Selbsbestimmt aber abhängig

Es gibt mittlerweile viele Behinderungen und chronische Krankheiten die das alltägliche Leben einschränken, aber dann doch noch ein rein selbstständiges Leben ermöglichen und dieses auch ohne fremde Hilfe meistern können.

Man hat noch ein Leben mit sich und kann handeln ohne andere daran teilhaben zu lassen. Man hat ein sogenanntes Intimleben, welches sich hier für mich nicht sexuell definiert.

Wenn die Pflegebedürftigkeit hinzukommt verliert man dieses. Eigentlich vergleichbar mit „Big Brother“, man steht ständig unter Beobachtung, je nach Abhängigkeit.

Ich denke mir, dies ist auch ein Bereich, mit dem sehr schwer umzugehen ist. Der Tag gestaltet sich doch so, je nachdem wen man gerade zugewürfelt bekommt. Mit dem einem kann man besser, mit dem andren………….

 

Entweder …

Zivinski steht am Fußende auf einem Hocker mit einer Zwille  im Anschlag, während Josch mit heruntergelassener Hose auf dem Bett liegend fragt: "Ist das Zäpfchen schon drinn?" - "GLEICH"

… Oder

Zivinski krabbelt auf allen Vieren mit einem großen Sessel auf dem Rücken durch die Wohnung in dem Josch sitzt und sagt: "Ich kann doch auch nichts dafür, dass der Rolli kaputt ist ...."

Man trifft zwar selbstimmt die Entscheidungen für sein Leben, muss aber für deren Ausführung immer jemanden involvieren, sei es ein Pfleger oder die Person des jeweiligen Vertrauens. Wie verhält es sich eigentlich bei Straftaten, die ich machen würde; was wäre mit dem Erfüllungsgehilfen?

Was ich damit sagen möchte? Eine Behinderung ist sicher ein großer Einschnitt ins Leben, jedoch kann die Pflegeabhängigkeit das größere Übel für die eigene Psyche sein.

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