Inklusion an Schulen

Inklusion, ein sehr abstraktes Wort, das eine wunderbare Vorstellung des Zusammenlebens zeigen kann. Im Allgemeinen stellt eine Inklusion eine Gesellschaft dar, in der jeder Mensch unabhängig von seinem Geschlecht, seinem Alter, seiner Herkunft, seiner Bildung und seiner Behinderung gleichberechtigt ist sowie ohne Einschränkungen sich integrieren kann. Es bedeutet Zugehörigkeit, Selbstbestimmung und Gemeinsamkeit – beinhaltet viele Möglichkeiten aber auch große Herausforderungen.

Aktuelle Situation
Besonders die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in einer inklusiven Schule ist regelmäßig ein Thema. Nach dem Schulrechtgesetz des Landes haben Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung ein Anrecht auf einen Platz in allgemeinen Schulen. Die Option einer Förderschule bleibt jedoch immer bestehen. Demnach haben Schüler mit Behinderung die Möglichkeit mit Hilfe eines Sonderpädagogen eine allgemeine Schule zu besuchen und die Chance zu haben, zum Beispiel das Abitur zu absolvieren. Im Schuljahr 2015/ 16 lag der Inklusionsanteil bei 39,1 % in NRW. ( Quelle: Land NRW) Doch was bedeutet dies in der Praxis? Ist die Umsetzung im Schulsystem gelungen?

Erfahrungen aus der Praxis einer inklusiven Schule
In der Nähe von Köln besuchen zwei Jungen mit Förderbedarf die 9. Klasse eines Gymnasiums. Tim ist Autist und Alex ist querschnittsgelähmt (Namen geändert). Tim ist ein lustiger Junge, der immer sagt, was er denkt und gerne von seinem Hobby Klettern erzählt. Er ist sich seiner Krankheit bewusst und über die Bedeutung sowie Auswirkungen auf andere. Ein Sonderpädagoge unterstützt ihn in seinem Schulalltag und begleitet ihn während der Unterrichtsstunden. Während Klausuren hat er die Möglichkeit in einem separatem Zimmer mit mehr Zeit und Ruhe die Aufgaben zu lösen.

Alex sitzt im Rollstuhl, ist jedoch geistig gesund und erheitert die Mitschüler mit seiner Lebensfreude. Schreiben und Sprechen fällt ihm schwer, sodass auch er durch einen Betreuer unterstützt wird. Dieser meldet sich für Alex und hilft ihm mit der Armstütze fürs Schreiben. Die Schule gestaltet sein Kursprogramm nach behindertengerechten Räumen, die breitere Türen haben oder mit dem Aufzug zu erreichen sind. Beide Jungen sind froh eine allgemeine Schule zu besuchen und sich ohne Einschränkung weiterentwickeln zu können. Sie sehen ihre Mitschüler als Vorbilder und meistern Aufgaben, die ihnen nicht zugetraut wurden.

Pro und Contra – Auswirkungen auf die Schulqualität und Lehrpläne
Dennoch ist die Herausforderung Inklusion, die der Schule, den Schülern und den Sonderpädagogen gegenüber steht, nicht zu unterschätzen. Tim, bedingt durch den Autismus, stört oft die anderen Schüler im Unterricht. Durch die Rollstuhl Situation von Alex, gab es für die anderen Schüler der 9. Klasse aufgrund der Raumbeschaffenheit eine geringere Auswahl an Kursen. Auch bedeuten die beiden Jungs eine Herausforderung für die Lehrer. In viele Schulen zeigt sich die Situation, dass diese meist nicht geschult sind und oft kein Verständnis für die Unruhe, die ein Autist schafft, haben. Doch an dieser Schule arbeiten Lehrer und Sonderpädagogen Hand in Hand zusammen und tauschen Ihre Erfahrungen aus. Auf diese Weise werden Lernmöglichkeiten geschaffen, die auf jeden Schüler am besten passen und das volle Potenzial der Schüler ermöglichen.

Inklusiver Unterricht ist und bleibt eine Herausforderung. Die Schulbehörde und die Lehrer müssen gemeinsam mit den Sonderpädagogen ein Konzept erarbeiten. Auf diese Weise können einheitliche Ziele gesetzt, Lernmöglichkeiten geschaffen und die Schüler gefördert werden. Jedem Kind, ob mit oder ohne Behinderung muss gerecht werden. Dann zeigen Sie schnell Erfolge und wachsen über sich hinaus. Auch für die anderen Schüler muss klar werden, dass es nicht besonderes ist, wenn jemand Autist ist oder im Rollstuhl sitzt. Die Schüler lernen mit der Behinderung umzugehen und toleranter zu sein. Ein Gewinn für alle Seiten.

Kategorie: Allgemein

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