Ja, lohnt sich das denn überhaupt noch?

fragezeichenDiese Frage wurde mir von einem Pflegekassensachbearbeiter gestellt, als ich für eine Frau in den 60ern, die unheilbar an Krebs erkrankt war, eine Pflegestufe und vor allem ein Pflegebett beantragt habe.
Ich bin ja sonst nicht aufs Maul gefallen, aber da blieb mir doch erst mal die Spucke weg.

Die Patienten war alleinlebend, hatte keine Kinder. Aber sie hatte eine sehr patente Freundin und Nachbarin, die den Weg mit ihr  gehen wollte. Sie wollte ihr nicht nur das Sterben zu Hause ermöglichen, sondern ihr auch helfen, die verbliebene Zeit erfüllt nutzen zu können.

„Ja, lohnt sich das denn überhaupt noch?“

Selten hat ein mir unbekannter Mensch eine solche Wut in mir ausgelöst. Nachdem ich nach Luft geschnappt hatte und ihn gefragt habe, ob dies sein Ernst sei, antwortete der Sachbearbeiter mir: „Ja, kann sie denn nicht bei Euch (im Krankenhaus) sterben? Am Ende haben wir das Pflegebett geliefert und können es am nächsten Tag wieder abholen.“

Nachdem ich ihn gefragt habe, ob ich diese Aussage nun als Ablehnung werten dürfe und die Begründung gerne schriftlich hätte, hatte ich 10 Min. später die Bewilligung des Bettes per Fax auf dem Schreibtisch. Na also! Geht ja doch. 

Die Patienten war übrigens noch volle 4 Monate zu Hause und ist dann dort umsorgt von der Freundin und einem Pflegedienst gestorben.

Zurück zur Ausgangsfrage: „Ja, lohnt sich das denn überhaupt noch?“ Ab wann fängt es denn an, sich zu lohnen?Smilie *hmmpf

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