Akuter Notfall ……. aber wohin?

Vor kurzem hatte ich einen urologischen Notfall und wie soll es anders sein, natürlich mitten in der Nacht. Es gab die Auswahl den ärztlichen Notdienst anzurufen, welcher aber auf Grund des hohen Aufkommens ein paar Stunden brauchen würde oder über die 112 den Notarzt, der dann schnell da wäre.

Wegen der körperlichen Umstände entschied ich mich den Notarzt zu rufen und innerhalb kürzester Zeit standen zwei Sanitäter mit einer Bahre in meinem Schlafzimmer und teilten mit das der Arzt gleich kommen würde. Dieser traf dann auch kurze Zeit später mit einem weiteren Sanitäter ein und es standen nunmehr vier Leute in meinem Schlafzimmer.

Im Gespräch mit dem Notarzt merkte man, dass er eigentlich nichts mit mir anzufangen wusste und wollte mir Valium zur Beruhigung verschreiben und wieder gehen, doch nach Erzählung eigener Erfahrungswerte einigte man sich, mich in ein örtliches Krankenhaus mit urologischer Anbindung zu fahren.

Also ab in den Krankenwagen und ab in die Ambulanz. Dort verfrachtete man mich in einen Behandlungsraum und sagte das der Arzt gleich kommen würde. Knappe 30 Minuten später erschien er dann auch und ich erklärte im die Symptome. Da sagte er mir ganz offen, dass er nichts mit mir anfangen könne, er ist Chirurg und ein Urologe käme erst am nächsten Tag um 11 Uhr. Man verschrieb mir ein Antibiotikum und fuhr mich wieder zurück.

Anfangs ging es mir besser, nur dann verschlechterte sich der Zustand wieder und ich fuhr privat in eine Spezialklinik von Düsseldorf nach Mönchengladbach von der ich wußte; da wird dir geholfen und die Wissen auch mit meiner Behinderung umzugehen. Die Genesung kam dann schnell und ich durfte dann auch bald wieder nach Hause.

Ich möchte den Ärzten auf keinen Fall einen Vorwurf machen, sie können nicht alles wissen, nur für Menschen mit Behinderung ist es schwer eine auf sie spezialisierte Klinik zu finden und wenn muss die Anreise meist selbst organisiert werden, da die Krankenkassen nur die Anfahrt in das nächstgelegene Krankenhaus, je nach Symptomen, übernimmt.

Wer im Raum Mönchengladbach wohnt, dem kann ich das Zentrum für Kontinenz und Neuro-Urologie in den Kliniken Maria Hilf nur empfehlen.

Wenn ihr gute Kliniken für bestimmte Behinderungen kennt, würde ich mich freuen, wenn ihr diese mit euren Erfahrungen als Kommentar hinterlegt, dass könnte sicher anderen Betroffenen helfen in die richtigen Hände zu kommen.


Mein Krebs (Teil 8)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Aufbruch in ein neues Leben

Ich gehe zum ersten Mal nach langer Zeit joggen. Unglaublich, wie schnell ich meine körperliche Belastbarkeit und Kondition aufbauen kann. So gebe ich mir das Gefühl, alles wieder im Griff zu haben. So bin ich. Das ist meine Überlebensstrategie.

Meine Kopfhaare wachsen. Sie sind dunkler geworden. Ein Stück Normalität kehrt zurück. Obwohl die Haare noch sehr kurz sind, ist es wie ein Wunder, wieder Haargel benutzen zu können. Wenn ich in den Spiegel schaue, habe ich mich verändert. Vieles hat sich für mich verändert. Ich bin ein anderer Mensch als vor sieben Monaten. (mehr …)


Mein Krebs (Teil 7)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Abschied vom Krankenhaus

Ein Todesfall auf der Station und ein Zeitungsartikel über Leukämie bringen mich wieder auf die Gedanken an einen Rückfall. Die schwelende Angst vor der Rückkehr der Leukämie sitzt mir doch immerwährend im Nacken. Statistisch betrachtet erleiden derzeit etwa 70 Prozent der Patienten meines Leukämieprofils einen Rückfall. Natürlich gehe ich davon aus, zu den 30 Prozent der für immer Geheilten zu gehören. Ich versuche einfach, meinen guten Zustand Tag für Tag fortzuschreiben. Nur so ist die Wirklichkeit der Leukämie für mich derzeit tragbar. Der Mensch gewöhnt sich an alles. Auch an 30 Prozent.

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Mein Krebs (Teil 6)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Die dritte Chemo

Für den dritten Chemoblock bin ich nur wenige Tage im Krankenhaus, doch schon verliere ich wieder das Gefühl für Zeit. Die genaue Uhrzeit, der Wochentag, das Datum sind mir egal und verschwimmen während der Routine in dieser eigenen Krankenhauswelt.

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Mein Krebs (Teil 5)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Weiterer Verlauf und Ende der zweiten Chemo

Mein Leben wurde durch die Diagnose auf den Kopf gestellt und meine Lebensauffassungen gewichten sich um – das ist wahr. Ich habe während der Behandlung das Gefühl, etwas nachholen zu können und nichts zu versäumen. Ich kann mich zurücklehnen, entspannen, besinnen, nachdenken, mich in mir umschauen, zu mir selbst kommen. Wann hat man dazu schon Zeit? Um diese Möglichkeit beneidet mich wegen der Leukämie sicher niemand, keine Frage, aber da ich diese Krankheit nun einmal habe, versuche ich sie als Chance zu nutzen. So lange Fingernägel wie jetzt hatte ich noch nie. Der Preis für diese Ruhe ist hoch.

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Mein Krebs (Teil 4)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Beginn der zweiten Chemo

Die Dosis der zweiten Chemotherapie ist weit höher als die der ersten. Meine Konzentration und Wachheit zerfließen wenige Minuten nach der ersten Infusion wieder. Dieses Gefühl, von vorne beginnen zu müssen, überfordert mich. Trotzdem bin ich ruhig und reduziere mich stur und hoffnungsvoll auf den Willen weiterzumachen.

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Mein Krebs (Teil 3)

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Weiterer Verlauf und Ende der ersten Chemo

Die Ärzte sind zufrieden. Weiter so, Schritt für Schritt. Das Krankenhaus und der Umgang mit meiner Erkrankung werden zu meinem neuen Alltag. Diagnose Krebs, aber es geht doch weiter. Ich gewöhne mich an die neuen Umstände. Das bewahrt mich vor dem Blick auf den übergroßen Zusammenhang, an dem ich zerbrechen könnte. Unangenehmes – wie die nächste Knochenmarkspunktion – in naher Zukunft oder unmittelbarer Vergangenheit berührt mich nur leicht. Für mich zählt nur das gegenwärtige Detail. Zumindest rede ich mir das ein.

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Mein Krebs (Teil 2)

Nikolai von Wurzbach

Nikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Beginn der Therapie

Der Einstieg in die neue Welt verläuft schnörkellos. Ich werde voruntersucht, für die Krankenhausverwaltung und die Versicherung katalogisiert, auf die dringliche Behandlung vorbereitet, informiert und eingewiesen. Zügig, zügig, denn „es ist fünf vor zwölf, Herr v. Wurzbach.“ Die Walze rollt. Sie überrollt mich hoffentlich nicht. Zu viel! Kleiner Junge an Gott, wir haben ein Problem.

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Mein Krebs (Teil 1)

Nikolai von Wurzbach

Nikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose „Leukämie“ wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Diagnose: Leukämie

Die Ärzte haben mir mit schweren Mienen die Diagnose mitgeteilt. Sie bestätigen meine dunkelste Vermutung: ich habe Leukämie. Blutkrebs. Krebs frisst meinen Körper auf. Aber ich bin doch so jung, erst 24. Trotzdem ist mein Weiterleben auf einmal in Frage gestellt. Ich bin in Frage gestellt. Vielleicht gibt es mich in einigen Monaten, Wochen oder nur noch Tagen nicht mehr. Mir wird schlecht. Mir ist kalt. Ich zittere vor Angst. Die Nachricht trifft mich hart und gründlich. Durch meinen Kopf wirbelt ein finsteres Gedankengebräu. Ich breche zusammen. Kein Halt mehr. Unwiderruflich krebskrank. Ende. Was soll ich jetzt machen?

Noch vor einer Woche bewegte ich mich in scheinbar geordneten Bahnen. So marschierte ich im Rahmen vermeintlich solider Karriereplanung von der Schule schnurstracks zum Wehrdienst, dann zur Ausbildung und anschließend zum Studium. Links, zwo, drei, vier. Diese Wirklichkeit ist jetzt kurzerhand ausgehebelt worden und zählt nicht mehr. Ich frage mich, ob das jemals wirklich war, und schaue zurück auf ein anderes Leben. Jetzt habe ich Leukämie. Leu-kä-mie. Drei Silben, mit denen ich nie etwas zu tun haben wollte.

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Leben mit Handicap

Rollstuhl»Leben mit Handicap«: In dieser Rubrik lassen wir Menschen zu Wort kommen, die über sich selbst berichten möchten. Wie ist es wirklich, mit einer Behinderung oder schweren Krankheit leben zu müssen; wie geht man als Betroffene/r damit um? Und lässt sich trotz aller Einschränkungen noch ein erfülltes Leben verwirklichen?

Dies und anderes teilen uns hier Menschen mit, die selbst von einem Handicap betroffen sind.