Promis sagen… Birgitta Weizenegger

Birgitta WeizeneggerIn unserer Serie „Promis sagen…“ lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Behinderung“ mitteilen möchten.

Einen ausführlichen Beitrag als Reaktion auf unsere Fragen zur Verfügung gestellt hat uns diesmal Birgitta Weizenegger, Darstellerin der Ines Kling in der ARD-Fernsehserie „Lindenstraße“ und Filmemacherin (www.heimwehfilm.com).

Hier der Beitrag von Birgitta Weizenegger:

Vor einigen Wochen kam Ihre Anfrage, ob ich etwas zum Thema „Behinderung“ in Ihrem Blog beitragen möchte. „Ja, natürlich, gerne“ dachte ich mir und legte die Anfrage in meinen „To do“-Ordner ab. Die Hektik des Alltags hatte mich schnell wieder gefangen und ich dachte nur noch selten an den Bericht, den ich schreiben wollte. Über meine Erfahrung als Schauspielerin in der Rolle Ines Kling, die nach einem Unfall monatelang im Koma lag. Über die Recherchen, wie ein Mensch mühsam wieder das Sprechen und das Gehen erlernen muss. Ein Arzt zeigte mir Fotos, wie sich Menschen verändern die monatelang im Koma liegen, und erklärte mir den langen Weg zurück ins Leben. Aber das war ja nur im „Spiel“, ich konnte aussteigen. Vom Krankenbett aufstehen, wenn die Szene im Kasten war.
Erst als mich Menschen, die das Schicksal im realen Leben erfahren haben, auf der Straße ansprachen und anfingen von ihrer Geschichte zu erzählen, wurde mir wieder bewusst, wie viele Schicksale hinter verschlossenen Kliniktüren auf Heilung warten und oft einen vergeblichen Kampf führen. Denn wenn sie entlassen werden und mit einer Behinderung den Alltag gestalten müssen, fängt ein neuer Kampf an.
Berührungsängste der Gesellschaft, Behördengänge für dringend notwendiges Pflegepersonal. Ein Glück wer sich in dieser Situation im warmen Schoß der Familie wiederfinden darf.

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