Der Schwerbehindertenausweis

In Deutschland hat jeder Zehnte eine schwere Behinderung. Bei einem Grad (GdB) von 50 gilt man als schwerbehindert und hat ein Anrecht auf den Schwerbehindertenausweis. Mit diesem gehen eine Vielzahl an Vorteilen, den sogenannten Nachteilsausgleichen einher. Doch wie beantragt man einen solchen Schwerbehindertenausweis und wie sehen die genauen Voraussetzungen aus?

Schwerbehindertenausweis beantragen
Der Ausweis wird bei der Kommunalverwaltung oder beim Versorgungsamt beantragt. Im Bürgeramt werden die Kontaktdaten ausgegeben. Mithilfe eines entsprechenden Antragsformulares und Nachweises bezüglich des Grad der Behinderung, wird ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt. Dieser setzt sich aus einem oder mehreren Merkzeichen zusammen. Sind es mehrere, so müssen sie jeweils einen GdB von 10 betragen. Dann werden sie jedoch nicht addiert, sondern ihre Auswirkungen gegeneinander und untereinander bemessen. Das Antragsformular ist bei vielen Bundesländern auch online zu erhalten. Der Ausweis ist kostenlos und wird im Scheckkartenformat ausgegeben. Neben dem GdB, gibt der Ausweis Auskunft über die Art der Behinderung mittels Merkzeichen.

Merkzeichen

  • G: Beeinträchtigung der Bewegungsunfähigkeit
  • aG: Außergewöhnliche Gehbehinderung
  • H: Hilflosigkeit
  • Bl: Blindheit
  • TBl: Taubblindheit
  • B: Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson
  • EB: Entschädigungsberechtigt
  • VB: Versorgungsberechtigt

 

Der Schwerbehindertenausweis ist bis zu fünf Jahre gültig. In Ausnahmefälle wird keine Befristung festgelegt. Je nach Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustand wird der GdB und die jeweiligen Merkzeichen angepasst. Der Ausweis kann zweimal ohne Formalitäten verlängert werden, danach muss ein neues Gutachten eines Arztes erbracht werden. Der Ausweisinhaber sollte drei Monate vor Ablauf sich um die Verlängerung kümmern.

Nachteilsausgleiche bei Schwerbehinderung
Die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises liegt bei jedem selbst. Schwerbehinderte können frei entscheiden, ob sie einen Ausweis und damit Nachteilsausgleiche erhalten möchten. Sie beinhalten Vergünstigungen oder auch kostenfreie Leistungen in folgenden Bereiche:

  • Altersrente
  • besonderer Kündigungsschutz
  • Zusatzurlaub
  • Bausparverträge
  • Blindensendungen
  • Ermäßigungen
  • Kindergeld
  • Kriegsopferfürsorge
  • Rundfunk-Beitrag
  • Sozialhilfe
  • Studium
  • Telefon

 

Behindertenparkplätze dürfen nicht mit dem Schwerbehindertenausweis genutzt werden. Dafür muss ein extra Parkausweis beantragt werden. Auch muss ein spezielles Ticket für freie oder vergünstigte Fahrten mit Bus und Bahn bei der Kommunalverwaltung oder dem Versorgungsamt angefragt werden. Ermäßigungen in Freizeiteinrichtungen oder kulturellen Institutionen, liegen im Ermessen des Betreibers und sind gesetzlich nicht vorgeschrieben. Eine Vielzahl bietet dies jedoch für Schwerbehinderte an.
Bei der Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)  sind weitere Informationen über Anforderungen und Nachteilsausgleiche zu finden.

Kategorie: Allgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.