Eine barrierefreie Website

Am vergangenen Mittwoch, den 29. März richtete die LEAN DUS eine Veranstaltung zu dem Thema „Barrierefreies Webdesign“ aus. Die Barrierefreiheit ist schon seit dem Jahr 2002 nicht nur im Behindertengleichstellungsgesetz verankert, sondern auch ein wichtiger Diskussionspunkt, der die Barrierefreiheit als Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Webseiten fordert. Jedoch sind nur wenige Seiten wirklich barrierefrei.

Um die Wichtigkeit der Thematik den Besuchern der Veranstaltung vor Augen zu führen, zeigte zunächst Ingo Emons, Leiter der digitalen Plattform der Aktion Mensch, mit einem Video, dass die Menschen mit Behinderung, die vor dem PC, Laptop oder Smart Device sitzen, ein Gesicht haben, keine gefühllosen Computer sind und unterstützt werden müssen.

In dem Video lernen sich verschiedene Darsteller mit oder ohne Behinderung das erste Mal kennen und versuchen miteinander zu kommunizieren. Je nach Behinderung, ist dies nicht immer einfach und mit Hindernissen verbunden. Jedoch schaffen es die Darsteller sich zu verständigen und reißen damit die Barrieren nieder. Damit sollte die Motivation eines jeden angeregt werden, sich zu beteiligen und aktiv für barrierefreier Webseiten einzusetzen. Danach hielt Jan Hellbusch, Experte für barrierefreies Webdesign und Accessibility -Content, einen Vortrag über die Rahmenbedingungen der Gestaltung und verschiedenen Anforderungen und Lösungsstrategien.

Warum ist Barrierefreiheit wichtig?
Menschen mit Behinderung stehen im Web vor diversen Barrieren. Eine barrierefreie Umsetzung ist für 30% wichtig und für 10% sogar unerlässlich. Blindheit, Gehörlosigkeit, Motorische oder kognitive Einschränkungen stellen die Seitenbetreiber vor eine Herausforderung. Meist werden Barrieren durch assistive Technologien, wie ein Screereader, gelöst -jedoch nur teilweise, besser ist ein ganzheitliches barrierefreies Design. Es gibt Standards, wie die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV)  und Richtlinien (WCAG), die bei der Umsetzung unterstützen. Doch welche Bereiche werden dabei behandelt:

  • Schrift und Kontrast
  • Bedienflächen
  • Bildtexte
  • Spracheinstellung und Struktur
  • Formulare
  • Videoplayer

 

Was bedeutet dies für die Praxis?
Die Umsetzung bedarf keiner Komplexität und sollte nach bestimmten Grundregeln geführt werden. Die Webseite sollte nach dem Selbstbestimmungs-Prinzip agieren: Das ermöglicht eine individuelle Anpassung an Seitenformat, Farbe und Schriftgröße. Ist das Design dann noch universell, ist eine Lösung für alle Nutzer geschaffen – besonders interessant auch für die Betreiber, da eine einhetiliche Version für alle leichter zu aktualisieren und zu betreiben ist. Des weiteren sollte nach dem Zwei-Sinne Prinzip die Seite aufgebaut werden. Jede Information sollte mit dem Auge oder dem Gehör wahrgenommen werden können. Auf diese Weise beschränkt man die Barrieren, da nur wenige Menschen beide Handicaps besitzen.
Die zweite Grundregel beinhaltet die allgemeinen Designprinzipien. Diese werden nach Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit, Robustheit gestaltet. Darunter fallen zum Beispiel Untertitel für Audio- und Videodateien, Navigation- und Eingabehilfen sowie maximale Kompatibilität mit Browser und Hilfsmitteln.
Weitere Grundregeln behandeln ein barrierefreies HTML, barrierefreie Rich Applications und barrierefreie Dokumente. Dort müssen bei der Programmierung und Bereitstellung diverse Vorschriften befolgt werden, um eine reibungslose Nutzung zu gewährleisten. Diese beinhalten zum Beispiel eine korrekte Dokumentsprache, eine richtige Trennung von Inhalten und Design, sowie die Funktionalität verschiedener Bereiche wichtig. Menschen mit Sehbehinderung nutzen zum Beispiel Screenreader, die nur unter bestimmten Voraussetzungen optimal funktionieren.

Zukunftsausblick

Von Barrierefreiheit profitieren alle:

  • Kognitive Behinderte
  • Seh-Behinderte
  • Hör-Behinderte
  • Suchmaschinen
  • Senioren
  • Mobile Nutzer
  • Unerfahrene Nutzer
  • Motorische Behinderte

 

Diese Relevanz muss jedem bewusst und eine Accessibility auf allen Ebenen geschaffen werden.
Ein barrierefreies Webdesign ist ein weiterer Grundpfeiler der Inklusion. Die Folien des Vortrages von Jan Hellbusch sind unter folgendem Link nachzulesen: http://2bweb.de/services/pdf/20170329-WCAG-2.0-erfolgreich-umsetzen.pdf

Kategorie: Allgemein

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