Inklusion in die Armut

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Bei meinen Recherchen nach behindertenrelevanten Themen stolpere ich immer wieder und zunehmend häufiger über das Wort Inklusion. Im Prinzip eine gute Sache, nur wer bei der Arbeit auf Grund seiner Behinderung Unterstützung braucht, in Form von Arbeitsassistenz zur Teilhabe am Arbeitsleben, hat sehr schlechte Karten. Das Einkommen wird herangezogen um diese Assistenz zu bezahlen und drückt diesen Personenkreis auf Hartz 4 Niveau herunter.

In meinem Fall ist es so gelagert, dass ich eine zu teure Wohnung habe, die mich auf Hartz 4 Niveau drückt und auch mit regelmäsigen Miethöchstverfahren seitens des Jobcenters kein günstigerer behindertengerechter Wohnraum in meinem sozialen Umfeld zu finden ist. Sollte dies jedoch einmal der Fall sein und mir ein Umzug auferlegt wird, dann muss ich durch die Einsparungen auch für meine Arbeitsassistenz zahlen, die im Moment noch durch einen Kostenträger Hausübernommen wird. – Ein Teufelskreis.

Da werden Menschen mit Behinderung auf ihrem Bildungsweg durch Fördergelder unter dem Modewort Inklusion zu einem guten Schulabschluß begleitet, gehen den Weg einer qualifizierten Ausbildung oder Studiums, nur um hinterher im Beruf auf Hartz 4 Niveau mit der Zulage eines 1 Euro Jobbers zu landen. Ich denke das ist nicht sonderlich motivierend.

Auch pflegeabhängige Arbeitnehmer die auf Grund ihrer Behinderung nicht mehr Vollzeit arbeiten gehen können, kommen trotz qualifizierter Beschäftigung häufig mit ihrem Einkommen nicht auf die Summe sich selbstständig versorgen zu können und landen im Jobcenter mit ALG II. Obwohl ich sie hier auch klar benachteiligt sehe, denn sie können durch die Behinderung nicht 40 Stunden oder mehr in der Woche wie die meisten „Fußgänger“ leisten um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

TastaturIch habe zu diesem Thema Herrn Hüppe, den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen mehrfach angeschrieben, aber er verweigert sich, in dem er erst gar nicht geantwortet hat; Herr Gauck unser Bundespräsident teilte mir mit das er sich in die Belange nicht einmischen möchte und ein großer Sozialverband sagte mir das hier der Weg zur Veränderung nur über eine Gesetzesänderung möglich wäre.

Deutschland hat einen Fachkräftemangel. Es wird häufig geschrieben, das bei Menschen mit Behinderungen ein großes Potential zu finden sei, man solle mal die Berührungsängste fallen lassen und ihnen eine Chance geben, zu dem ist es auch meist unter dem Deckmantel der Inklusion staatlich gefördert.

Ich arbeite gerne, es bestätigt mich, nur ein wenig mehr Fruchtgenuss wäre schön um das Leben vielleicht ein wenig lebenswerter zu machen.

Weitere Informationen:
Inklusion – und danach?
Menschen mit Behinderung: Theoretische Inklusion
Rollstuhlfahrer: Wie der Staat Behinderte arm hält
Klage gegen Anrechnung des Einkommens und Vermögens


4hc & KM2 Spendentagebuch

Einblick Kaarst Logo

 

Endlich ist es so weit und wir können für dieses Jahr unsere zweite Spende von 500 Euro auf den Weg bringen. Die Spende geht diesmal an das Kunstcafe Einblick in Kaarst.

Ich war selbst vor Ort, habe es mir angesehen und es ist schon beachtlich was Frau Brigitte Albrecht ehrenamtlich neben ihrer beruflichen Tätigkeit auf die Beine gestellt hat.

Das Café mit seiner angenehmen Atmosphäre ist Treffpunkt für viele interessante Menschen, egal ob jung oder alt, behindert oder nicht behindert- alle sind hier willkommen. Einen kleinen Einblick in die Arbeiten bietet ein kurzer Imagefilm aus dem Jahr 2009, der einem das ganze Konzept näher bringt.

Natürlich ändert sich über die Jahre immer etwas, ein neuer Anstrich, neues Mobiliar, veränderte Termine und Veranstaltungen, mehr Angestellte mit geistiger Behinderung, aber der Grundgedanke bleibt der gleiche.

Marcus Link und Brigitte Albrecht im Gespräch

Integration und Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung stehen für Brigitte Albrecht immer im Vordergrund und ich freue mich, dass wir sie auf ihrem Weg mit unserer Spende ein wenig unterstützen können.
Wer im Umfeld wohnt, ob behindert oder nicht, sollte dieses Cafe auf jeden Fall einmal besuchen, den jeder Besuch hilft.

Frau Albrecht schrieb mir dann noch in einer Email: „Ich habe mich sehr über das interessante Gespräch mit Herrn Link gefreut. Herr Link ist ein Mensch, der an seinem Schicksal nicht zerbrochen ist, sondern sich aufgemacht hat, anderen bedürftigen Menschen zu helfen. So ist er auf uns gestoßen und unterstützt uns mit einem Geldbetrag aus seiner eigenen Arbeit. Das hat mich sehr berührt und ich freue mich, ihn getroffen zu haben. Ich wünsche Herrn Link viele positive Menschen, die auf ihn zu gehen und ihn bei seinen Vorhaben und Ideen unterstützen. Herzlichst Brigitte Albrecht“

Solche Aussagen erfreuen einen und sind auch der Mühen Lohn, dies motiviert einen weiter zu machen.

Die Spende wurde ermöglicht durch meine Partner KM2 >> netz:innovationen, Coloplast und den Kunden aus der 4hc Hilfsmittel – Datenbank, Meyra, ottobock, Sorg und Schwalbe, welchen ich herzlich danke.

Weitere Informationen:
Kunstcafé EinBlick Homepage
Kunstcafé EinBlick bei Facebook


Rehacare 2013

Die REHACARE ist die weltweit bedeutendste Fachmesse für Rehabilitation, Prävention, Inklusion und Pflege. Sie startet am Mittwoch dem 25. und endet am Samstag dem 28. September 2013. Die Öffnungszeiten für Besucher sind Mittwoch bis Freitag: 10.00 – 18.00 Uhr und Samstag: 10.00 – 17.00 Uhr.

Eine über 30 jährige Fachkompetenz und ausgeprägte Markterfahrung bietet eine optimale Informations- und Kommunikationsplattform für Menschen mit Behinderungen, mit Pflegebedarf, im Alter und mit chronischen Krankheiten.

Mehr als 700 Aussteller aus 30 Ländern, von Belgien bis zu den USA, präsentieren eine Kombination aus Produktdemonstration und komplexen Systemlösungen. Zahlreiche Themenparks und Informationsveranstaltungen runden das Angebot für Besucher ab.

Wenn du bestimmte Informationen oder ein spezielles Hilfsmittel suchst, lohnt sich der Messebesuch auf jeden Fall, um sich hier einmal zu informieren. Da ich aus Düsseldorf komme werde ich sie auf jeden Fall besuchen, vielleicht lässt sich ja etwas interessantes für den Blog finden oder Geldgeber für weitere Spenden. Die nächste Spende von 500 Euro ist schon gesammelt und wird nach der Rehacare ausgeschüttet.


Teilhabebericht der Bundesregierung

Da hat sich die Bundesregierung viel Mühe gemacht und einen Teilhabebericht über 474 Seiten erstellt, außerdem soll ein zusätzliches 50 Millionen Euro-Programm die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Arbeit und Ausbildung verbessern.

Es wird wieder viel versucht um Menschen mit Behinderung unter dem Deckmantel des Modewortes „Inklusion“ in Ausbildung und Arbeit zu bringen, nur was danach kommt erschließt sich für mich aus dem Bericht nicht.

Welche Motivation bleibt hier für die behinderten Arbeitnehmer, die nach qualifizierter Ausbildung im Berufsleben stehen, aber durch Zahlungen ihrer Arbeitsassistenz wieder auf Sozialhilfeniveau gedrückt werden? Oder bei denen, die auf Grund ihrer körperlichen Einschränkungen keine 40 Stunden in der Woche mehr arbeiten können um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sie fallen gnadenlos in den Pool der Jobcenter und verbringen ihr Arbeitsleben dort bis zur Rente und kommen erst gar nicht aus dem Sozialhilfeniveau heraus.

Ich habe den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen mittlerweile vier Mal angeschrieben zu dieser Problematik Stellung zu nehmen, aber eine Antwort erhält man von ihm nicht. Zwischenzeitlich habe ich auch den Bundespräsidenten, Herrn Gauk zu dieser Sache um Hilfe gebeten, er teilte mir jedoch mit, dass er sich in diese Belange nicht einmischen möchte.

Nach meinem Autounfall arbeite ich seit über 20 Jahren  qualifiziert mit guter Ausbildung, durch meine Behinderung geringbeschäftigt in den Fängen des Jobcenters und bin gespannt, ob sich hier noch Änderungen ergeben, die mich motivieren bis zur Rente durchzuhalten, den die schwere meiner Behinderung erlaubt es mir diese jederzeit einzureichen und auch zugesprochen zu bekommen.

Weitere Informationen:
Teilhabebericht der Bundesregierung
Teilhabebericht – Bundesministerium für Arbeit und Soziales (pdf, 474 Seiten)
Bewegungsunfähiger Student: Sozialstaat gegen Constantin
Inklusion – und danach?
Behinderte stärker in den Arbeitsmarkt integrieren
Schwerbehinderte Arbeitnehmer fallen gnadenlos in den Pool der Jobcenter


Inklusion – und danach?

Inklusion in seiner ursprünglichen Wortbedeutung stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Einschluss“ oder auch „Enthaltensein“.
Bei der Inklusion geht es darum, dass jeder Mensch die Möglichkeit erthält, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen; und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.

Gerade in der Schul- und Berufsbildung wird viel für die Inklusion von Menschen mit Behinderung getan, wie mir der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen schriftlich mitteilte und auch öffentlich publizierte. Nur was kommt danach?

Die derzeit hohe Arbeitslosigkeit im Bereich von behinderten Arbeitssuchenden liegt sicher auch daran, dass es zu wenig Plätze auf dem Markt gibt, zum anderen aber auch an der Motivation bei Teilzeitkräften, die durch ihre Behinderung keine Vollzeitbeschäftigung mehr erreichen.

Diese fallen in den Pool der ARGE/Jobcenter mit all ihren Auflagen, jede Vergünstigung wird genommen und werden diesen auch meist im laufe ihres Berufslebens nicht mehr verlassen. Für viele ist es da einfacher in Rente zu gehen, weniger als ALG II wird es sicher nicht sein, nur von dort gibt es dann keine Rückkehr auf den Arbeitsmarkt. Dies wäre dann die Exklusion.

Ich habe den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen jetzt ein viertes Mal angeschrieben zu dieser Problematik Stellung zu nehmen, mal schauen ob ich diesmal eine Antwort erhalte. Zwischenzeitlich habe ich auch den Bundespräsidenten, Herrn Gauk zu dieser Sache um Hilfe gebeten, er teilte mir jedoch mit, dass er sich in diese Belange nicht einmischen möchte.

Ich bleibe an der Sache drann und Fortsetzung folgt.

Weitere Informationen:
Behinderte stärker in den Arbeitsmarkt integrieren
Schwerbehinderte Arbeitnehmer fallen gnadenlos in den Pool der Jobcenter