Promis sagen …..

In der Rubrik „Promis sagen ….. “ kommen Prominente, die man sonst nur auf dem Fernsehschirm oder in Zeitungen sieht, zu Wort und teilen uns ihre Berührungspunkte zum Thema Behinderung mit.

Auch in der Welt des so genannten Glanz & Glamour beschäftigt man sich damit, oder hat sogar alltäglich damit zu tun und viele engagieren sich und unterstützen Organisationen in diesem Bereich bei ihrer Arbeit.

Aufmerksamkeit hilft Gutes zu tun, Barrieren abzubauen und fördert die Integration!

Es haben schon viele auf meine Anfrage reagiert und geantwortet:

Markus Maria ProfitlichRoberto Blanco, Susanne Pätzold, Roland Kaiser, Bärbel Schäfer, Karyn von Ostholt, Vera Int-Veen, Mirjam Heimann, Roswitha Schreiner, Cosima Viola, Sascha Tschorn, Tanja Schmitz, Christian Rudolf, Rolf Berg, Liz Baffoe, Anna Ewelina, Birgitta Weizenegger, Conrad Risch, Julia Beerhold, Bettina Ratschew, Sebastian König, René Oltmanns, Peter Günther, Michael Tietz, Stefan Bockelmann, Alexander Granzow, Ivonne Polizzano, Christian Fischer und Giovanni Arvaneh


Wie viele Menschen mit Behinderung leben in Deutschland?

Kind mit Down-Syndrom und Mutter

Es ist schon erstaunlich, laut dem Statistischen Bundesamt ist nach einer Erhebung im Jahr 2013 jeder achte Mensch in Deutschland behindert, das macht 10,2 Millionen Menschen mit Behinderung. Allein davon haben etwa 7,5 Millionen mindestens einen Grad der Behinderung von 50 % und gelten damit als schwerbehindert.

Die jetzige Koalition hat nach wie vor die Umsetzung des Bundesteilhabegesetz in ihrem gemeinsamen Vertrag und es bleibt immer weniger Zeit bis zum Ende dieser Legislaturperiode. Ich habe gelesen, dass unsere Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Frau Nahles, derweil eine Gesetzesvorlage erarbeitet, damit aber bei Finanzminister Schäuble auf relativ taube Ohren stößt. Ich denke es ist ihm schlicht zu teuer, wenn man sieht wie viele Menschen mit Behinderung dieses in Anspruch nehmen könnten. Eine Gesetzesverankerung definiert Anspruch.

Meiner Meinung nach kommt jetzt die übliche Augenwischerei um sich möglichst elegant aus der Affäre zu ziehen und den Ländern wieder diese Sache zu überlassen. Aussitzen ist angesagt – und wenn ihr uns wiederwählt kommt es in die nächste Agenda – versprochen.  Wie schon so oft.

Vielleicht sollte man ja nicht alles so schwarz sehen und ein wenig Vertrauen haben?

Weitere Informationen:
10,2 Millionen Deutsche haben ein Handicap
Über 10 Millionen behinderte Menschen
Wolfgang Schäuble rückt vom Koalitionsvertrag ab
Kein Geld für Teilhabe – Wir waren schon mal weiter – oder?
Du bist behindert? – dann bitte hinten anstellen!!!
Statistik der schwerbehinderten Menschen (.xls)


Behinderung und Sexualität – geht das?

Das Thema „Behinderung und Sexualität“ findet sich immer wieder in den Medien, obwohl viele dieses ins Tabu stellen, in unserer ach so aufgeklärten Welt. Diesmal bin ich über eine Initiative der Göteborger Kooperative für Selbstständiges Leben (GIL) gestolpert, mit dem Artikel in der VICE: „Diese Firma hilft Menschen mit Behinderung beim Masturbieren„.

Behinderung und SexualitätErstmal war ich perplex, aber beim Lesen des Artikels als Betroffener dann doch amüsiert, gerade auch über das Filmchen zur Handhabung der speziellen Instrumente. Ich denke bei vielen Menschen in unserer Bevölkerung dürfte man damit Anecken und man würde sagen: Es wäre wider des guten Geschmacks.

Aber gerade dies will Anders Westgerd von der GIL erreichen, man will provozieren. Anders sagt auch: „Bei dieser Kampagne geht es nicht wirklich um Sex. Es ist nur eine Taktik, um Menschen zu erreichen. Sex und Behinderung sind Tabu. Am Ende geht es darum, dass andere Menschen entscheiden, wie wir unser Leben führen sollen. Wir sind wie alle anderen Leute und wir wollen die Gelegenheit, so zu leben wie alle anderen.“

Na ja, es ist vielleicht ein etwas unkonventioneller Weg, rückt aber das Thema aus dem Tabu markant in den Fokus.

Weitere Informationen:
Diese Firma hilft Menschen mit Behinderung beim Masturbieren
Sexualbegleitung für geistig Behinderte – Was tun mit diesem Wunsch?
10 Missverständnisse über Sex und Behinderung
Behinderung und Sexualität: Noch immer ein Tabu
Familienratgeber – Sexualität und Behinderung


Alles ist möglich

Foto: Copyright Dominik Fels

Foto: Copyright Dominik Fels

Dominik Fels lebt in Düsseldorf. Er ist Anfang 20. Aufgrund einer Spastik sitzt er von Geburt an im Rollstuhl. Dominiks Leidenschaft ist der Sport. Seine Kämpfernatur treibt ihn an. Früh begann er Zweifel Anderer abzuschütteln und für seine Träume zu kämpfen. Für ihn gab es keine Ausreden, denn er war bereit alles zu geben um seine gesteckten Ziele zu erreichen und weiter zu kommen. Aufgeben – unvorstellbar.

In seiner Schulzeit hat er sich durch ein Zeitungsprojekt seinen Lebenstraum „Torwarttraininng in einem normalen Fußballverein trotz Behinderung“ erfüllt. Damit gab er sich jedoch nicht zufrieden. Dieses erreichte Ziel setzte weitere Motivation in ihm in Gang und das ist auch mehr als gut so.

Seit 2 Jahren konzentriert sich Dominik auf tägliches Training, seine Fitness und Ernährung. Innerhalb dieser Zeit setzte er sich das Ziel als Fitness Model und Personaltrainer durchzustarten. Auch nicht barrierefreie Fitnessstudios halten ihn nicht auf. Er will dieses Ziel erreichen.

Everything is possible – Wenn du ein Ziel hast dann geh und erreiche es! Hol es dir!

Heute ist Dominik Fels Fitness Model und Personaltrainer und hat sich einige seiner (Lebens)Träume erfüllt. Er will immer noch mehr schaffen und ruht sich nicht auf Erreichtem aus. Niemals aufgeben. Weitermachen. Für eigene Ziele kämpfen. Alles ist möglich. Bemerkenswert!

Dominik kämpft nicht allein für seine eigenen Ziele. Seine Motivation möchte er gerne mit Anderen teilen, ihnen Mut machen. Auf Facebook und YouTube gibt er spannende Einblicke in sein Leben und seine(n) Beruf(ung).
Ich bin begeistert von Dominiks Kampfgeist und schier unendlichen Motivation.

Dominik Fels auf Facebook
Dominik Fels auf YouTube


Du bist behindert? – dann bitte hinten anstellen!!!


3 Wochen vor der Wahl – Mündige Bürger gehen zur Urne – Amüsant zu hören, erst wettern und dann selber oder vor der Wahl und dann …… hat was von Stand-up-Comedy……… ich mach mir meine Welt, so wie sie mir gefällt ……………….

Auf meinen Wegen durch die Newswelt stolpere (siehe Stolpersteine) ich über manche Themen die mich nachdenklich stimmen. Die jetzige Koalition hat sich als Aufgabe gesetzt am Bundesteilhabegesetz festzuhalten und bei dem Plan zu bleiben, zügig nachhaltige Verbesserungen für Menschen mit Behinderung auf den Weg zu bringen. Knapp die hälfte der Legislaturperiode ist vorbei und ich bin gespannt wann dies passiert.

Die Steuereinnahmen sprudeln wie nie, Herr Schäuble labt sich an seinem schwarzgerechnetem Haushalt, die Rente mit 63 ist durch, obwohl die macht schon „Aua“ da sie leider Gottes so viele beanspruchen, das Militär bekommt ein paar Miliarden extra, Frau Nahles hat ihren Mindestlohn durch von dem Behinderte ausgeschlossen werden, selbst in den Hartz IV Leistungen werden Menschen mit Behinderung benachteiligt – tja – wenn hierfür schon keine Gelder da sind, wie soll dann die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes finanziert werden?

Große soziale Verbände werden seit Jahren mit ihren Appellen gnadenlos ignoriert, welches ihre Arbeit in die Nichtigkeit stellt, die auch viel aus Ehrenamt besteht  und von der Politik hoch gelobt wird; vielleicht weil sie nichts kostet.

Wir werden sehen was noch passieren wird, zwei Jahre sind es ja noch und wenn man sich überlegt, dass zwar knapp Zehn Prozent unserer Bevölkerung behindert ist, aber denn noch mündige Bürger – es wird wieder Wahlen geben.

Stolpersteine:
Verlässliche Finanzierung und Verbesserungen für Menschen mit Behinderung
Kürzung von Hartz IV – Bundesozialministerium: Weniger Stütze für Behinderte
Menschen mit Behinderung benachteiligt: Nahles unter Zugzwang
Der Mindestlohn kommt, auch für Behinderte?
Aktion Mensch: UN-Konvention – Kurz und knapp: Inklusion verstehen!
Menschen mit Behinderung in Deutschland – Zahlen und Gesetze
Das Schwarzbuch


Buchvorstellung: „Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“

Auch für mich ist es interessant von Zeit zu Zeit Eindrücke anderer Menschen mit Behinderungen zu bekommen. Vor kurzem bekam ich das Buch „Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“ von Raúl Aguayo-Krauthausen in die Hände. Raúl (*1980 in Peru) hat Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit) und sitzt im Rollstuhl.

Mir hat die Biografie gefallen. Zu viel verraten möchte ich nicht. Für Themeninteressierte ist das Buch absolut lesenswert. Ich kann es wärmstens empfehlen.

Brandneu:
Online-Lesung aus seinem Buch aufgenommen im Büro der SOZIALHELDEN e.V. in Berlin:

 


Rollstuhlfahrer-Parcours im Kletterpark

Foto: Copyright SKYPARK. Einweisung für den Rollstuhlfahrer-Parcours

Foto: Copyright SKYPARK. Einweisung für den Rollstuhlfahrer-Parcours

Ein hochgelegener Hindernis-Parcours im Kletterpark und Rollstühle passen eigentlich nicht zusammen. Denkt man. Der SKYPARK in Schwäbisch Gmünd bei Stuttgart macht es jedoch möglich und bietet spezielle Rollstuhlfahrer-Parcours mit echtem Herausforderungspotential an. Für mich ist es leider aufgrund meiner aktuellen körperlichen Verfassung nichts, dennoch begeistert mich diese Idee. Der Park bietet Menschen, die im Rollstuhl sitzen, die Möglichkeit an Grenzen zu kommen und Herausforderungen unabhängig von Alltagshürden zu erleben. Bestes Training für Balance, Kraft, Ausdauer, Vertrauen und Überwindung. Aktive Sportler sind hier sicher schnell durch, doch für die ist der Kurs auch nicht gemacht.

Schaut selbst:

Übrigens werde ich oft gefragt, wie man im Rollstuhl sitzend überhaupt Sport machen kann. Die Frage erscheint mir von der Denke her immer etwas angestaubt und so amüsiere ich mich innerlich schon manchmal. Vom Klassiker schlechthin, den Paralympischen Sommer- und Winterspielen hat sicher jeder schon mal was gehört. Es gibt viele begeisterte Handbiker, Vereinssport wie beispielsweise Rollstuhlhandball (übrigens auch hier in Düsseldorf) oder Sport im Fitnessstudio. Viele Studios kombinieren inzwischen auch Sport und Reha bzw. Physiotherapie miteinander, was ich gerade in Sachen der Inklusion mehr als gut finde. Gemeinsam macht es eben mehr Spaß – das ist auch dicht an Wertschätzung gekoppelt. Wir sind keine Außenseiter, sondern Menschen mit Handicap.

Zu guter Letzt sind die Sport-Angebote für Menschen mit Handicap glücklicherweise nicht mehr so rar gesät, wie dies noch vor zwanzig Jahren der Fall war. Das ist nicht nur verdammt gut, sondern zusätzlich auch extrem wichtig. Der Frühling kommt und ich freue mich jetzt schon auf mehr Bewegung an der frischen Luft, die ich gemeinsam mit meinem Hund genießen werde.


Dürfen Behinderte heiraten?

© shootingankauf - Fotolia.com

© shootingankauf – Fotolia.com

Zwei Menschen mit Behinderung – dürfen diese beiden heiraten? Florian ist geistig und körperlich behindert, Elisabeth hat das Downsyndrom, die beiden haben sich kennen und lieben gelernt. Als sie nach einem Jahr verbrachter Zweisamkeit in den Hafen der Ehe eintreten wollten, forderte der Standesbeamte erstmal ein Ehegutachten, um sicherzustellen ob die beiden wissen was sie tun.

Es gibt keine Gesetzgrundlage, welche Menschen mit geistiger Behinderung die Ehe verwehrt, alles andere wäre nicht verfassungskonform und widerspricht Artikel 12 der UN-Behindertenrechtskonvention, nur ist es sinnig sich vor der Hochzeit einem psychologischen Gutachten unterziehen zu müssen? Für die Betroffenen sicher unangenehm und verletzt auch deren Selbstwertgefühl.

Weitere Informationen:
BILD – Liebe mit Handicap | Standesbeamter schickte Paar zum Ehe-Gutachter (22.02.2015)


Wohnen ohne Barrieren

Was tun, wenn eine Behinderung den Alltag erschwert und man in den eigenen vier Wänden nahezu hilflos ist? Hier sind für Betroffene nicht allein sichtbare Hürden wie Treppen oder alte Duschkabinen und Badewannen eine Hürde. Probleme fangen schon bei zu hohen Küchen an. Hängeschränke oder die obersten Fächer eines Schrankes: für einen Rollstuhlfahrer unerreichbar. Was können Betroffene tun wenn sie nicht mehr den heimischen Balkon nutzen können, weil dieser ebenfalls eine Hürde in Form des Türrahmens darstellt? Auch Türen generell können mit einer Behinderung, die Betroffene an einen Rollstuhl bindet, schnell zu schmal sein – durchkommen unmöglich.

Nicht jeder hat Eigenheim. Dürfen in Mietwohnungen einfach Änderungen vorgenommen werden? Bedeutet „behinterengereicht“ und „seniorengerecht“ eigentlich das Gleiche?

Wohnen ohne Barrieren

Das Zuhause barrierefrei(er) gestalten


Mietwohnungen anpassen – geht das?

Mieter benötigen für den Umbau der Wohnung die Einwilligung des Vermieters. Planen Sie also keinesfalls Umbaumaßnahmen ohne das schriftliche Einverständnis des Vermieters. Kleinere Anpassungen wie z.B. Haltegriffe sind davon ausgenommen. Sobald Änderungen an der Wohnung selbst, wie beispielsweise die Verbreiterung einer Tür vorgenommen werden sollen, muss der Vermieter informiert werden. Handeln Sie nicht auf eigene Faust, um sich vor kostenintensivem Rückbau im Falle des Auszuges zu schützen. Der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz – Info Gesundheit e.V. stellt kurze Informationen hierzu bereit. Scheuen Sie sich nicht davor Verwandte und Freunde um Hilfe zu bitten, um die richtigen Anlaufstellen in Sachen Finanzierung oder Zuschüsse zu finden.

Barrierefreies Wohnen bedeutet auch Komfort. Beim Umbau des Zuhauses ist die gute Planungen essentiell.

Hier einige weiteren Tipps und nützliche Informationen:


Domian Themennacht: Durch eigene Schuld behindert

Jürgen Domian spricht in seiner Sendung (September 2012) mit Menschen, „die z.B. einen schweren Unfall selbst verursacht haben, die sich das Leben nehmen wollten, oder die sich aus Versehen selbst verletzt haben und eben deshalb jetzt behindert sind.“

Interessante Einblicke ins Leben von Menschen, die den Mut fanden sich in der Sendung zu Wort melden:

Hier geht es zum YouTube-Kanal vom 1LIVE-Moderator & Kult-Talker Jürgen Domian.
Jürgen Domian auf twitter und facebook.