Assistenz auch im Krankenhaus

Wenn man als behinderter, pflegebedürftiger Mensch in das Krankenhaus muss ist es meist ein Grauen. Klingelt man in kurzer Zeit mehrfach nach der Schwester oder dem Pfleger bekommt man zu hören, dass man sich zurückhalten möchte, da man keine Zeit hätte sich ständig zu kümmern. Das liegt daran, das der Pflegeschlüssel in allgemeinen Krankenhäusern nicht auf den Bedarf schwerbehinderter Menschen ausgelegt ist.

Seit 2009 gibt es ein Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, das Nehmern des Persönlichen Budgets ermöglicht ihre Assistenz mit ins Krankenhaus zu nehmen, um die Unterversorgung aufzufangen. Dies gilt bisher nicht für den Personenkreis derer die ihre pflegerische Versorgung über einen Pflegeverein bekommen.

Eigentlich müssten meines Erachtens im Rahmen der Gleichbehandlung auch hier die Kosten übernommen werden. Eine behinderte Frau klagte hierzu im Jahre 2011 am Sozialgericht München und bekam im Beschluss eines Eilverfahrens vom 21.03.2011, S 32 SO 51/11 ER, das Recht zugesprochen.

Da für mich leider in Kürze ein Krankenhausbesuch ansteht und ich über einen Pflegeverein versorgt werde, nahm ich dies zum Anlass nachzufragen, ob hier eine Kostenübernahme der pflegerisch Leistung während des Aufenthaltes möglich wäre. Und siehe da, meinem Begehren wurde im Rahmen einer Einzelfallentscheidung stattgegeben.

 

Weitere Informationen:
ForseA e.V. – Kampagne Ich muss ins Krankenhaus … und nun?
Kabinett beschließt Regelung des Assistenzpflegebedarfs
Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs
Klage einer Frau mit Pflegeverein am SG München

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.