Wohngemeinschaft für Behinderte

Ein Leben in einer Wohngemeinschaft – diesen Wunsch haben nicht nur viele Studenten, sondern auch Menschen mit Behinderung. Die Lebenssituation von Behinderten erfordert oft Rund-um-die-Uhr-Betreuung, sodass meist nur die Möglichkeit eines Pflegeheimes besteht. Mittlerweile gibt es jedoch viele Initiativen, die inklusive Wohngemeinschaften fördern und begleiten. Doch wie sehen die Rahmenbedingungen inklusiver Wohngruppen aus? In dieser Wohnform leben Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Die Bewohner erhalten die Möglichkeit eines Zusammenlebens und sind aufgefordert,  ihren Teil zur Wohngemeinschaft beizutragen. Ein Erfahrungsfeld entsteht und jeder lernt für seine persönliche Entwicklung. Sozialen Kompetenzen werden gefördert.

Das Konzept einer inklusiven WG
In der Hausgemeinschaft sollen maximal zehn Menschen wohnen, die gemeinsam entsprechend ihren Bedürfnissen und Ansprüchen gleichberechtigt ihr Zusammenleben organisieren und gestalten. Dabei ist vorausgesetzt, dass jeder einen verbindlichen Beitrag für die Hausgemeinschaft leistet. Niemand ist von den Pflichten befreit. Die Tagesablauf zeichnet sich durch entlohnte und unentlohnte Dienste aus. Die Entlohnten dienen den behinderten Bewohner. Sie werden durch eine persönliche Assistenz, hauptamtliche Kräfte oder den Bewohnern ohne Behinderung ausgeübt. Die Behinderten werden morgens geweckt, erhalten eine Nacht- sowie Wochenendwache und werden allgemein unterstützt. Die unentlohnten Diensten betreffen das Einkaufen, Kochen und Putzen für die Gemeinschaft. Diese werden vorher in Absprache mit allen Beteiligten verbindlich mittels eines Dienstplanes geplant. Die WG entscheidet gemeinsam.

Das Ziel ist, dass die Bewohner möglichst selbstbestimmt und selbstverantwortlich leben lernen. Ganz wie einer normalen Wohngruppe. Mittlerweile gibt es viele Projekte in denen sogar die Bewohner ohne Behinderung nur eine Warmmiete bezahlen müssen oder durch die entlohnten Dienste die Miete bezahlen. So kann zum Beispiel während des Studium viel Geld gespart und etwas gutes für Inklusion getan werden.

Es sollte mehr solcher Wohnformen bestehen. Menschen mit Behinderung sollte ein normaler Alltag ermöglicht werden und damit eine Alternative zum Pflegeheim sowie zum reinen betreuten Wohnen durch Eltern oder Fachkräfte. Aktion Mensch zeigt in ihren Projekten positive Erfahrungen. Natürlich steckt viel Arbeit und das Engagement eines Jeden in diesen, dennoch wird ein Mehrwert für alle Mitbewohner geschaffen – im Schwerpunkt die Selbstständigkeit und der soziale Austausch.

Kategorie: Allgemein

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