Archiv für den Monat Juli 2009

Mein Krebs (Teil 5)

Montag, 27. Juli 2009

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose “Leukämie” wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Weiterer Verlauf und Ende der zweiten Chemo

Mein Leben wurde durch die Diagnose auf den Kopf gestellt und meine Lebensauffassungen gewichten sich um – das ist wahr. Ich habe während der Behandlung das Gefühl, etwas nachholen zu können und nichts zu versäumen. Ich kann mich zurücklehnen, entspannen, besinnen, nachdenken, mich in mir umschauen, zu mir selbst kommen. Wann hat man dazu schon Zeit? Um diese Möglichkeit beneidet mich wegen der Leukämie sicher niemand, keine Frage, aber da ich diese Krankheit nun einmal habe, versuche ich sie als Chance zu nutzen. So lange Fingernägel wie jetzt hatte ich noch nie. Der Preis für diese Ruhe ist hoch.

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Querschnittlähmung und Grippe

Freitag, 17. Juli 2009

Das mit der Grippe oder Influenza wird immer schlimmer. Wenn ich mir überlege, so vor zehn, fünfzehn Jahren; ich hatte fast nie eine Grippe. Mittlerweile schlägt es mich fast alle halbe Jahr einmal nieder. Pandemie-Warnungen: Schweinegrippe!!! Was mag da noch alles kommen?

Macht Impfen Sinn, oder hofft man das der Kelch an einem vorüber geht? Ich denke bei der Schweinegrippe werd ich´s wohl machen, aber bei der jährlichen Impfung gegen die normale Influenza besteht auch die Gefahr, dass durch diese erst eine ausgelöst wird oder der Stamm nicht dabei ist.

Auf jeden Fall hat es mich diese Woche mal wieder richtig erwischt, zum Glück nicht die schweinische. Es knockt einen so gnadenlos für drei bis fünf Tage aus dem Leben. Bitte nicht bewegen!! Bitte nicht ansprechen!!! Und wenn sich das Ganze dann noch in den  Nasennebenhöhlen und auf den Bronchien niederlässt, dann wird es so richtig schön.

Mit der richtigen Querschnittlähmung bekommt man noch ein nettes Päckchen oben drauf. Kurze Definition: An der Wirbelsäule des Menschen treten an jedem Wirbel Nerven aus, die in dieser Region unter anderem die Muskeln mit Bewegungsimpulsen versorgen. Grob könnte man sagen, ab der Höhe des Wirbelbruchs ist die Versorgung darunter weg. 

Das heißt, ca. unterhalb des 5. Brustwirbels setzen die Bauchmuskeln ein und wer höher gelähmt, kann diese nicht mehr aktiv einsetzen. – Für die eitlen Männer unter uns; aus ist es mit dem “Sixpäck”, aber auch mit dem Husten und Schnauben bei einer Grippe und dies macht sie noch unatraktiver.

Ich lebe mittlerweile wieder und das komische ist, ich überlege mir hinterher immer wieder aufs Neue: Lässt du dich nächstes Jahr impfen? – In Erinnerung kommt es erst wieder, wenn es wieder so weit ist.

Ein Teufelskreis oder Murphys Gesetz?Smilie *hmmpf

Mein Krebs (Teil 4)

Freitag, 17. Juli 2009

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose “Leukämie” wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Beginn der zweiten Chemo

Die Dosis der zweiten Chemotherapie ist weit höher als die der ersten. Meine Konzentration und Wachheit zerfließen wenige Minuten nach der ersten Infusion wieder. Dieses Gefühl, von vorne beginnen zu müssen, überfordert mich. Trotzdem bin ich ruhig und reduziere mich stur und hoffnungsvoll auf den Willen weiterzumachen.

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Mein Krebs (Teil 3)

Donnerstag, 09. Juli 2009

Nikolai von WurzbachNikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose “Leukämie” wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Weiterer Verlauf und Ende der ersten Chemo

Die Ärzte sind zufrieden. Weiter so, Schritt für Schritt. Das Krankenhaus und der Umgang mit meiner Erkrankung werden zu meinem neuen Alltag. Diagnose Krebs, aber es geht doch weiter. Ich gewöhne mich an die neuen Umstände. Das bewahrt mich vor dem Blick auf den übergroßen Zusammenhang, an dem ich zerbrechen könnte. Unangenehmes – wie die nächste Knochenmarkspunktion – in naher Zukunft oder unmittelbarer Vergangenheit berührt mich nur leicht. Für mich zählt nur das gegenwärtige Detail. Zumindest rede ich mir das ein.

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Mein Krebs (Teil 2)

Mittwoch, 01. Juli 2009

Nikolai von Wurzbach

Nikolai von Wurzbach (40) schildert in dieser Serie seinen Kampf gegen die Leukämie. Nach massiven Beschwerden traf ihn im Alter von 24 Jahren die Diagnose “Leukämie” wie ein Hammerschlag. Er unterzog sich daraufhin einer schmerzhaften, aber lebensrettenden Chemotherapie, in deren Verlauf er den Krebs schließlich besiegte. Er gilt als geheilt und lebt heute mit Familie in Soest.

Beginn der Therapie

Der Einstieg in die neue Welt verläuft schnörkellos. Ich werde voruntersucht, für die Krankenhausverwaltung und die Versicherung katalogisiert, auf die dringliche Behandlung vorbereitet, informiert und eingewiesen. Zügig, zügig, denn „es ist fünf vor zwölf, Herr v. Wurzbach.“ Die Walze rollt. Sie überrollt mich hoffentlich nicht. Zu viel! Kleiner Junge an Gott, wir haben ein Problem.

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