lupe" width="48" height="48" />In dieser Rubrik stellen wir interessante Bücher, Filme, Veranstaltungen und Ereignisse vor &#8211; also Einblicke in die bunte Welt der Medien. Wenn wir auf etwas stoßen von dem wir meinen, dass es einer Erwähnung oder Besprechung wert ist, tun wir dies hier. Im Vordergrund stehen dabei aktuelle Themen, aber auch Rückblicke und Wiederentdeckungen werden hier Platz finden.</p>
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