Honig im Kopf – Wenn vieles in Vergessenheit gerät

Til Schweiger gelingt mit seiner deutschen Tragikomödie „Honig im Kopf“ (2014) ein berührender und authentischer Film. Er schrieb das Drehbuch zusammen mit Hilly Martinek, führte Regie und spielt den Sohn „Niko Rosenbach“ des an Alzheimer erkrankten Hauptprotagonisten „Amandus Rosenbach“ alias Dieter Hallervorden.

Til Schweiger ist die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema Alzheimer sehr gut gelungen. Der Film berührt, kommt jedoch nicht zu schwer daher. Er erzählt authentisch die Geschichte des ehemalige Tierarztes Amandus Rosenbach (gespielt von Dieter Hallervorden), der zunehmend unter Alzheimer leidet. Er zeigt ergreifend den immer weiter voranschreitenden geistigen und motorischen Verfall des Hauptprotagonisten. Thematisiert die „Abschiebung“ in eine betreuende Einrichtung, da der Familie alles über den Kopf wächst oder das Haus abzufackeln droht. Der elfjährigen Ekelin Tilda (Emma Schweiger) passt es nicht, dass der Opa ins Heim kommen soll. Überfoderung hin oder her. So begeben sich Amandus und seine „kleine Prinzessin“ Tilda schließlich auf eine Reise nach Venedig, wo Amandus seinerzeit mit seiner Frau die Flitterwochen verbrachte. Inspiriert durch die Worte des Kinderarztes Dr. Ehlers, dass es für Alzheimer-Patienten hilfreich sein kann, altbekannte Orte wiederzusehen. Die Reise beginnt und nimmt ihren Verlauf – mit Hürden und die von Anfang an. Schon bald ist die Krankheit Amandus‘ so weit fortgeschritten, dass er Tilda nicht mehr als seine Enkelin erkennt. Zum perfekten Zeitpunkt finden Papa Niko und Mama Sarah die Tochter samt Opa und treten zu viert die Heimreise nach Hamburg an.

Der Film thematisiert das Zusammenfinden von Menschen. Sohn und Vater. Oper und Ekelin. Mama, die eigentlich eine Affäre mit ihrem Chef Serge hat(te) und ihrem Mann Niko. Sehenswert gelöst. Neun Monate nach dem Venedigbesuch steht Nachwuchs ins Haus, der nach seinem kranken Großvater benannt wird. Amandus lebt noch eine glückliche Zeit mit seiner Familie. Schließlich stirbt er in Tildas Beisein an Herzversagen.

Absolut beeindruckend und überzeugend sind die schauspielerischen Leistungen von Dieter Hallervorden in einer eben nicht komischen Rolle als auch die Emma Schweigers. Hallervorden ist es voll gelungen Amandus absolut glaubwürdig, spannend, berührend und mitreißend (und komisch!) zu verkörpern.

Der Film bietet obendrein noch Momente des Lachens, was ich gerade bei den Thematiken Alzheimer und Zusammenfinden von Menschen sehr spannend und positiv finde. Der Film stimmt nachdenklich, lässt einen jedoch am Ende nicht verstört zurück. Filmtipp!

Zur Film-Website „Honig im Kopf“

Übrigens, ebensfalls Mitwirkende:
Udo Lindenberg (er selbst), Helmut Zierl (Restaurantgast), Samuel Koch (Ticketverkäufer), Anneke Kim Sarnau (Heimleiterin), Lilly Liefers (Smylla), Jeanette Hain (Sarah Rosenbach), Jan Josef Liefers (Serge), Claudia Michelsen (Oberin), Katharina Thalbach (Vivian) u.m.


Margarete Steiff – Mit Kinderlähmung zum Weltunternehmen

Das Nadelkissen Elefäntle von Margarete Steiff

By Flominator (talk) (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Sie zaubert(e) ein Lachen in Millionen Kindergesichter. Schenkt(e) Eltern mehr Ruhe, Zeit und ein gutes Gefühl den Kindern etwas Gutes zu tun. Sie ist die Gründerin der weltweit bekannten Spielwarenfabrik Steiff. „Für Kinder ist nur das Beste gut genug“, so Margarete Steiff.

Im Leben von Margarete Steiff verlief nicht alles ideal. Mit 18 Monaten erkrankte sie an schwerem Fieber, war danach teilweise gelähmt und ihr ganzes Leben auf den Rollstuhl angewiesen. Ihren rechten Arm sowie die Hand konnte sie nur unter Schmerzen bewegen. Später wurde bei ihr Kinderlähmung diagnostiziert.

Margarete Steiff resignierte nicht über ihre Erkrankung und einhergehender Behinderung. Sie nutze ihre Chancen so gut es ging. Lebensfroh und mutig glaubte sie an ihre eigene Entfaltung. Sie bestand in jungen Jahren trotz ihrer Einschränkungen darauf zur Schule gehen zu dürfen – obgleich sie erst später einen Rollstuhl bekam. Bis dahin brachten sie Helfer ins Klassenzimmer.
Nach dem Abschluss machte Margarete Steiff eine Schneider-Lehre, arbeitete später in der Damenschneiderei ihrer Schwestern. Aus der Not machte sie eine Tugend und drehte die Nähmaschine kurzerhand um, sodass sie das Schwungrad mit der linker Hand bedienen konnte. Mit 30 Jahren eröffnete sie ihr eigenes Geschäft indem zunächst Mäntel und Wäsche hergestellt wurden. Schließlich entdeckte Margarete Steiff in einer Modezeitschrift das Model für ein Filz-Nadelkissen in Form eines kleinen Elefanten und produzierte zunächst für das private Umfeld gleich einige davon. Mit stärkerer Nachfrage wuchs die Produktion. Es kamen weitere Tiere hinzu und schließlich der Teddybär, inspiriert durch die Idee ihres Neffen, der zum Verkaufsschlager und gleichsam zum Aushängeschild wurde.

Es lohnt sich nicht, den kranken Beinen nachzutrauern, wenn dabei das ganze Leben davonläuft.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Steiff-Margarete

Margarete Steiff

Sie ist eine Infektionskrankheit, die muskelsteuernde Nervenzellen des Rückenmarks befällt und dort zu bleibenden Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen kann. Kinder zwischen drei und acht Jahren sind am häufigsten von der Erkrankung betroffen. Es können auch Erwachsene betroffen sein.

Für die Viruserkrankung Poliomyelitis gibt es keine ursächliche Behandlung. Aufgrund der Impfung ist diese Erkranung offiziell in Deutschland „ausgerottet“.

In Tadschikistan kam es 2010 zu einem schweren Ausbruch, der sich bis über Russland verteilte. 2014 reagierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Poliomyelitis in mehreren Ländern und weißt auf drigende koordinierte Maßnahmen um ein weltweites Wiederaufleben dieser Erkrankung zu verhindern hin.

Weitere interessante Links zum Thema Poliomyelitis und die Impfung:
Das Robert Koch Institut informiert über Poliomyelitis
Warum die Polio-Impfung so wichtig ist
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert über Kinderlähmung (Polio)
Informationen rum um Poliomyelitis auf WHO (englisch)

Übrigens bietet Steiff auch Repliken der berühmten Teddybären.


AlleLiebenSchmidt – Dokumentarfilm, Crowdfounding!

Bruno Schmidt (50) ist ein passionierter Radfahrer. Sein Leben lang hat er viel Sport gemacht und sich gesund ernährt. Der Familienmensch ist energiegeladen, optimistisch und zuversichtlich. Doch 2013 merkt Bruno, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Nach etlichen ärztlichen Untersuchungen dann die schreckliche Diagnose: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) – unheilbar. Die Erkrankung, die völlig bewegungslos macht. Betroffene können sich irgendwann weder durch Sprache, Mimik oder Gestik der Umgebung mitteilen. Der Schock sitzt tief. Trotz Diagnose nimmt Bruno den Kampf gegen die unheilbare Erkrankung ALS an. Bruno Schmidt ist derjenige der Anderen Mut machen will. Er will Aufklärung schaffen. Bruno hat einen Traum: Eine Deutschland-Radtour, jetzt im August geht es los.

Die Filmemacher Holger Schürmann und Lars Pape, der seine Mutter vor 14 Jahren durch ALS verloren hat, werden ihn mit der Kamera auf seiner großen Rad-Challange begleiten und seinen Kampf gegen die Amyotrophe Lateralsklerose dokumentieren. Der Film soll Bruno Schmidt die notwendige Aufmerksamkeit bei der Aufklärung über ALS geben. Holger Schürmann und Lars Pape werden ihn nicht nur bei seiner Deutschland-Radtour begleiten, sondern auch weit darüber hinaus. Sie wollen mit dem Film ihnen Beitrag zur Aufklärung von ALS leisten. Helfen Sie den Filmemachern bei der Entstehung einer Langzeitdokumentation über einen Menschen und eine grausame Krankheit. Die Langzeitdokumentaion ist ein wichtiger Beitrag in der Aufklärung von ALS. Das Strohfeuer der „Ice Bucket Challenge“ (2014) sei längst erloschen, so Lars Pape.

Dokumentarfilm „AlleLiebenSchmidt“ – Crowdfounding

„AlleLiebenSchmidt“ wird ein Dokumentarfilm über einen bemerkenswerten Menschen – Bruno Schmidt, 50 Jahre und passionierter Radsportler – und die amyotrophe Lateralsklerose, eine unheilbare Krankheit, die bei Bruno im Dezember 2014 diagnostiziert wurde.
Sein großer Traum: Eine Radtour quer durch Deutschland um anderen Betroffenen Mut zu machen und weiter über die ALS aufzuklären. Und wir werden ihn ab jetzt mit der Kamera begleiten. Vor und während seiner Tour, sowie weit darüber hinaus.

Finanzierungszeitraum: 01.07.2015, 13:09 Uhr bis 16.08.2015, 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum: Ab August 2015

Infos zum Projekt „AlleLiebenSchmidt“, Langzeitdokumentarfilm über die unheilbare Erkranung ALS.

Bitte spenden Sie für die Aufklärung von ALS.


John Nash – A beautiful mind

John Forbes Nash Jr. - By Elke Wetzig (Elya) (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

By Elke Wetzig (Elya) (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Der US-Mathematiker John Nash erhielt für seine Erkenntnisse auf dem Gebiet der Spieltheorie den Wirtschaftsnobelpreis (1994). Ein Jahr nach Erhalt des Nobelpreises schloss er sich dem Institut für Mathematik in Princeton an und war dort bis zuletzt tätig. Nash erkrankte nach einem vielversprechenden Start seiner mathematischen Karriere mit 30 Jahren an Schizophrenie.
2001 wurde seine Geschichte durch den preisgekrönten Spielfilm „A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn“ bekannt. Die Verfilmung stimmt jedoch lediglich in Eckpunkten mit John Nashs Biographie überein. Viele Einzelheiten sind frei erfunden.

Schizophrenie
Im Alter von 30 Jahren machten sich die ersten Anzeichen seiner Krankheit bemerkbar. Zu dieser Zeit war Nash einer der führenden Köpfe in der Mathematik. Er stand kurz vor einer vollen Professur am MIT. Im Mai 1959 wurde bei ihm eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Nash-Biografin Sylvia Nasar zufolge neigte Nash zu Gewaltausbrüchen. Er gab seine Position am MIT auf und hatte einen kurzen Hospitalaufenthalt. Später folgten längere Hospitalaufenthalte, welche teilweise durch seine Ehefrau Alicia Lardé und seine Mutter fociert wurden. Nash kämpfte mit einigen Rückfällen seiner Erkrankung, die ihn immer wieder in die stadtionäre Behandlung brachten.
Die Schizophrenie war eine Zäsur seiner Karriere. Ab Anfang der 1990er Jahre erlangte er seine alten Problemlösungsfähigkeiten wieder. Von dort an erholte sich Nash weitgehend von der Krankheit und konnte wieder mehr arbeiten.

Nicht nur beruflich machte ihm die Schizophrenie einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Man kann lediglich erahnen wie groß, und schier unüberwindbar wirkend, Belastungen einer solchen Erkrankung für Betroffene und deren Angehörige sind.
1957 heiratete er seine Frau Alicia Lardé, doch die Ehe wurde bereits 1963 wieder geschieden. Nash lebte weiter im Haus seiner Ex-Frau. 2001 heirateten die beiden erneut. Gemeinsam mit seiner Frau zeugte er einen Sohn (* 1959). Ein weiterer Sohn (* 1953) stammt aus einer früheren Beziehung.

Paranoide Schizophrenie
Sie ist die häufigste Schizophrenie-Form. Kennzeichnend für die paranoide Schizophrenie sind vor allem Wahnvorstellungen wie Verfolgungswahn und Halluzinationen wie beispielsweise das Hören von Stimmen. Sie wird daher auch als paranoid-halluzinatorische Schizophrenie bezeichnet. Dieser Subtyp entwickelt sich meistens später als andere Schizophrenie-Typen. Häufig taucht die Erkrankung erst bei Menschen im mittleren Lebensalter auf.
Bei entsprechender Behandlung hat sie eine gute Prognose auf Heilung bzw. Besserung. Neuroleptika oder Antipsychotika wirken in vielen Fällen gut. Insbesondere bei frühzeitiger Behandlung können Wahnvorstellungen und Halluzinationen gestoppt werden. Begleitend zur medikamentösen Behandlung sollte eine Psychotherapie in Anspruch genommen werden.

Am 23. Mai starb John Nash zusammen mit seiner Frau Alicia bei einem Autounfall. Gemeinsam waren sie mit dem Taxi auf dem Heimweg von der Verleihung des Abel-Preises, den er dieses Jahr verliehen bekam. Der Abel-Preis ist einer der wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen im Bereich der Mathematik. Nash und seine Frau waren beide nicht angegurtet und wurden aus dem Fahrzeug geschleudert.


Promis sagen …..

In der Rubrik „Promis sagen ….. “ kommen Prominente, die man sonst nur auf dem Fernsehschirm oder in Zeitungen sieht, zu Wort und teilen uns ihre Berührungspunkte zum Thema Behinderung mit.

Auch in der Welt des so genannten Glanz & Glamour beschäftigt man sich damit, oder hat sogar alltäglich damit zu tun und viele engagieren sich und unterstützen Organisationen in diesem Bereich bei ihrer Arbeit.

Aufmerksamkeit hilft Gutes zu tun, Barrieren abzubauen und fördert die Integration!

Es haben schon viele auf meine Anfrage reagiert und geantwortet:

Markus Maria ProfitlichRoberto Blanco, Susanne Pätzold, Roland Kaiser, Bärbel Schäfer, Karyn von Ostholt, Vera Int-Veen, Mirjam Heimann, Roswitha Schreiner, Cosima Viola, Sascha Tschorn, Tanja Schmitz, Christian Rudolf, Rolf Berg, Liz Baffoe, Anna Ewelina, Birgitta Weizenegger, Conrad Risch, Julia Beerhold, Bettina Ratschew, Sebastian König, René Oltmanns, Peter Günther, Michael Tietz, Stefan Bockelmann, Alexander Granzow, Ivonne Polizzano, Christian Fischer und Giovanni Arvaneh


Wie viele Menschen mit Behinderung leben in Deutschland?

Kind mit Down-Syndrom und Mutter

Es ist schon erstaunlich, laut dem Statistischen Bundesamt ist nach einer Erhebung im Jahr 2013 jeder achte Mensch in Deutschland behindert, das macht 10,2 Millionen Menschen mit Behinderung. Allein davon haben etwa 7,5 Millionen mindestens einen Grad der Behinderung von 50 % und gelten damit als schwerbehindert.

Die jetzige Koalition hat nach wie vor die Umsetzung des Bundesteilhabegesetz in ihrem gemeinsamen Vertrag und es bleibt immer weniger Zeit bis zum Ende dieser Legislaturperiode. Ich habe gelesen, dass unsere Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Frau Nahles, derweil eine Gesetzesvorlage erarbeitet, damit aber bei Finanzminister Schäuble auf relativ taube Ohren stößt. Ich denke es ist ihm schlicht zu teuer, wenn man sieht wie viele Menschen mit Behinderung dieses in Anspruch nehmen könnten. Eine Gesetzesverankerung definiert Anspruch.

Meiner Meinung nach kommt jetzt die übliche Augenwischerei um sich möglichst elegant aus der Affäre zu ziehen und den Ländern wieder diese Sache zu überlassen. Aussitzen ist angesagt – und wenn ihr uns wiederwählt kommt es in die nächste Agenda – versprochen.  Wie schon so oft.

Vielleicht sollte man ja nicht alles so schwarz sehen und ein wenig Vertrauen haben?

Weitere Informationen:
10,2 Millionen Deutsche haben ein Handicap
Über 10 Millionen behinderte Menschen
Wolfgang Schäuble rückt vom Koalitionsvertrag ab
Kein Geld für Teilhabe – Wir waren schon mal weiter – oder?
Du bist behindert? – dann bitte hinten anstellen!!!
Statistik der schwerbehinderten Menschen (.xls)


Behinderung und Sexualität – geht das?

Das Thema „Behinderung und Sexualität“ findet sich immer wieder in den Medien, obwohl viele dieses ins Tabu stellen, in unserer ach so aufgeklärten Welt. Diesmal bin ich über eine Initiative der Göteborger Kooperative für Selbstständiges Leben (GIL) gestolpert, mit dem Artikel in der VICE: „Diese Firma hilft Menschen mit Behinderung beim Masturbieren„.

Behinderung und SexualitätErstmal war ich perplex, aber beim Lesen des Artikels als Betroffener dann doch amüsiert, gerade auch über das Filmchen zur Handhabung der speziellen Instrumente. Ich denke bei vielen Menschen in unserer Bevölkerung dürfte man damit Anecken und man würde sagen: Es wäre wider des guten Geschmacks.

Aber gerade dies will Anders Westgerd von der GIL erreichen, man will provozieren. Anders sagt auch: „Bei dieser Kampagne geht es nicht wirklich um Sex. Es ist nur eine Taktik, um Menschen zu erreichen. Sex und Behinderung sind Tabu. Am Ende geht es darum, dass andere Menschen entscheiden, wie wir unser Leben führen sollen. Wir sind wie alle anderen Leute und wir wollen die Gelegenheit, so zu leben wie alle anderen.“

Na ja, es ist vielleicht ein etwas unkonventioneller Weg, rückt aber das Thema aus dem Tabu markant in den Fokus.

Weitere Informationen:
Diese Firma hilft Menschen mit Behinderung beim Masturbieren
Sexualbegleitung für geistig Behinderte – Was tun mit diesem Wunsch?
10 Missverständnisse über Sex und Behinderung
Behinderung und Sexualität: Noch immer ein Tabu
Familienratgeber – Sexualität und Behinderung


Alles ist möglich

Foto: Copyright Dominik Fels

Foto: Copyright Dominik Fels

Dominik Fels lebt in Düsseldorf. Er ist Anfang 20. Aufgrund einer Spastik sitzt er von Geburt an im Rollstuhl. Dominiks Leidenschaft ist der Sport. Seine Kämpfernatur treibt ihn an. Früh begann er Zweifel Anderer abzuschütteln und für seine Träume zu kämpfen. Für ihn gab es keine Ausreden, denn er war bereit alles zu geben um seine gesteckten Ziele zu erreichen und weiter zu kommen. Aufgeben – unvorstellbar.

In seiner Schulzeit hat er sich durch ein Zeitungsprojekt seinen Lebenstraum „Torwarttraininng in einem normalen Fußballverein trotz Behinderung“ erfüllt. Damit gab er sich jedoch nicht zufrieden. Dieses erreichte Ziel setzte weitere Motivation in ihm in Gang und das ist auch mehr als gut so.

Seit 2 Jahren konzentriert sich Dominik auf tägliches Training, seine Fitness und Ernährung. Innerhalb dieser Zeit setzte er sich das Ziel als Fitness Model und Personaltrainer durchzustarten. Auch nicht barrierefreie Fitnessstudios halten ihn nicht auf. Er will dieses Ziel erreichen.

Everything is possible – Wenn du ein Ziel hast dann geh und erreiche es! Hol es dir!

Heute ist Dominik Fels Fitness Model und Personaltrainer und hat sich einige seiner (Lebens)Träume erfüllt. Er will immer noch mehr schaffen und ruht sich nicht auf Erreichtem aus. Niemals aufgeben. Weitermachen. Für eigene Ziele kämpfen. Alles ist möglich. Bemerkenswert!

Dominik kämpft nicht allein für seine eigenen Ziele. Seine Motivation möchte er gerne mit Anderen teilen, ihnen Mut machen. Auf Facebook und YouTube gibt er spannende Einblicke in sein Leben und seine(n) Beruf(ung).
Ich bin begeistert von Dominiks Kampfgeist und schier unendlichen Motivation.

Dominik Fels auf Facebook
Dominik Fels auf YouTube


Du bist behindert? – dann bitte hinten anstellen!!!


3 Wochen vor der Wahl – Mündige Bürger gehen zur Urne – Amüsant zu hören, erst wettern und dann selber oder vor der Wahl und dann …… hat was von Stand-up-Comedy……… ich mach mir meine Welt, so wie sie mir gefällt ……………….

Auf meinen Wegen durch die Newswelt stolpere (siehe Stolpersteine) ich über manche Themen die mich nachdenklich stimmen. Die jetzige Koalition hat sich als Aufgabe gesetzt am Bundesteilhabegesetz festzuhalten und bei dem Plan zu bleiben, zügig nachhaltige Verbesserungen für Menschen mit Behinderung auf den Weg zu bringen. Knapp die hälfte der Legislaturperiode ist vorbei und ich bin gespannt wann dies passiert.

Die Steuereinnahmen sprudeln wie nie, Herr Schäuble labt sich an seinem schwarzgerechnetem Haushalt, die Rente mit 63 ist durch, obwohl die macht schon „Aua“ da sie leider Gottes so viele beanspruchen, das Militär bekommt ein paar Miliarden extra, Frau Nahles hat ihren Mindestlohn durch von dem Behinderte ausgeschlossen werden, selbst in den Hartz IV Leistungen werden Menschen mit Behinderung benachteiligt – tja – wenn hierfür schon keine Gelder da sind, wie soll dann die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes finanziert werden?

Große soziale Verbände werden seit Jahren mit ihren Appellen gnadenlos ignoriert, welches ihre Arbeit in die Nichtigkeit stellt, die auch viel aus Ehrenamt besteht  und von der Politik hoch gelobt wird; vielleicht weil sie nichts kostet.

Wir werden sehen was noch passieren wird, zwei Jahre sind es ja noch und wenn man sich überlegt, dass zwar knapp Zehn Prozent unserer Bevölkerung behindert ist, aber denn noch mündige Bürger – es wird wieder Wahlen geben.

Stolpersteine:
Verlässliche Finanzierung und Verbesserungen für Menschen mit Behinderung
Kürzung von Hartz IV – Bundesozialministerium: Weniger Stütze für Behinderte
Menschen mit Behinderung benachteiligt: Nahles unter Zugzwang
Der Mindestlohn kommt, auch für Behinderte?
Aktion Mensch: UN-Konvention – Kurz und knapp: Inklusion verstehen!
Menschen mit Behinderung in Deutschland – Zahlen und Gesetze
Das Schwarzbuch


Buchvorstellung: „Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“

Auch für mich ist es interessant von Zeit zu Zeit Eindrücke anderer Menschen mit Behinderungen zu bekommen. Vor kurzem bekam ich das Buch „Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“ von Raúl Aguayo-Krauthausen in die Hände. Raúl (*1980 in Peru) hat Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit) und sitzt im Rollstuhl.

Mir hat die Biografie gefallen. Zu viel verraten möchte ich nicht. Für Themeninteressierte ist das Buch absolut lesenswert. Ich kann es wärmstens empfehlen.

Brandneu:
Online-Lesung aus seinem Buch aufgenommen im Büro der SOZIALHELDEN e.V. in Berlin: