Selbstbestimmt leben mit persönlicher Assistenz

Das selbstbestimmte Leben – für Menschen ohne Behinderung etwas selbstverständliches. Doch was machen Menschen, die eine schwere Behinderung habe, die nicht für sich selbst sorgen und den Alltag bewerkstelligen können. Für sie gibt es die Option einer privaten Assistenz, die sie in ihrem Leben begleitet sowie Arme und Beine ersetzt.

Was ist persönliche Assistenz?
Die Persönliche Assistenz ist eine Unterstützung für Menschen mit Schwerbehinderung und Pflegebedürfnis. Aufgaben des Alltags, einfache Muskelarbeit und selbstverständliche Bedürfnisse werden durch diese ausgeführt. Die Aufgaben lassen sich nicht in einzelne Bereiche aufteilen, sondern werden von Tag zu Tag individuell auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt. Dazu gehören die Hilfen zur Pflege, im Haushalt, bei der Begleitung oder bei der Handreichung. Eine solche Assistenz wird meist von mehreren Assistenten ausgeführt, da die Betroffenen auf eine 24-stündige Unterstützung angewiesen sind. Generell ist im Bundesteilhabegesetz festgehalten, dass alle behinderten Menschen, unabhängig von Art und Schwere ihrer Behinderung ein Recht auf persönliche Assistenz haben. Dies garantiert eine Unterstützung seitens der Politik, jedoch ist die Umsetzung schwierig. Zu differenzieren ist zwischen der privaten und „öffentlichen“ persönlichen Assistenz. Es besteht die Option in einer Einrichtung mit Pflegepersonal zu leben oder selbst sich Pflegekräfte zu Hause anzustellen. Letzteres bringt die Betroffene in die Rolle eines Arbeitgebers. Die Assistenznehmerinnen und Assistenznehmer stellen über den Arbeitsmarkt ein Team mittels Arbeitsverträge zusammen. Die Aufgaben und Pflichten in Hinsicht auf Organisation, Anleitung und Finanzen, die sonst der Pflegedienst übernimmt, werden dadurch übernommen.

Ist Assistenz ein Luxus?
Die private Assistenz klingt nach Luxus. Jemand an seiner Seite zu haben, der für einen den Einkauf erledigt, das Essen zubereitet, die Wohnung säubert und Wäsche macht. Doch neben diesen Aufgaben stehen zum Beispiel auch Toilettengänge oder die Körperpflege an. Ein Verlust der Privatsphäre. Doch als diese darf man die Arbeit der Assistenten nicht ansehen. Ohne sie, wären Menschen mit Behinderung, ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden nicht möglich. Auch muss man den Assistenznehmer als Geschäftsführer und sein Leben als kleines Pflege-unternehmen sehen. Die Verwaltungsarbeiten werden unentgeltlich geleistet, denn sämtliche Mittel werden in Arbeitnehmerkosten umgewandelt. Entscheidet man sich für diese Art des selbstbestimmten Lebens, muss man dann nur noch eine geeignete Assistenz für sich finden.

Vermittlung von persönlicher Assistenz
Die richtige Assistenz – wie finden? Die Frage nach persönlichen Assistenten und Assistentinnen ist groß. Nur wenige Stellengesuche sind zu finden, doch Angebote sind genügend. Der Job ist eine Alternative zu herkömmlichen Pflegeberufen und bedarf keiner Ausbildung. Aus diesem Grund werden auch oft nach unausgebildeten Helfern gesucht – meist nach Studenten, die sich neben ihrem Studium etwas dazu verdienen möchten. Vorkenntnisse sind meist nicht gewünscht. Doch ist ein Bewerber endlich gefunden, muss schließlich die Empathie entscheiden. Er wird zum Teil des Lebens des Assistenznehmer. Eine wichtige Entscheidung, die nicht unüberlegt sein darf.

Kategorie: Allgemein

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