Arbeiten mit Menschen mit Behinderung

Rund 8 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Behinderung. Davon 4 Millionen im erwerbsfähigen Alter. Doch leider haben nicht alle einen Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung liegt bei ca. 15 % und ist damit fast doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Handicap. (Quelle: Aktion Mensch) Das Sozialgesetzbuch schreibt, abhängig von der Unternehmensgröße, einen gewissen Prozentsatz an Arbeitskräften mit Behinderung vor. Ist das Einstellen eines behinderten Menschen folglich nur eine Pflicht oder eine Art Sozialprojekt? Viele Unternehmen empfinden diese Kräfte nur als Einschränkung in ihrer Arbeit. Doch das ist der falsche Ansatz. Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung haben Stärken und Schwächen. Im besten Fall sollte der Arbeitgeber diese Teilhabe fördern, um ein Maximum an Produktivität und Loyalität für sein Unternehmen zu generieren.

Ein Projekt für Inklusion
Die Veranstaltungsreihe „Zero Projekt Unternehmensdialog“ engagiert sich in Österreich für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Sie informieren über:

  • Rahmenbedingungen
  • innovative Beispiele
  • Nutzen für Unternehmen
  • Erfahrungen von Unternehmer

 

Zero Projekt möchte zeigen, dass durch die Integration von Menschen mit Behinderung im Arbeitsmarkt eine Win-Win-Situation für die Gesellschaft, das Unternehmen und den Einzelnen entsteht sowie langfristig ein Mehrwert auf allen Ebenen geschaffen wird.

Erfolgsfaktor Behinderung
Eine Behinderung bedeutet für den Menschen eine Einschränkung, die jedoch umgangen werden kann. Viele entwickeln besondere Fähigkeiten oder versuchen ihre Stärken zu verbessern. Ein Beispiel dafür sind gehörlose Menschen. Sie können in einem hektischen Umfeld konzentrierter arbeiten und haben eine hohe Produktivität. Autisten sind besonders strukturiert und besitzen exzellentes analytisches Denkvermögen. Auch besitzen sie eine hohe Toleranz gegenüber Routinetätigkeiten. Bei Menschen mit einer Sehbehinderung ist der Tastsinn besonders ausgeprägt. Das kann in vielen Berufen sehr nützlich sein.

Solche Stärken sollten genau wie bei jedem anderen Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen. Eine Behinderung bedeutet nicht automatische eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Behinderte attestieren eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Arbeitsleistung und sind meist eine kaum beachtetet Ressource. Wird offen darüber auf der Arbeit kommuniziert, können Stereotypen oder auftretende Probleme abgebaut werden. Die Kollegen können sich besser aufeinander einstellen und produktiver am Arbeitsplatz miteinander arbeiten. Sie stellen keine Frage wie: „Warum kommt er nie mit in die Kantine, warum hat sie Probleme mit großen Menschenmengen, warum macht er seine Aufgaben schneller und gründlicher, warum braucht sie mehr Struktur?“ Die Verhaltensweisen werden kennen gelernt sowie verstanden. Die Beteiligten müssen nicht versuchen sich zu verstellen, sodass die Authentizität erhalten bleibt und das Gemeinschaftsgefühl verbessert wird. Die daraus resultierende Motivation schafft eine erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit und damit langfristig eine geringere Fluktuation. Ein Mehrwert auf allen Ebenen.

Win-Win-Situation
Menschen mit Behinderung sind eine Bereicherung für alle Parteien in verschiedensten Berufen. Sie sind besondere Talente, die als vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt werden können. Zu Beginn der Beschäftigung sollte abgeklärt werden, worauf geachtet werden muss, was erwartet werden kann und was nicht. Die Arbeitsförderung sollte durchdacht werden. Job Coaches sind oft einen gute Möglichkeit um dafür Unterstützung zu erhalten. Durch Aufklärung und Umdenken können Barrieren gemindert und Stärken eines jeden gefördert werden. Das Potenzial von Arbeitskräften darf niemals verschwendet werden – weg von der Behinderung, hin zu Fähigkeiten, Talenten und Inklusion.

Kategorie: Allgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.