Promis sagen… René Oltmanns

René OltmannsIn unserer Serie „Promis sagen…“ lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Behinderung“ mitteilen möchten.

Diesmal berichtet uns der Schauspieler René Oltmanns, seit 2007 Darsteller in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“. Er spielt in der Serie den Sommelier Simon Konopka.

Hier der Beitrag von René Oltmanns:

Meine Erfahrung mit Behinderten habe ich hauptsächlich in meinem Zivildienst gesammelt. Und ich für meinen Teil kann nur sagen, dass bei Behinderten niemals die Behinderung im Vordergrund stehen sollte, sondern der Mensch, der eben zufällig eine Behinderung hat. Ein Mensch, den man mag oder nicht, der Humor hat, den man teilt oder nicht. Eine Behinderung sollte nicht vergessen werden, aber nie über dem Charakter des Menschen stehen. Deswegen kann ich im Interesse aller nur sagen, gehen wir mit behinderten Menschen so um, wie wir es von anderen Menschen auch erwarten: ganz menschlich eben! Ganz „normal“!!!

Herzliche Grüße
René Oltmanns

www.reneoltmanns.de

Wir bedanken uns herzlich bei René Oltmanns für seinen für 4hc verfassten Beitrag.

 


Gestern standen wir noch vor dem Abgrund, heute sind wir schon einen Schritt weiter?

Das Team, zu dem ich gehöre, ist täglich konfrontiert mit Krankheit, Verzweiflung, Frustration, Abschied, Sterben. Als Klinikmitarbeiter spürt man dazu die Auswirkung leerer Kassen, DRGs („Fallpauschalen“), Personalnot, schlechter Bezahlung direkt und ungefiltert. Selten vergeht ein Tag, an dem ich als Sozialarbeiterin nicht gegenüber Patienten und Angehörigen rechtfertigen muss, dass der Entlasstermin bald naht und Lösungen gefunden werden müssen. JETZT.

Täglich muss ich vor den Betroffenen ein System verteidigen, welches Pflegefälle quasi produziert, weil den alten Menschen im Schnitt einfach zu wenig Zeit zur Erholung und Rehabilitation nach Knochenbrüchen und Schlaganfällen etc. gewährt wird. Und wenn derjenige eben nicht innerhalb seiner ihm zugedachten DRG-Zeit halbwegs fit ist, dann heisst das häufig Pflegeantrag stellen und Kurzzeitpflege suchen. Zeit gewinnen. Zeit, in der dann nichts mehr vorangeht, weil der Hausarzt nur noch 6 mal Krankengymnastik aufschreibt.

Dabei werden hier nur Kosten „verschoben“. Die Krankenkasse ist mit ihrer Pauschale fein raus, die Pflegekasse muss ran.  Der Sinn dieser Umschichtung erschliesst sich mir auch nach fast 5 Jahren in der Klinik nicht.

Und trotzdem! Trotzdem geh ich jeden Tag wieder gerne zu „meinen“ Oldies. Zu einem Team von Mitarbeitern, die genau wie ich den Humor nicht verlieren und versuchen, das Beste für jeden Patienten aus seiner Situation herauszuholen, sie motivieren, nicht aufzugeben.

Mir ist dabei vollkommen klar, dass die Kostenträger im Grunde mit diesem hohen Einsatz der Mitarbeiter kalkulieren.

Und ich als kleines Rädchen im Getriebe, ich spiele das unfaire Spiel mit. Oft frage ich mich, ob das richtig so ist, ob wir nicht alle das fragile System zum Zusammenbruch bringen müssten, damit von Oben her endlich gehandelt wird und die Bedingungen für Patienten und Mitarbeiter verbessert werden.

Rette sich, wer kann? Sind wir eigentlich noch zu retten?


Promis sagen… Peter Günther

Peter GüntherIn unserer Serie „Promis sagen…“ lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Behinderung“ mitteilen möchten.

 

Über seine Erfahrungen im Zivildienst berichtet uns der Schauspieler Peter Günther, in der Vergangenheit zu sehen unter anderem in den Serien „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Der Landarzt“. Dieses Jahr spielte er in der Sat.1-Telenovela „Anna und die Liebe“ den Sommelier Georg Sander.

Hier der Beitrag von Peter Günther:

Während meines Zivildienstes habe ich mich zum ersten Mal intensiv mit Menschen mit Behinderungen beschäftigt. Ich durfte zehn Monate in einem Wohnprojekt arbeiten, in dem vor allem Menschen mit kognitiven und körperlichen Behinderungen betreut werden.

Vor meinem ersten Tag als „Zivi“ war ich sehr verunsichert. Ich malte mir aus, was mich erwarten könnte. Würden mich die Menschen akzeptieren? Wie gehen sie selbst mit ihren Behinderungen um? Und vor allem: Wie soll ich damit umgehen?
(mehr …)


Ambulant vor stationär – Ein schlechter Witz

HausEin Arbeitnehmer hat nach der neuen Pflegereform das Recht, sich in einer akuten Notsituation eines Angehörigen bis 10 Tage freistellen zu lassen, um eine adäquate Versorgung zu organisieren. Bei Betrieben ab 15 Mitarbeitern kann man sich einmalig für eine Pflegezeit von bis zu 6 Monaten freistellen lassen, um einen nahen Angehörigen mit mindestens Pflegestufe 1 im häuslichen Bereich zu pflegen.

Hört sich ja erstmal gut an!

In kleineren Betrieben darf der Chef diese Freistellung ablehnen. Das ist der erste Haken. Und es wird noch „hakeliger“: Egal wie,  in diesen Zeiten hat man keinerlei Anspruch auf Lohnfortzahlung. Die einzige Leistung, die man erhält, sind die Rentenversicherungsbeiträge und den Betrag für häusliche Pflege, die von der Pflegekasse des zu Pflegenden übernommen werden.

paragraphenzeichenSeit einem Jahr ist dieses Gesetz in Kraft, und ich habe bisher in meiner Arbeit in der Klinik keinen einzigen Angehörigen kennengelernt, der es sich hätte leisten können, diese Pflegezeit in Anspruch zu nehmen.
Dabei wäre die Bereitschaft durchaus vorhanden – aber den meisten ist es finanziell nicht vergönnt, sich mal eben 6 Monate aus der Erwerbstätigkeit zu verabschieden. Wenn hier keine Lösung gefunden wird, eine finanzielle Vergütung à la Erziehungsgeld zu erhalten, kann man diesen Teil der Pflegereform getrost in die  Tonne kloppen.

Auch der gesetzliche verankerte Grundsatz „ambulant vor stationär“ wird damit zum wiederholten  Mal mit Füssen getreten. Dies erkennt man auch daran, dass nach wie vor  Pflege durch Angehörige mit einem Taschengeld (Pflegestufe1 = 205 € im Monat) abgespeist wird, ein ambulanter immerhin mit der doppelten Leistung entlohnt wird und ein Pflegeheim mit 1023€ bezuschusst wird.

Ich denke, es könnten sehr viel mehr Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden, wenn gleiche Leistung auch gleich bezahlt würde! Hier geht es ja nicht nur um eine annähernde faire Entlohnung der Pflegenden, sondern auch um die Möglichkeit, sich regelmäßig Entlastung „leisten“ zu können.Smilie *hmmpf


Promis sagen… Michael Tietz

Michael TietzIn unserer Serie “Promis sagen…” lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema “Behinderung” mitteilen möchten.

Michael Tietz spielte dieses Jahr in der ARD-Daily Soap “Verbotene Liebe” den Fürsten Wilhelm von Waldensteyck, Vater der Prinzessin Luise.

Herr Tietz wollte uns gerne von seiner Tätigkeit im Berliner Puppentheater-Museum erzählen. Wir fanden das so ungewöhnlich und spannend, dass wir ihm gleich noch einige Fragen dazu gestellt haben. Hier ist unser kleines Interview:

Michael Tietz: In meiner freien Zeit mache ich spielerische Führungen im Puppentheater-Museum Berlin, in Neukölln. Für Kinder ab 4 Jahren, nach oben ist keine Grenze gesetzt. In kleinen Gruppen finden diese Führungen für geistig und körperlich behinderte Kinder und Erwachsene statt. (mehr …)


Ja, lohnt sich das denn überhaupt noch?

fragezeichenDiese Frage wurde mir von einem Pflegekassensachbearbeiter gestellt, als ich für eine Frau in den 60ern, die unheilbar an Krebs erkrankt war, eine Pflegestufe und vor allem ein Pflegebett beantragt habe.
Ich bin ja sonst nicht aufs Maul gefallen, aber da blieb mir doch erst mal die Spucke weg.

Die Patienten war alleinlebend, hatte keine Kinder. Aber sie hatte eine sehr patente Freundin und Nachbarin, die den Weg mit ihr  gehen wollte. Sie wollte ihr nicht nur das Sterben zu Hause ermöglichen, sondern ihr auch helfen, die verbliebene Zeit erfüllt nutzen zu können.

„Ja, lohnt sich das denn überhaupt noch?“

Selten hat ein mir unbekannter Mensch eine solche Wut in mir ausgelöst. Nachdem ich nach Luft geschnappt hatte und ihn gefragt habe, ob dies sein Ernst sei, antwortete der Sachbearbeiter mir: „Ja, kann sie denn nicht bei Euch (im Krankenhaus) sterben? Am Ende haben wir das Pflegebett geliefert und können es am nächsten Tag wieder abholen.“

Nachdem ich ihn gefragt habe, ob ich diese Aussage nun als Ablehnung werten dürfe und die Begründung gerne schriftlich hätte, hatte ich 10 Min. später die Bewilligung des Bettes per Fax auf dem Schreibtisch. Na also! Geht ja doch. 

Die Patienten war übrigens noch volle 4 Monate zu Hause und ist dann dort umsorgt von der Freundin und einem Pflegedienst gestorben.

Zurück zur Ausgangsfrage: „Ja, lohnt sich das denn überhaupt noch?“ Ab wann fängt es denn an, sich zu lohnen?Smilie *hmmpf


Promis sagen… Stefan Bockelmann

Stefan BockelmannIn unserer Serie “Promis sagen…” lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema “Behinderung” mitteilen möchten.

Mit Stefan Bockelmann berichtet diesmal ein langjähriger Darsteller aus der RTL-Daily Soap “Unter Uns” über seine Erfahrungen und seinen Einsatz für Kinder mit Behinderung. Er spielt in der Serie den Malte Winter, Mitbesitzer der „Schiller“-Kneipe sowie der Pension Maybach.

Hier unsere Fragen…

Haben Sie bei Ihrer Arbeit oder auch im Privatleben persönlich Erfahrung mit Behinderung oder behinderten Menschen gemacht?
Setzen Sie sich für soziale Projekte ein, vielleicht sogar im Bereich Behindertenförderung?

Stefan Bockelmann: Ich bin seit 2003 Botschafter der Soonwaldstiftung – Hilfe für Kinder in Not. Mein Bereich ist die Hilfe für krebskranke Kinder, Schwerpunkt Leukämie.

Ich selber bin Vater 2er gesunder Kinder und ich danke Gott sehr dafür. Ein Grund mehr, sich als „prominentes Gesicht der Öffentlichkeit“ für hilfsbedürftige Kinder einzusetzen.

(mehr …)


Gesichtet

LupeIn dieser Rubrik stellen wir interessante Bücher, Filme, Veranstaltungen und Ereignisse vor – also Einblicke in die bunte Welt der Medien. Wenn wir auf etwas stoßen von dem wir meinen, dass es einer Erwähnung oder Besprechung wert ist, tun wir dies hier. Im Vordergrund stehen dabei aktuelle Themen, aber auch Rückblicke und Wiederentdeckungen werden hier Platz finden.


Katjas alltäglicher Wahnsinn

HausUnter dem Motto »Der alltägliche Wahnsinn« entsteht hier eine Rubrik, die über Anektoden,  Problemchen im und ums Krankenhaus, der Pflegeversicherung, von Patientenverfügungen, ……… erzählt, die im Berufsalltag einer Sozialpädagogin lauern können und einem die Arbeit nicht immer leicht machen. Lasst euch überraschen!!


Promis sagen… Alexander Granzow

Alexander GranzowIn unserer Serie „Promis sagen…“ lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Behinderung“ mitteilen möchten.

Einen eigenen Beitrag als Reaktion auf unsere Fragen zur Verfügung gestellt hat uns Alexander Granzow, bekannt als Darsteller aus der ZDF-Telenovela „Alisa – Folge deinem Herzen“. Er spielt dort den Lars Lenz, bei dem plötzlich eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird.

Hier der Beitrag von Alexander Granzow:

Liebe Leser, liebes 4HC-Team,

ich freue mich sehr, dass ich zu dem Thema Behinderungen etwas beitragen darf.

Ich kann sagen, dass ich bei der Arbeit sehr viele Erfahrungen mit behinderten Menschen gemacht habe. In der Schulzeit hat man sich mal lustig darüber gemacht und einfach nur doof geguckt, aber seitdem ich ein paar „Behinderte“ kennengelernt habe, schätze ich es sehr wie sie jegliche Dinge im Alltag meistern und mit den verschiedenen Behinderungen umgehen. Wenn ich heutzutage behinderten Menschen begegne, versuche ich weitgehend zu helfen z.B in öffentl. Verkehrsmitteln, etc. … Ich sehe den Umgang mit Behinderungen – Einschränkungen – als völlig normal an.

(mehr …)