Schwerbehinderte Arbeitnehmer fallen gnadenlos in den Pool der ARGE

Vor Einführung der ARGE wurden im Sozialamt behinderte Rentner und behinderte Arbeitnehmer, die den eigenen Lebensunterhalt nicht selbst durch ihr Einkommen abdecken konnten, von einer Abteilung bearbeitet.

paragraphenzeichenMit dem Hartz-Konzept wurde in der vierten Stufe das Sozialamt zum Amt für soziale Integration, übernahm unter anderem als Kostenträger die Rentner mit Behinderung aus dem Bereich der Sozialhilfe und die berufstätigen Behinderten wurden der ARGE zugeordnet.

Der Bezug von so genanntem Hartz IV bzw. ALG II sollte für den Empfänger, vom Konzept her, kein Dauerzustand sein. Die arbeitslosen Bürger sollten unter strengen Auflagen der Mitwirkungspflicht schnellstmöglich wieder dem Arbeitsmarkt zugeführt werden.

Ich bin mittlerweile knapp 20 Jahre im Kreise der arbeitenden Behinderten (Hohe Querschnittlähmung durch Autounfall) und ich sehe mich auch nicht als arbeitssuchend, denn ich habe das mir mögliche Potential an Arbeitskraft, welches durch meine Behinderung sehr eingeschränkt ist, ausgeschöpft und muss somit nicht mehr vermittelt werden.

Was mich bei dieser Erkenntnis traurig stimmt; es reicht nicht zum Leben und dadurch werde ich wohl bis zu meinem Rentendasein alsSmilie traurig Dauergast in der ARGE bleiben, mit all ihren Auflagen und nie über den Tellerrand springen.

Schlagworte: , , ,
Teddy

Eine Antwort zu “Schwerbehinderte Arbeitnehmer fallen gnadenlos in den Pool der ARGE”

  1. Sebastian sagt:

    Ja, es ist schon lange überfällig, dass sich besonders die Menschen mit Behinderungen sich wehren und endlich mal ihre Rechte durchsetzen. Man wird ständig behandelt, als könne man nix, sofern man erwerbfähig ist. Falls man nicht erwerbfähig ist, so wie das in diesem Fall geschildert wurde, einfach lächerlich diese dann den ARGEn zuzuweisen. Als ob dort diese Menschen entsprechend behandelt werden. Man möchte ja gerade eher, Menschen mit Schwächen einfach verdrängen, herumliegen lassen usw. nur ja nicht richtig verhungern lassen, also hungernd gerade leben lassen.
    Damit es keine Aufstände gibt, sonst fällt es ja auf, so dass auch die bessergestellte Gesellschaft aufmerksam werden könnte. Nur ja die Leute verschwinden lassen zwischen sinnfreier Arbeit und sonstigen sinnfreien Maßnahmen, statt denen richtig zu helfen.

Eine Antwort hinterlassen