Archiv für den Monat September 2009

Ambulant vor stationär – Ein schlechter Witz

Montag, 28. September 2009

HausEin Arbeitnehmer hat nach der neuen Pflegereform das Recht, sich in einer akuten Notsituation eines Angehörigen bis 10 Tage freistellen zu lassen, um eine adäquate Versorgung zu organisieren. Bei Betrieben ab 15 Mitarbeitern kann man sich einmalig für eine Pflegezeit von bis zu 6 Monaten freistellen lassen, um einen nahen Angehörigen mit mindestens Pflegestufe 1 im häuslichen Bereich zu pflegen.

Hört sich ja erstmal gut an!

In kleineren Betrieben darf der Chef diese Freistellung ablehnen. Das ist der erste Haken. Und es wird noch „hakeliger“: Egal wie,  in diesen Zeiten hat man keinerlei Anspruch auf Lohnfortzahlung. Die einzige Leistung, die man erhält, sind die Rentenversicherungsbeiträge und den Betrag für häusliche Pflege, die von der Pflegekasse des zu Pflegenden übernommen werden.

paragraphenzeichenSeit einem Jahr ist dieses Gesetz in Kraft, und ich habe bisher in meiner Arbeit in der Klinik keinen einzigen Angehörigen kennengelernt, der es sich hätte leisten können, diese Pflegezeit in Anspruch zu nehmen.
Dabei wäre die Bereitschaft durchaus vorhanden – aber den meisten ist es finanziell nicht vergönnt, sich mal eben 6 Monate aus der Erwerbstätigkeit zu verabschieden. Wenn hier keine Lösung gefunden wird, eine finanzielle Vergütung à la Erziehungsgeld zu erhalten, kann man diesen Teil der Pflegereform getrost in die  Tonne kloppen.

Auch der gesetzliche verankerte Grundsatz „ambulant vor stationär“ wird damit zum wiederholten  Mal mit Füssen getreten. Dies erkennt man auch daran, dass nach wie vor  Pflege durch Angehörige mit einem Taschengeld (Pflegestufe1 = 205 € im Monat) abgespeist wird, ein ambulanter immerhin mit der doppelten Leistung entlohnt wird und ein Pflegeheim mit 1023€ bezuschusst wird.

Ich denke, es könnten sehr viel mehr Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden, wenn gleiche Leistung auch gleich bezahlt würde! Hier geht es ja nicht nur um eine annähernde faire Entlohnung der Pflegenden, sondern auch um die Möglichkeit, sich regelmäßig Entlastung „leisten“ zu können.Smilie *hmmpf

Promis sagen… Michael Tietz

Freitag, 25. September 2009

Michael TietzIn unserer Serie “Promis sagen…” lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema “Behinderung” mitteilen möchten.

Michael Tietz spielte dieses Jahr in der ARD-Daily Soap “Verbotene Liebe” den Fürsten Wilhelm von Waldensteyck, Vater der Prinzessin Luise.

Herr Tietz wollte uns gerne von seiner Tätigkeit im Berliner Puppentheater-Museum erzählen. Wir fanden das so ungewöhnlich und spannend, dass wir ihm gleich noch einige Fragen dazu gestellt haben. Hier ist unser kleines Interview:

Michael Tietz: In meiner freien Zeit mache ich spielerische Führungen im Puppentheater-Museum Berlin, in Neukölln. Für Kinder ab 4 Jahren, nach oben ist keine Grenze gesetzt. In kleinen Gruppen finden diese Führungen für geistig und körperlich behinderte Kinder und Erwachsene statt. (weiterlesen…)

Ja, lohnt sich das denn überhaupt noch?

Sonntag, 20. September 2009

fragezeichenDiese Frage wurde mir von einem Pflegekassensachbearbeiter gestellt, als ich für eine Frau in den 60ern, die unheilbar an Krebs erkrankt war, eine Pflegestufe und vor allem ein Pflegebett beantragt habe.
Ich bin ja sonst nicht aufs Maul gefallen, aber da blieb mir doch erst mal die Spucke weg.

Die Patienten war alleinlebend, hatte keine Kinder. Aber sie hatte eine sehr patente Freundin und Nachbarin, die den Weg mit ihr  gehen wollte. Sie wollte ihr nicht nur das Sterben zu Hause ermöglichen, sondern ihr auch helfen, die verbliebene Zeit erfüllt nutzen zu können.

„Ja, lohnt sich das denn überhaupt noch?“

Selten hat ein mir unbekannter Mensch eine solche Wut in mir ausgelöst. Nachdem ich nach Luft geschnappt hatte und ihn gefragt habe, ob dies sein Ernst sei, antwortete der Sachbearbeiter mir: „Ja, kann sie denn nicht bei Euch (im Krankenhaus) sterben? Am Ende haben wir das Pflegebett geliefert und können es am nächsten Tag wieder abholen.“

Nachdem ich ihn gefragt habe, ob ich diese Aussage nun als Ablehnung werten dürfe und die Begründung gerne schriftlich hätte, hatte ich 10 Min. später die Bewilligung des Bettes per Fax auf dem Schreibtisch. Na also! Geht ja doch. 

Die Patienten war übrigens noch volle 4 Monate zu Hause und ist dann dort umsorgt von der Freundin und einem Pflegedienst gestorben.

Zurück zur Ausgangsfrage: „Ja, lohnt sich das denn überhaupt noch?“ Ab wann fängt es denn an, sich zu lohnen?Smilie *hmmpf

Promis sagen… Stefan Bockelmann

Freitag, 18. September 2009

Stefan BockelmannIn unserer Serie “Promis sagen…” lassen wir Prominente zu Wort kommen, die uns ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema “Behinderung” mitteilen möchten.

Mit Stefan Bockelmann berichtet diesmal ein langjähriger Darsteller aus der RTL-Daily Soap “Unter Uns” über seine Erfahrungen und seinen Einsatz für Kinder mit Behinderung. Er spielt in der Serie den Malte Winter, Mitbesitzer der “Schiller”-Kneipe sowie der Pension Maybach.

Hier unsere Fragen…

Haben Sie bei Ihrer Arbeit oder auch im Privatleben persönlich Erfahrung mit Behinderung oder behinderten Menschen gemacht?
Setzen Sie sich für soziale Projekte ein, vielleicht sogar im Bereich Behindertenförderung?

Stefan Bockelmann: Ich bin seit 2003 Botschafter der Soonwaldstiftung – Hilfe für Kinder in Not. Mein Bereich ist die Hilfe für krebskranke Kinder, Schwerpunkt Leukämie.

Ich selber bin Vater 2er gesunder Kinder und ich danke Gott sehr dafür. Ein Grund mehr, sich als “prominentes Gesicht der Öffentlichkeit” für hilfsbedürftige Kinder einzusetzen.

(weiterlesen…)

Gesichtet

Freitag, 18. September 2009

LupeIn dieser Rubrik stellen wir interessante Bücher, Filme, Veranstaltungen und Ereignisse vor – also Einblicke in die bunte Welt der Medien. Wenn wir auf etwas stoßen von dem wir meinen, dass es einer Erwähnung oder Besprechung wert ist, tun wir dies hier. Im Vordergrund stehen dabei aktuelle Themen, aber auch Rückblicke und Wiederentdeckungen werden hier Platz finden.

Der alltägliche Wahnsinn

Mittwoch, 16. September 2009

HausUnter dem Motto »Der alltägliche Wahnsinn« entsteht hier eine Rubrik, die über Anektoden,  Problemchen im und ums Krankenhaus, der Pflegeversicherung, von Patientenverfügungen, ……… erzählt, die im Berufsalltag einer Sozialpädagogin lauern können und einem die Arbeit nicht immer leicht machen. Lasst euch überraschen!!



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