Reisen mit Behinderung

Rund 1 Milliarde Deutsche fliegen jährlich in den Urlaub. Ein Großteil ohne Bedenken und ohne Einschränkungen. Doch wie viele davon stehen vor besonderen Herausforderung? Die Zahl der reisenden Menschen mit Behinderung ist unbekannt. Schaut man sich eine Reise mit Handicap genauer an, zeigt sich, dass viel zu beachten ist:

Barrierefrei Reisen
Nach der ersten Entscheidung des Urlaubsziels, muss eine Unterkunft ausgesucht werden. Online eine schwierige Angelegenheit, da oft nur versteckt Auskünfte gegeben werden. Die verkaufte und tatsächliche Barrierefreiheit ist ein schweres Problem, dass sich nur mittels Erfahrungsberichten oder direkter Nachfrage lösen lässt.
Sind Ort und Unterkunft ausgewählt, muss entschieden werden, auf welche Art und Weise das Ziel barrierefrei erreicht wird. Kleine Strecken können meist gut mit dem eigenen Fahrzeug, das auf die Bedürfnisse angepasst ist, gefahren werden. Steht ein solches nicht zur Verfügung, gibt es viele Unternehmen auf dem Markt, die einen Transportservice für Menschen mit Handicap anbieten. Fahren mehrere Personen, sind die Kosten dafür schnell gedeckt. Ein größere Herausforderung zeigt eine Reise mit dem Flugzeug.

Fliegen mit Handicap -Was ist zu beachten? Was darf mit?
Wenn ein Flug gebucht wurde, steht diesem zunächst nichts im Weg. Fluggesellschaften unterliegen der Beförderungspflicht für Menschen mit Behinderung und eingeschränkter Mobilität. (Quelle: Flugrecht) Das beinhaltet den Flug und die Abfertigung. In der Praxis bedeutet dies, dass zum Beispiel Rollstuhlfahrer auf dem Weg von der Flughafeneingangstür bis zum Sitzplatz begleitet und unterstützt werden. Das gleiche gilt natürlich auch für den Zielflughafen.

Ist ein Rollstuhl vorhanden, darf dieser kostenfrei mitgenommen werden. Für Kurz- und Mittelstreckenflügen ist jedoch zu beachten, dass ein Rollstuhl im Passagierraum nicht erlaubt ist. Aufstehen während des Fluges ist demnach nicht möglich. Bei elektrischen Rollstühlen muss der genutzte Akku im Voraus überprüft werden – nicht alle verwendeten Akkus sind auf Flugreisen noch erlaubt.

Ein Assistenzhund darf, unabhängig von seiner Größe, immer kostenfrei im Passagierraum mitreisen. Ein Nachweis über die Notwendigkeit des Hundes reicht aus.
Sind Medikamente oder andere Hilfsmittel mitzuführen, können diese getrennt vom Reisegepäck kostenlos und ohne Einschränkungen mitgenommen werden. Flüssigkeiten mit einer Menge von über 100ml können problemlos transportiert werden. Auch hier gilt, das ein entsprechender Nachweis vorgezeigt werden muss. Bei Passagieren mit Atemwegserkrankungen ist vorher zu klären, welche Druckflasche und Konzentration mitgeführt werden darf oder ob die Sauerstoffzufuhr des Flugzeuges ausreicht. Frühzeitige Absprache mit der Fluggesellschaft geht unerwünschten Problemen aus dem Weg.

In Hinsicht auf Implantate, Prothesen und Herzschrittmachern ist ebenfalls ein Nachweis sowie ein frühzeitiges Informieren des Sicherheitspersonals bei der Kontrolle notwendig. Hier kann schnell eine Prothese als verdächtiges Metall eingestuft werden. Besonders bei Herzschrittmachern ist die Empfindlichkeit der Elektronik nicht zu unterschätzen und ein Abtasten, statt des Metalldetektor zu empfehlen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man sich bei Antritt einer Reise früh genug informieren und mit der jeweiligen Fluggesellschaft in Kontakt treten muss. Sind entsprechende Nachweise vorhanden, spricht einer entspannten, barrierefreien Reise und damit einem wohl verdienten Urlaub nichts entgegen.

Checkliste: Fliegen mit Behinderung

  • Anmeldung bei Fluggesellschaft für Hilfeleistung
  • Überprüfung des Rollstuhl Akkus
  • Nachweis über Assistenzhund
  • Nachweis über Medikamente
  • Überprüfung Druckflasche und Konzentration bei Sauerstoffflaschen
  • Nachweis über Prothesen, Implantate oder Herzschrittmacher

Inklusion an Schulen

Inklusion, ein sehr abstraktes Wort, das eine wunderbare Vorstellung des Zusammenlebens zeigen kann. Im Allgemeinen stellt eine Inklusion eine Gesellschaft dar, in der jeder Mensch unabhängig von seinem Geschlecht, seinem Alter, seiner Herkunft, seiner Bildung und seiner Behinderung gleichberechtigt ist sowie ohne Einschränkungen sich integrieren kann. Es bedeutet Zugehörigkeit, Selbstbestimmung und Gemeinsamkeit – beinhaltet viele Möglichkeiten aber auch große Herausforderungen.

Aktuelle Situation

Besonders die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in einer inklusiven Schule ist regelmäßig ein Thema. Nach dem Schulrechtgesetz des Landes haben Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung ein Anrecht auf einen Platz in allgemeinen Schulen. Die Option einer Förderschule bleibt jedoch immer bestehen. Demnach haben Schüler mit Behinderung die Möglichkeit mit Hilfe eines Sonderpädagogen eine allgemeine Schule zu besuchen und die Chance zu haben, zum Beispiel das Abitur zu absolvieren. Im Schuljahr 2015/ 16 lag der Inklusionsanteil bei 39,1 % in NRW. ( Quelle: Land NRW) Doch was bedeutet dies in der Praxis? Ist die Umsetzung im Schulsystem gelungen?

Erfahrungen aus der Praxis einer inklusiven Schule

In der Nähe von Köln besuchen zwei Jungen mit Förderbedarf die 9. Klasse eines Gymnasiums. Tim ist Autist und Alex ist querschnittsgelähmt (Namen geändert). Tim ist ein lustiger Junge, der immer sagt, was er denkt und gerne von seinem Hobby Klettern erzählt. Er ist sich seiner Krankheit bewusst und über die Bedeutung sowie Auswirkungen auf andere. Ein Sonderpädagoge unterstützt ihn in seinem Schulalltag und begleitet ihn während der Unterrichtsstunden. Während Klausuren hat er die Möglichkeit in einem separatem Zimmer mit mehr Zeit und Ruhe die Aufgaben zu lösen.

Alex sitzt im Rollstuhl, ist jedoch geistig gesund und erheitert die Mitschüler mit seiner Lebensfreude. Schreiben und Sprechen fällt ihm schwer, sodass auch er durch einen Betreuer unterstützt wird. Dieser meldet sich für Alex und hilft ihm mit der Armstütze fürs Schreiben. Die Schule gestaltet sein Kursprogramm nach behindertengerechten Räumen, die breitere Türen haben oder mit dem Aufzug zu erreichen sind. Beide Jungen sind froh eine allgemeine Schule zu besuchen und sich ohne Einschränkung weiterentwickeln zu können. Sie sehen ihre Mitschüler als Vorbilder und meistern Aufgaben, die ihnen nicht zugetraut wurden.

Pro und Contra – Auswirkungen auf die Schulqualität und Lehrpläne

Dennoch ist die Herausforderung Inklusion, die der Schule, den Schülern und den Sonderpädagogen gegenüber steht, nicht zu unterschätzen. Tim, bedingt durch den Autismus, stört oft die anderen Schüler im Unterricht. Durch die Rollstuhl Situation von Alex, gab es für die anderen Schüler der 9. Klasse aufgrund der Raumbeschaffenheit eine geringere Auswahl an Kursen. Auch bedeuten die beiden Jungs eine Herausforderung für die Lehrer. In viele Schulen zeigt sich die Situation, dass diese meist nicht geschult sind und oft kein Verständnis für die Unruhe, die ein Autist schafft, haben. Doch an dieser Schule arbeiten Lehrer und Sonderpädagogen Hand in Hand zusammen und tauschen Ihre Erfahrungen aus. Auf diese Weise werden Lernmöglichkeiten geschaffen, die auf jeden Schüler am besten passen und das volle Potenzial der Schüler ermöglichen.

Inklusiver Unterricht ist und bleibt eine Herausforderung. Die Schulbehörde und die Lehrer müssen gemeinsam mit den Sonderpädagogen ein Konzept erarbeiten. Auf diese Weise können einheitliche Ziele gesetzt, Lernmöglichkeiten geschaffen und die Schüler gefördert werden. Jedem Kind, ob mit oder ohne Behinderung muss gerecht werden. Dann zeigen Sie schnell Erfolge und wachsen über sich hinaus. Auch für die anderen Schüler muss klar werden, dass es nicht besonderes ist, wenn jemand Autist ist oder im Rollstuhl sitzt. Die Schüler lernen mit der Behinderung umzugehen und toleranter zu sein. Ein Gewinn für alle Seiten.


Frohe Weihnachten und ein tolles Jahr 2016

4hc wünscht frohe Weihnachten und ein tolles Jahr 2016"

Alle Jahre wieder steht Weihnachten vor der Tür. Dieses Mal mit hoher Wahrscheinlichkeit grüne Weihnachten. Des einen Freud, des anderen Leid. Nehmen wir die Dinge also wie sie kommen und erfreuen uns an ihnen – mit oder ohne die weiße Pracht.

Das kommende Jahr 2016 steht schon in den Startlöchern. Ihr Lieben, 4hc wünscht frohe Weihnachten und ein tolles, glückliches und vor allem gesundes Jahr 2016. Macht wie immer das beste aus jedem Tag.


Dies ist ein Test-Eintrag

Ja, Teddy! Da staunen Sie, was? Hier ist ein Blog – und was für eines! Wenn Sie nach oben schauen, sehen Sie das Logo und den Banner. Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit der rechten Spalte zuwenden, sehen Sie eine Multi-Purposeleiste der ganz besonderen Art! Von Hand und mit jeder Menge Detailliebe geschneidert. Da staunen Sie, was?

Wir wünschen viel Vergnügen mit dem Blog.

Das KM2 >> Team

P.S.: Spontane Lobhudelei? Kein Problem.

Geschrieben am von Kai

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