Promis sagen… Anna Ewelina

Anna EwelinaIn unserer Serie „Promis sagen…“ lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Behinderung“ mitteilen möchten.

Über ihre Erfahrungen mit körperlicher Behinderung in ihrem eigenen familiären Umfeld erzählt uns hier die Schauspielerin und Musikerin Anna Ewelina, gegenwärtig zu sehen in der WDR-Fernsehserie „Die Anrheiner“. Sie spielt dort die Lara König.

Hier der Beitrag von Anna Ewelina:

Bis letztes Jahr hatte ich mich mit dem Thema Behinderung nicht beschäftigt.
Doch plötzlich passierte es – meine Mami fühlte sich eine Woche sehr schlecht. Übelkeit, Schwindelanfälle…und das obwohl sie sonst immer so gesund und richtig fit war. Plötzlich brach sie zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht.
Nach vielen quälenden Stunden der Ungewissheit war klar  – Es ist Borreliose…und jetzt kommt´s: Verursacht durch einen Zeckenbiss vor 8 Jahren!!! Dieser Zeckenbiss hatte sich damals entzündet, meine Mum hatte aber die verschriebenen Antibiotika nicht zu Ende genommen…und somit den Bakterien eine Chance gegeben ihr Unwesen zu treiben…

Seit ihrem Zusammenbruch konnte meine Mami ihren rechten Arm nur ein wenig bewegen und die rechte Gesichtshälfte war komplett gelähmt, so dass ihr Essen, Trinken, Lachen etc. sehr schwer fiel…noch nicht mal zum schlafen gehen konnte sie das rechte Augenlid aus eigener Kraft schließen. Durch die Borreliose hatten sich Nerven entzündet. Und ob diese Entzündung jemals zurückgehen würde, konnte uns niemand sagen.
Für mich war das damals ein Schock… Meine Mumm war immer so fit und attraktiv…und jetzt so was? Sie wurde monatelang krankgeschrieben. Wie würde sie damit umgehen?
In meinem Beruf werde ich täglich mit der Optik, der äußeren Erscheinung der Menschen konfrontiert. Vielleicht machte diese Tatsache es für mich noch schwieriger zu begreifen, was da gerade mit meiner Mutter passiert ist.

Das ist mittlerweile 1,5 Jahre her. Nach zahlreichen Ärzte- , Sanatorienbesuchen und Gesichtsbehandlungen sieht man heute von der Behinderung im Gesicht im Vergleich zu früher nur noch wenig und sie kann mittlerweile weiterhin als Altenpflegerin arbeiten.
Meine Mami hat wirklich hart gekämpft. Vor allem aber hat sie sich von nichts runterziehen lassen und hat ihre fröhliche Art niemals verloren.
Zwar ist sie durch die Erkrankung nicht mehr so fit und wird manchmal komisch angeschaut, wenn sie ein „unsymmetrisches Lächeln“ hat, aber ich bewundere sie für ihre Ausdauer, ihre Kraft und ihren Glauben. Wäre mir das passiert, ich wäre bestimmt nicht so mutig und selbstbewusst damit umgegangen…

Wenn ich heute einen Menschen mit Behinderung sehe, nehme ich ihn ganz anders wahr. Jetzt ist mir klar, was dieser Mensch durchgemacht haben muss, dass er nicht voller Mitleid behandelt werden, sondern einfach so akzeptiert werden will, wie er ist.

Alles Liebe,

Anna Ewelina

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Wir bedanken uns herzlich bei Anna Ewelina für ihren für 4hc verfassten Beitrag.

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