Navigations-App für Rollstuhlfahrer

Rollstuhl

Für Rollstuhlfahrer gibt es oft unüberwindbare Hindernisse. Studenten der Hochschule Darmstadt haben eine App entwickelt, die beim Finden freier Wege helfen soll. Sie ist nicht die erste ihrer Art, aber sie unterscheidet sich von den anderen.

Rollstuhlfahrer Jürgen Mißback aus Darmstadt weiß, wie schwierig es ist, unterwegs zu sein. Plötzlich geht es nicht mehr weiter: Der Bürgersteig ist zu eng, der Bordstein zu hoch. Nun kann eine an der Hochschule Darmstadt entwickelte HandyNavigations-App auf dem Mobiltelefon helfen – weil sie angibt, wo es langgeht und wo nicht. „Wheel Guide“ wird kontinuierlich verfeinert soll im März auf der Computermesse CeBIT in Hannover vorgestellt werden. (Quelle: Heise.de)

Laut den Entwicklern kann man sie sogar personalisieren, wie zum Beispiel Rollstuhlbreite oder eigene die Tagesform angeben, um sich seinen Weg zum Ziel zu bahnen und das schöne ist, die App soll kostenlos bleiben.

Ich bin gespannt ob die App das bringen wird was sie verspricht, es gab hier schon einige Versuche die hinterher nicht praktikabel waren.

Weitere Informationen:
Studenten entwickeln Navigations-App für Rollstuhlfahrer (T-Online)
Studenten entwickeln Navigations-App für Rollstuhlfahrer (heise online)


Filmtipp: Vielen Dank für Nichts

Bluesbrothers im Rollstuhl…

Valentin ist ganz schön angepisst – nach einem Snowboardunfall an den Rollstuhl gefesselt, zwingt ihn seine Mutter zur Teilnahmen an einem Theaterprojekt für Behinderte. Das machen die Windeln und der anfangs arrogante Mitbewohner in seinem Zimmer auch nicht gerade besser. Das einzig Schöne am Heimleben ist die Pflegerin Mira, die aber leider mit dem Schleimbeutel Marc liiert ist. Valentin entscheidet sich, den Kampf mit dem gesunden und erfolgreichen Nebenbuhler aufzunehmen und geht noch einen Schritt weiter: Die Tankstelle, an der Marc arbeitet, muss dringend überfallen werden!

Voller Begeisterung bieten sich Lukas und Titus als Komplizen an, und Valentin entdeckt, dass seine Mitstreiter zwar behindert, aber keineswegs bescheuert sind – und echte Freunde ziehen so ein Ding gemeinsam durch. So macht sich das frisch gebackene Gangstertrio auf den Weg, um sich eine Knarre zu besorgen… Als es zum Showdown zwischen den Zapfsäulen kommt, stellt sich am Ende die Frage: Sein oder Nichtsein.

Weitere Informationen:
Joel Basman als Rüpel im Rollstuhl in «Vielen Dank für Nichts»
Vielen DANK FÜR Nichts | Facebook


Inklusion in die Armut

Laptop

Bei meinen Recherchen nach behindertenrelevanten Themen stolpere ich immer wieder und zunehmend häufiger über das Wort Inklusion. Im Prinzip eine gute Sache, nur wer bei der Arbeit auf Grund seiner Behinderung Unterstützung braucht, in Form von Arbeitsassistenz zur Teilhabe am Arbeitsleben, hat sehr schlechte Karten. Das Einkommen wird herangezogen um diese Assistenz zu bezahlen und drückt diesen Personenkreis auf Hartz 4 Niveau herunter.

In meinem Fall ist es so gelagert, dass ich eine zu teure Wohnung habe, die mich auf Hartz 4 Niveau drückt und auch mit regelmäsigen Miethöchstverfahren seitens des Jobcenters kein günstigerer behindertengerechter Wohnraum in meinem sozialen Umfeld zu finden ist. Sollte dies jedoch einmal der Fall sein und mir ein Umzug auferlegt wird, dann muss ich durch die Einsparungen auch für meine Arbeitsassistenz zahlen, die im Moment noch durch einen Kostenträger Hausübernommen wird. – Ein Teufelskreis.

Da werden Menschen mit Behinderung auf ihrem Bildungsweg durch Fördergelder unter dem Modewort Inklusion zu einem guten Schulabschluß begleitet, gehen den Weg einer qualifizierten Ausbildung oder Studiums, nur um hinterher im Beruf auf Hartz 4 Niveau mit der Zulage eines 1 Euro Jobbers zu landen. Ich denke das ist nicht sonderlich motivierend.

Auch pflegeabhängige Arbeitnehmer die auf Grund ihrer Behinderung nicht mehr Vollzeit arbeiten gehen können, kommen trotz qualifizierter Beschäftigung häufig mit ihrem Einkommen nicht auf die Summe sich selbstständig versorgen zu können und landen im Jobcenter mit ALG II. Obwohl ich sie hier auch klar benachteiligt sehe, denn sie können durch die Behinderung nicht 40 Stunden oder mehr in der Woche wie die meisten „Fußgänger“ leisten um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

TastaturIch habe zu diesem Thema Herrn Hüppe, den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen mehrfach angeschrieben, aber er verweigert sich, in dem er erst gar nicht geantwortet hat; Herr Gauck unser Bundespräsident teilte mir mit das er sich in die Belange nicht einmischen möchte und ein großer Sozialverband sagte mir das hier der Weg zur Veränderung nur über eine Gesetzesänderung möglich wäre.

Deutschland hat einen Fachkräftemangel. Es wird häufig geschrieben, das bei Menschen mit Behinderungen ein großes Potential zu finden sei, man solle mal die Berührungsängste fallen lassen und ihnen eine Chance geben, zu dem ist es auch meist unter dem Deckmantel der Inklusion staatlich gefördert.

Ich arbeite gerne, es bestätigt mich, nur ein wenig mehr Fruchtgenuss wäre schön um das Leben vielleicht ein wenig lebenswerter zu machen.

Weitere Informationen:
Inklusion – und danach?
Menschen mit Behinderung: Theoretische Inklusion
Rollstuhlfahrer: Wie der Staat Behinderte arm hält
Klage gegen Anrechnung des Einkommens und Vermögens


4hc & KM2 Spendentagebuch

Einblick Kaarst Logo

 

Endlich ist es so weit und wir können für dieses Jahr unsere zweite Spende von 500 Euro auf den Weg bringen. Die Spende geht diesmal an das Kunstcafe Einblick in Kaarst.

Ich war selbst vor Ort, habe es mir angesehen und es ist schon beachtlich was Frau Brigitte Albrecht ehrenamtlich neben ihrer beruflichen Tätigkeit auf die Beine gestellt hat.

Das Café mit seiner angenehmen Atmosphäre ist Treffpunkt für viele interessante Menschen, egal ob jung oder alt, behindert oder nicht behindert- alle sind hier willkommen. Einen kleinen Einblick in die Arbeiten bietet ein kurzer Imagefilm aus dem Jahr 2009, der einem das ganze Konzept näher bringt.

Natürlich ändert sich über die Jahre immer etwas, ein neuer Anstrich, neues Mobiliar, veränderte Termine und Veranstaltungen, mehr Angestellte mit geistiger Behinderung, aber der Grundgedanke bleibt der gleiche.

Marcus Link und Brigitte Albrecht im Gespräch

Integration und Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung stehen für Brigitte Albrecht immer im Vordergrund und ich freue mich, dass wir sie auf ihrem Weg mit unserer Spende ein wenig unterstützen können.
Wer im Umfeld wohnt, ob behindert oder nicht, sollte dieses Cafe auf jeden Fall einmal besuchen, den jeder Besuch hilft.

Frau Albrecht schrieb mir dann noch in einer Email: „Ich habe mich sehr über das interessante Gespräch mit Herrn Link gefreut. Herr Link ist ein Mensch, der an seinem Schicksal nicht zerbrochen ist, sondern sich aufgemacht hat, anderen bedürftigen Menschen zu helfen. So ist er auf uns gestoßen und unterstützt uns mit einem Geldbetrag aus seiner eigenen Arbeit. Das hat mich sehr berührt und ich freue mich, ihn getroffen zu haben. Ich wünsche Herrn Link viele positive Menschen, die auf ihn zu gehen und ihn bei seinen Vorhaben und Ideen unterstützen. Herzlichst Brigitte Albrecht“

Solche Aussagen erfreuen einen und sind auch der Mühen Lohn, dies motiviert einen weiter zu machen.

Die Spende wurde ermöglicht durch meine Partner KM2 >> netz:innovationen, Coloplast und den Kunden aus der 4hc Hilfsmittel – Datenbank, Meyra, ottobock, Sorg und Schwalbe, welchen ich herzlich danke.

Weitere Informationen:
Kunstcafé EinBlick Homepage
Kunstcafé EinBlick bei Facebook


Rehacare 2013

Die REHACARE ist die weltweit bedeutendste Fachmesse für Rehabilitation, Prävention, Inklusion und Pflege. Sie startet am Mittwoch dem 25. und endet am Samstag dem 28. September 2013. Die Öffnungszeiten für Besucher sind Mittwoch bis Freitag: 10.00 – 18.00 Uhr und Samstag: 10.00 – 17.00 Uhr.

Eine über 30 jährige Fachkompetenz und ausgeprägte Markterfahrung bietet eine optimale Informations- und Kommunikationsplattform für Menschen mit Behinderungen, mit Pflegebedarf, im Alter und mit chronischen Krankheiten.

Mehr als 700 Aussteller aus 30 Ländern, von Belgien bis zu den USA, präsentieren eine Kombination aus Produktdemonstration und komplexen Systemlösungen. Zahlreiche Themenparks und Informationsveranstaltungen runden das Angebot für Besucher ab.

Wenn du bestimmte Informationen oder ein spezielles Hilfsmittel suchst, lohnt sich der Messebesuch auf jeden Fall, um sich hier einmal zu informieren. Da ich aus Düsseldorf komme werde ich sie auf jeden Fall besuchen, vielleicht lässt sich ja etwas interessantes für den Blog finden oder Geldgeber für weitere Spenden. Die nächste Spende von 500 Euro ist schon gesammelt und wird nach der Rehacare ausgeschüttet.


Druckstellen, Dekubitus, Forunkel, Abzess, …….

Druckstellen, Dekubitus, Forunkel, Abzess, ……., dies sind ganz gruselige Wörter für Rollstuhlfahrer. Es fängt meist damit an, das der Pfleger oder Assistent beim Betten sagt: „Du hast da was!!!“  und bei der Untersuchung vom Hausarzt die Bemerkung kommt: „Das sollte man entlasten“.

Da klingeln bei mir die Alarmglocken und es stellt sich sofort die Frage: Wie lange wird es diesmal dauern?

Außerdem flach liegen, ein aufgerichtetes Rückenteil birgt wieder zu viel Belastung und verzögert die Genesung. So ein Befund kann einen für Wochen aus dem alltäglichen Leben reißen und man muss alle Belange vom Bett aus regeln, wenn der Gesundheitszustand ein liegen zu Hause erlaubt und man nicht noch die ganze Zeit im Krankenhaus verbringen muss.

In meinen 25 Jahren im Rollstuhl musste ich zusammengerechnet mehr als ein Jahr im Bett verbringen, ohne Rehamasnahmen. Wo liegen eure Zeiten?


Teilhabebericht der Bundesregierung

Da hat sich die Bundesregierung viel Mühe gemacht und einen Teilhabebericht über 474 Seiten erstellt, außerdem soll ein zusätzliches 50 Millionen Euro-Programm die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Arbeit und Ausbildung verbessern.

Es wird wieder viel versucht um Menschen mit Behinderung unter dem Deckmantel des Modewortes „Inklusion“ in Ausbildung und Arbeit zu bringen, nur was danach kommt erschließt sich für mich aus dem Bericht nicht.

Welche Motivation bleibt hier für die behinderten Arbeitnehmer, die nach qualifizierter Ausbildung im Berufsleben stehen, aber durch Zahlungen ihrer Arbeitsassistenz wieder auf Sozialhilfeniveau gedrückt werden? Oder bei denen, die auf Grund ihrer körperlichen Einschränkungen keine 40 Stunden in der Woche mehr arbeiten können um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sie fallen gnadenlos in den Pool der Jobcenter und verbringen ihr Arbeitsleben dort bis zur Rente und kommen erst gar nicht aus dem Sozialhilfeniveau heraus.

Ich habe den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen mittlerweile vier Mal angeschrieben zu dieser Problematik Stellung zu nehmen, aber eine Antwort erhält man von ihm nicht. Zwischenzeitlich habe ich auch den Bundespräsidenten, Herrn Gauk zu dieser Sache um Hilfe gebeten, er teilte mir jedoch mit, dass er sich in diese Belange nicht einmischen möchte.

Nach meinem Autounfall arbeite ich seit über 20 Jahren  qualifiziert mit guter Ausbildung, durch meine Behinderung geringbeschäftigt in den Fängen des Jobcenters und bin gespannt, ob sich hier noch Änderungen ergeben, die mich motivieren bis zur Rente durchzuhalten, den die schwere meiner Behinderung erlaubt es mir diese jederzeit einzureichen und auch zugesprochen zu bekommen.

Weitere Informationen:
Teilhabebericht der Bundesregierung
Teilhabebericht – Bundesministerium für Arbeit und Soziales (pdf, 474 Seiten)
Bewegungsunfähiger Student: Sozialstaat gegen Constantin
Inklusion – und danach?
Behinderte stärker in den Arbeitsmarkt integrieren
Schwerbehinderte Arbeitnehmer fallen gnadenlos in den Pool der Jobcenter


WC mit Rollstuhl-Feeling: Kampagne gegen Alkohol am Steuer

WC mit Rollstuhl-Feeling: Kampagne gegen Alkohol am Steuer„. Dies hat mich wirklich mal wieder richtig zum Schmunzeln gebracht, obwohl ich beim lesen des Artikels öfter an dessen Ernsthaftigkeit gezweifelt habe.

Zitatpassage aus dem Artikel: Zum Auftakt besuchten die Initiatoren das Holi Color Open Air Festival – ein Fest der Farben und der Musik – am 21. Juli mit rund 10.000 Gästen. Um in der farbenfrohen Party-Kulisse jungen Festivalbesuchern die Gefahren von Alkohol- und Drogenfahrten eindringlich zu vermitteln, installierte die Agentur eine Warnung auf den Toiletten, die sicher für Aufmerksamkeit sorgte. Denn an einigen WCs wurden Rollstuhlräder montiert, damit die jungen Gäste einen Eindruck davon bekommen, wie es sich anfühlt, im Rollstuhl zu sitzen. Ein Plakat mit dem Titel „Lass Dein Auto stehen, wenn Du gehen willst“ gab weiterführende Informationen. (Quelle: W&V)“

Ich denke die Initiatoren versuchen mit dieser leicht provokanten Kampagne größt mögliche Aufmerksamkeit zu erreichen und entschuldigen sich auch schon im Vorfeld profilaktisch bei den Rollstuhlfahrern.

Zitat: „Eine kleine Gefahr besteht – dass Rollstuhlfahrer stigmatisiert werden. Denn nicht jeder, der im Rollstuhl sitzt, ist durch einen Alkohol-Unfall dort gelandet. Aber um junge Menschen genau dann zu erreichen, wenn sie feiern, Alkohol trinken und danach wieder heimfahren, ist die Installation ein mögliches Mittel, um sie nochmal zu Nachdenken zu bringen. (Quelle: W&V)“

Mein seit 25 Jahren währendes Leben als Rollstuhlfahrer hat mich so gelassen gemacht, dass mich die Art und Weise um für Prävention zu sorgen nicht sehr stört, nur das die Methode, die das sogenannte Rollstuhl-Feeling transportiert, eine Kloschüssel mit Rädern ist, brachte mich dann doch lauthals zum Lachen.

Weiterführende Informationen:
Artikel: WC mit Rollstuhl-Feeling: Kampagne gegen Alkohol am Steuer
Kampagne bei Facebook: Ich fahr klar
Kloschüssel mit Rädern


Kontaktbörse für Behinderte

Kontaktbörse für Behinderte, Behindertenheim, Werkstätte für Behinderte, dies hat für mich alles ein bisschen den Klang der Exklusion. Menschen mit Behinderung bleiben unter ihresgleichen.

Dies geschieht laut Bericht auch aus Frustration, da diese Menschen in den herkömmlichen Kontaktbörsen im Internet keine Erfolge hatten. Was mich auch ein wenig schmunzeln lies ist, dass die Initiatoren in den Profilen der Teilnehmer den Wunsch nach einem „Fußgänger“ als zu hoch gegriffen empfanden.

Ich denke in der heutigen Welt der Singles ist es nicht so leicht den richtigen Deckel zu finden, ob mit oder ohne Behinderung. Nicht umsonst boomen an allen Ecken Kontaktportale jedweder Art, natürlich kostenpflichtig, weil hier auch Geld durch die Sehnsüchte der Suchenden nach Zweisamkeit zu machen ist.


Miete dir einen Behinderten

Miete dir einen Behinderten. Genau das soll laut „New York Post“ ein Touristikunternehmen in den USA, das eigentlich Freizeitparkbesuche für Menschen mit Behinderung organisiert, angeboten haben.

Hintergrund ist, dass Menschen mit Behinderung an manchen Attraktionen in Disney World Vorzüge geniesen und sich nicht an den endlosen Schlangen einreihen müssen, sondern über separate Eingänge schnell zum Zuge kommen.

Da mietet man sich  doch einen behinderteren Disneylotsen für 130 Dollar pro Stunde, 1040 Dollar für einen ganzen Tag. Für betuchte Parkbesucher ist das doch ein Schnäppchen – Disney World bietet zwar selber so genannte VIP-Tours an, bei denen man schneller in die Fahrgeschäfte kommt, aber solche Angebote kosten laut „New York Post“ etwa 380 Dollar pro Stunde und da ist der Begleiter im Rollstuhl natürlich wesentlich günstiger, nur wo bleibt hier die Ethik?

Weitere Informationen:
Disney World: Vordrängeldienst mit Behinderten
Behinderte mieten, um nicht anstehen zu müssen