Promis sagen… Sebastian König

Sebastian König © Chris GonzIn unserer Serie „Promis sagen…“ lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „Behinderung“ mitteilen möchten.

Einen eigenen Beitrag als Reaktion auf unsere Fragen zur Verfügung gestellt hat uns Sebastian König, bekannt durch seine Sendungen beim Musiksender VIVA und seit 2008 auch aus der Sat.1-Telenovela „Anna und die Liebe“. Er spielt dort den Maik Majewski. (Foto: Chris Gonz)

Hier der Beitrag von Sebastian König:

Es gibt eigentlich keine „behinderten“ Menschen! Schon alleine dieses kalte, rationale Wort klingt in meinen Ohren irrig und hart. Es sind keine behinderten Menschen, sondern besondere Menschen!

Dies wurde mir erst bewusst, als ich das Berliner Theater „RambaZamba“ besuchte. Dort stehen Schauspielkollegen auf der Bühne, mit meist kognitiver Behinderung.
Ich habe dort von einigen Protagonisten erfahren, dass das Theaterspiel die einzige Möglichkeit ist, ihrer Gefühlswelt Ausdruck zu verleihen.

Die Akteure spielen wahrlich um ihr Leben: Mal ernsthaft und verträumt, dann wieder lässig und charismatisch, aber immer mit vollem Einsatz von Seele, Herz und Bauchgefühl. Eine Ehrlichkeit, Tiefe und Präsenz, die mich gewaltig bewegt und fasziniert hat. Diese unübersehbare Lust und Spielfreude war mehr als beeindruckend – da kann sich manch ein gestandener Kollege eine Scheibe abschneiden.

Nach meinem Besuch wurde mir klar, dass wir doch alle nur Menschen sind – alle aus dem gleichen „Holz geschnitzt“ – egal wie wir aussehen oder welche körperlichen bzw. geistigen Einschränkungen uns zur Lebensprüfung gemacht wurden.

Im Alltag werden „behinderte“ Persönlichkeiten leicht ins Abseits gedrängt, dabei sind sie Menschen wie du und ich, mit einer ganz normalen Gefühlswelt und der Sehnsucht nach Liebe, nach Bestätigung – eben nach einem selbstbestimmten Leben. Sie sollten nicht auf ihre Einschränkungen reduziert werden.
Wir brauchen mehr Respekt im Umgang miteinander, aber vor allem braucht es in unserer Gesellschaft mehr Respekt vor dem Leben.

Mir ist es wichtig, dass diese besonderen Menschen als ein selbstverständlicher Teil unserer Gemeinschaft, als ein Teil der Vielfalt des menschlichen Lebens gesehen werden.
Um es abschließend mit den Worten von Herbert Grönemeyer zu sagen:
„Und der Mensch heißt Mensch (…) weil er schwärmt und glaubt, sich anlehnt und vertraut (…) weil er wärmt, wenn er erzählt und weil er hofft und liebt, weil er mitfühlt und vergibt, weil er lacht, und weil er lebt…“

In diesem Sinne.

Herzliche Grüße,
Sebastian König

» Homepage von Sebastian König

» Sebastian König bei der Agentur Hübchen

Wir bedanken uns herzlich bei Sebastian König für seinen für 4hc verfassten Beitrag.

2 Kommentare zu Promis sagen… Sebastian König

  1. Elli

    Toller Beitrag den Herr König hier verfasst hat. Es ist wirklich sehr schön zu sehen, dass sich junge Menschen Gedanken um andere machen denen es nicht so gut geht.

  2. hallo herr könig,

    ich hab früher auch „anders begabte“ gesagt;

    HEUTE SIND SIE (Aus-)Gezeichnete.

    was zu meiner (Aus-)zeichnung gehört und wie es dazu führte beschreibe ich im text, im buch mit titel „Mein Geschenk“, denn mein zweites leben nach meinem koma bezeichne ich als geschenk.

    zebin