Vorstadtkrokodile 2

Vorstadtkrokodile 2 FilmplakatAm 21.1.2010 lief er an, der neue Film von Regisseur Christian Ditter, der die 70er-Jahre-Geschichte von einer Kinderbande aus dem Ruhrgebiet pfiffig in die Jetztzeit brachte  und allen Unkenrufen zum Trotz einen wirklich sehenswerten Film ablieferte. Nun also ist Teil 2 im Kino. Grund genug für mich, ihn mit meiner Tochter anzuschauen und Euch zu berichten.

Schon vorab wurde der Film als „besonders wertvoll“ von der Bundesfilmstelle (was es alles gibt) bewertet.

Aber wir wollten uns ja selbst ein Bild machen.

Inzwischen ist die Bande also ein eingespieltes Team, der Rollifahrer Kai – inzwischen mit Handbike ausgerüstet – ist fester Bestandteil der Clique. Die dummen Sprüche, die er manchmal zu hören bekommt, trägt er mit Humor, einem ebenso großen Mundwerk und einer guten Portion Eigenironie.  „Klar gucke ich Deiner Mutter auf den Arsch. Ich sitze im Rollstuhl, ich schaue allen auf den Arsch, automatisch.“

Kai mit Handbike spricht mit einem Mädchem © Constantin Film

In den Sommerferien suchen sie sich also ein neues Hauptquartier und werden in einem stillgelegten Bergwerk fündig. So weit so gut. Die Probleme fangen an, als den Eltern vom Bandenchef und seiner Schwester die Arbeitslosigkeit droht und sie wegziehen müssten. Dann würde die Bande auch keinen Bestand mehr haben. Durch einige Zufälle kommen die „Krokodile“ den Übeltätern, die sich mit Sabotage die Fabrik, die vielen hundert Menschen Arbeit bietet, ganz nach Haifischart unter den Nagel reißen wollen, auf die Schliche.  Wenn der Skandal aufgedeckt würde, könnte alles beim alten bleiben und der Wegzug von Olli und Maria könnte verhindert werden.

(Hier kommt dann doch wieder der alte Geist von Max von der Grün durch, der Erschaffer der Ur-Vorstadtkrokodile.  Und das, obwohl die Story ganz ohne sein Zutun entwickelt wurde, denn Max von der Grün ist bereits vor einigen Jahren verstorben.)

Um zu beweisen, dass die Täter die Maschinen per Computermanipulation lahmgelegt haben, versucht die Bande anEin paar Jungs auf der Flucht vor einem Auto © Constantin Film den USB-Stick zu kommen, auf dem alles gespeichert ist. Sand im Getriebe ist dabei zunächst die Cousine von Kai, die von den Eltern als Babysitterin engagiert wurde, und sich als Paris-Hilton-Kopie versucht. Zunächst denkt sie, dass alle aus der Bande behindert sein müssen und nervt auf ihren „Job“ als Aufpasserin angesprochen mit Ansagen wie: „Ein Praktikum bei Douglas bringt mehr, aber ich hab noch gar keine social skills in meinem Lebenslauf. Da bringt die Arbeit mit nem Behinderten einfach mehr.“ Irgendwann rafft sie aber, dass Kai keine Krankenschwester braucht und bei seinen Bandenkollegen echte Freundschaft erfährt. Dies stimmt die bisher so oberflächliche Zicke dann doch nachdenklich, und sie legt ihr überhebliches Verhalten ab.

Kai steht mit ein paar Jungs vor einem Sportwagen © Constantin FilmDie Story lebt eigentlich von den Sprüchen und den jungen Hauptdarstellern, die ihren Job wirklich allesamt klasse machen. Da verzeiht man auch manch etwas überzogene Actionscene.  Kai und seine Cousine besiegen zwei der Bösewichte, die sie mit Baseballschlägern bedrohen, durch ihre als Kinder erworbenen Judokünste. Auch der Showdown mit Explosion im Bergwerk und einer rasanten Gruppenfahrt in einer Lore mit Stopp in der letzten Großdemo der Fabrikarbeiter mit Verkündigung des Happy-Ends ist für Erwachsene vielleicht ein Tick zu viel des Guten.

Dennoch hat auch mir der Film gefallen, denn er ist a) einfach kurzweilig und kommt b) niemals sauertöpfisch mit erhobenem Zeigefinger daher, wenn er den Kindern versucht, echte Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt zu vermitteln. Denn das ist neben all der Sprüche und Action das eigentliche Thema: Die Kids akzeptieren sich mit all ihren kleinen Macken und Schwächen, und sie stehen füreinander ein, egal ob sie stottern, etwas übergewichtig, verliebt oder eben im Rollstuhl unterwegs sind.

Der Soundtrack liefert mit Beiträgen von Luxuslärm und Virginia Jetzt auch keine schlechte Kost.

Ach ja, meine Tochter fand den Film übrigens „mega-cool“.


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Geschrieben am von Katja

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