Mein Krebs (Teil 8)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Aufbruch in ein neues Leben

Ich gehe zum ersten Mal nach langer Zeit joggen. Unglaublich, wie schnell ich meine körperliche Belastbarkeit und Kondition aufbauen kann. So gebe ich mir das Gefühl, alles wieder im Griff zu haben. So bin ich. Das ist meine Überlebensstrategie.

Meine Kopfhaare wachsen. Sie sind dunkler geworden. Ein Stück Normalität kehrt zurück. Obwohl die Haare noch sehr kurz sind, ist es wie ein Wunder, wieder Haargel benutzen zu können. Wenn ich in den Spiegel schaue, habe ich mich verändert. Vieles hat sich für mich verändert. Ich bin ein anderer Mensch als vor sieben Monaten. (mehr …)


Promis sagen… Ivonne Polizzano

 

 

Ivonne PolizzanoIn unserer Serie „Promis sagen…“ lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Behinderung“ mitteilen möchten.

Mit Ivonne Polizzano berichtet hier eine Darstellerin aus der ARD-Vorabendserie „Marienhof“ über ihre Erfahrungen und ihren Einsatz für Menschen mit Behinderung. Sie spielt in der Serie die ‚Netty‘ Töppers aus dem Schönheitssalon.

Hier der Beitrag von Ivonne Polizzano:

Liebes 4hc-Team, liebe Leser,

ich fühle mich sehr geehrt, etwas zu Ihrer innovativen, informativen und hilfreichen Seite beitragen zu dürfen und hoffe, dass ich dafür überhaupt qualifiziert bin.
Vielleicht erzähle ich einfach über meine persönlichen Erfahrungen mit behinderten Menschen.

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Mein Krebs (Teil 7)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Abschied vom Krankenhaus

Ein Todesfall auf der Station und ein Zeitungsartikel über Leukämie bringen mich wieder auf die Gedanken an einen Rückfall. Die schwelende Angst vor der Rückkehr der Leukämie sitzt mir doch immerwährend im Nacken. Statistisch betrachtet erleiden derzeit etwa 70 Prozent der Patienten meines Leukämieprofils einen Rückfall. Natürlich gehe ich davon aus, zu den 30 Prozent der für immer Geheilten zu gehören. Ich versuche einfach, meinen guten Zustand Tag für Tag fortzuschreiben. Nur so ist die Wirklichkeit der Leukämie für mich derzeit tragbar. Der Mensch gewöhnt sich an alles. Auch an 30 Prozent.

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Promis sagen… Christian Fischer

Christian FischerIn unserer Serie „Promis sagen…“ lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Behinderung“ mitteilen möchten.

Einen ausführlichen Beitrag als Reaktion auf unsere Fragen zur Verfügung gestellt hat uns Christian Fischer, bekannt als Darsteller aus der ZDF-Telenovela „Alisa – Folge deinem Herzen“. Er spielt dort den Chauffeur und Ex-Fremdenlegionär Horst Spilker.

Hier der Beitrag von Christian Fischer:

Demut, obwohl ein verfemtes Wort, ist eigentlich das Erste, was man als Schauspieler lernt. Die Kostbarkeit und Verletzlichkeit des eigenen Ichs wird einem während der Ausbildung ganz schnell begreifbar gemacht und begleitet, mich zumindest, seitdem mein ganzes Leben lang. „Behindert“ oder „eingeschränkt“ zu sein ist für jeden Menschen eine Herausforderung und will gemeistert sein, das gilt für jeden, ohne Ausnahme. Der Grad der „Unversehrtheit“ allerdings ist ein sehr entscheidendes Kriterium und da beginnt die wahre Empathie. (mehr …)


Promis sagen… Giovanni Arvaneh

Giovanni ArvanehIn unserer Serie „Promis sagen…“ lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Behinderung“ mitteilen möchten.

Als erster auf unsere Fragen geantwortet hat uns Giovanni Arvaneh, bekannt als langjähriger Darsteller aus der ARD-Vorabendserie „Marienhof“. Er spielt dort den Gemüseladenbetreiber Sülo Özgentürk.

Hier unsere Fragen…

Haben Sie bei Ihrer Arbeit oder auch im Privatleben persönlich Erfahrung mit Behinderung oder behinderten Menschen gemacht? Hat dies Ihre innere Haltung zu diesem Thema beeinflusst oder gar zu einer neuen Lebensauffassung geführt?

GA: Erwin Aljukic, den Sie sicher aus unserer Serie kennen, ist behindert. Weiter habe ich auch im Theater mit behinderten Kollegen gespielt.
Meine Lebenshaltung war immer schon sehr positiv zu behinderten Menschen eingestellt. Für mich stellt sich die Zusammenarbeit mit behinderten – und nichtbehinderten – Menschen als völlig normal dar. Für mich ist der Umgang mit Behinderten völlig normal.

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Mein Krebs (Teil 6)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Die dritte Chemo

Für den dritten Chemoblock bin ich nur wenige Tage im Krankenhaus, doch schon verliere ich wieder das Gefühl für Zeit. Die genaue Uhrzeit, der Wochentag, das Datum sind mir egal und verschwimmen während der Routine in dieser eigenen Krankenhauswelt.

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Mein Krebs (Teil 5)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Weiterer Verlauf und Ende der zweiten Chemo

Mein Leben wurde durch die Diagnose auf den Kopf gestellt und meine Lebensauffassungen gewichten sich um – das ist wahr. Ich habe während der Behandlung das Gefühl, etwas nachholen zu können und nichts zu versäumen. Ich kann mich zurücklehnen, entspannen, besinnen, nachdenken, mich in mir umschauen, zu mir selbst kommen. Wann hat man dazu schon Zeit? Um diese Möglichkeit beneidet mich wegen der Leukämie sicher niemand, keine Frage, aber da ich diese Krankheit nun einmal habe, versuche ich sie als Chance zu nutzen. So lange Fingernägel wie jetzt hatte ich noch nie. Der Preis für diese Ruhe ist hoch.

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Querschnittlähmung und Grippe

Das mit der Grippe oder Influenza wird immer schlimmer. Wenn ich mir überlege, so vor zehn, fünfzehn Jahren; ich hatte fast nie eine Grippe. Mittlerweile schlägt es mich fast alle halbe Jahr einmal nieder. Pandemie-Warnungen: Schweinegrippe!!! Was mag da noch alles kommen?

Macht Impfen Sinn, oder hofft man das der Kelch an einem vorüber geht? Ich denke bei der Schweinegrippe werd ich´s wohl machen, aber bei der jährlichen Impfung gegen die normale Influenza besteht auch die Gefahr, dass durch diese erst eine ausgelöst wird oder der Stamm nicht dabei ist.

Auf jeden Fall hat es mich diese Woche mal wieder richtig erwischt, zum Glück nicht die schweinische. Es knockt einen so gnadenlos für drei bis fünf Tage aus dem Leben. Bitte nicht bewegen!! Bitte nicht ansprechen!!! Und wenn sich das Ganze dann noch in den  Nasennebenhöhlen und auf den Bronchien niederlässt, dann wird es so richtig schön.

Mit der richtigen Querschnittlähmung bekommt man noch ein nettes Päckchen oben drauf. Kurze Definition: An der Wirbelsäule des Menschen treten an jedem Wirbel Nerven aus, die in dieser Region unter anderem die Muskeln mit Bewegungsimpulsen versorgen. Grob könnte man sagen, ab der Höhe des Wirbelbruchs ist die Versorgung darunter weg.

Das heißt, ca. unterhalb des 5. Brustwirbels setzen die Bauchmuskeln ein und wer höher gelähmt, kann diese nicht mehr aktiv einsetzen. – Für die eitlen Männer unter uns; aus ist es mit dem „Sixpäck“, aber auch mit dem Husten und Schnauben bei einer Grippe und dies macht sie noch unatraktiver.

Ich lebe mittlerweile wieder und das komische ist, ich überlege mir hinterher immer wieder aufs Neue: Lässt du dich nächstes Jahr impfen? – In Erinnerung kommt es erst wieder, wenn es wieder so weit ist.

Ein Teufelskreis oder Murphys Gesetz?Smilie *hmmpf


Mein Krebs (Teil 4)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Beginn der zweiten Chemo

Die Dosis der zweiten Chemotherapie ist weit höher als die der ersten. Meine Konzentration und Wachheit zerfließen wenige Minuten nach der ersten Infusion wieder. Dieses Gefühl, von vorne beginnen zu müssen, überfordert mich. Trotzdem bin ich ruhig und reduziere mich stur und hoffnungsvoll auf den Willen weiterzumachen.

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Mein Krebs (Teil 3)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Weiterer Verlauf und Ende der ersten Chemo

Die Ärzte sind zufrieden. Weiter so, Schritt für Schritt. Das Krankenhaus und der Umgang mit meiner Erkrankung werden zu meinem neuen Alltag. Diagnose Krebs, aber es geht doch weiter. Ich gewöhne mich an die neuen Umstände. Das bewahrt mich vor dem Blick auf den übergroßen Zusammenhang, an dem ich zerbrechen könnte. Unangenehmes – wie die nächste Knochenmarkspunktion – in naher Zukunft oder unmittelbarer Vergangenheit berührt mich nur leicht. Für mich zählt nur das gegenwärtige Detail. Zumindest rede ich mir das ein.

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