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[Bild: Smilie liest im Text] Tauchen

 


"Behindert - und dann auch noch Tauchen… !?“ „Geht das denn überhaupt… ?“

Diese Fragen, die immer wieder misstrauisch gestellt werden, sind mit einem eindeutigen "JA" zu beantworten.

Gerade bei behinderten Menschen hat der Tauchsport immense positive Einflüsse sowohl physiologischer als auch psychologischer Art. Dieser Sport ist eine unschätzbare Therapie, die mit herkömmlichen Bewegungstherapien kaum zu erreichen ist.

Wir möchten euch mit unserer Webseite » "ABLE TO DIVE" Lust machen sich gemeinsam mit uns für diese faszinierende Sportart zu engagieren und wir wollen Betroffenen Mut machen einfach mal etwas neues auszuprobieren.


[Bild: Tauchen-Bild 1][Bild: Tauchen-Bild 2][Bild: Tauchen-Bild 3]

[Bilder: Tauchen und Tauchtraining]



[Bild: Tauchen-im-Meer-Bild 1][Bild: Tauchen-im-Meer-Bild 2][Bild: Tauchen-im-Meer-Bild 3]

[Bilder: Tauchen im Meer]



[Bild: Handbike-Tauchen-Bild 1]
[Bild: Handbike-Tauchen-Bild 2][Bild: Handbike-Tauchen-Bild 3]

[Bilder: Tauchen mit dem Handbike]



[Bild: Tauchen-Hitdorf-Bild 1]
[Bild: Tauchen-Hitdorf-Bild 2][Bild: Tauchen-Hitdorf-Bild 3]

[Bilder: Tauchen in Hitdorf]



[Bild: Indoor Fundiving]
[Bild: Rehacare 2004][Bild: Messe Boot 2006]

[Bilder: Events und Messen - beim Indoor Fundiving 2004, der Rehacare 2004 und der Boot 2006]


» ABLE TO DIVE - Verein zur Förderung des Behindertentauchens in Deutschland e.V.




Die IAHD-Deutschland stellt sich vor

19.10.2007 (zuletzt überarbeitet am 8.2.2008)

Die » IAHD-Deutschland ist ein Non-profit Verband für Taucher mit Behinderung, dessen Ziel es ist, Betroffenen eine positive Erfahrung unter Wasser zu ermöglichen. Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage nach Tauchen mit Behinderung ist es notwendig immer mehr Tauchlehrer zu Behindertentauchlehrern auszubilden. Für das Tauchen mit Behinderten ist es wichtig möglichst viele Behinderungsarten zu kennen und darauf reagieren zu können. Aus diesem Grund wird immer ein Betroffener in die Ausbildung mit einbezogen.

In den letzten sechs Monaten wurden 4 Tauchlehrer in der » Tauchschule Sorpesee und 3 im » Divecenter Rostock ausgebildet. Die daraus entstandenen Quality Centers in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im Sauerland sichern durch regelmäßige Updates eine hohe qualitative Ausbildung für Betroffene nach den neuesten Standards.

Die IAHD wurde in den USA gegründet und ist mittlerweile über die ganze Welt verteilt. Jedes Land hat einen eigenen Ansprechpartner, wobei die IAHD-Deutschland auch für Österreich, die Schweiz und die Türkei zuständig ist.

Des weiteren ist die IAHD immer wieder bemüht behindertengerechte Basen, vor allem im Ausland, aber auch in Deutschland, zu testen und zu verbessern. Auch die Ausrüstung wird in Zusammenarbeit mit diversen Herstellern regelmäßig überarbeitet, um wirklich jedem Betroffenen die Möglichkeit zu geben tauchen zu können.

Seit 2007 ist die IAHD der erste Behindertentauchverband, der EUF und CEN/ISO zertifiziert ist.


[Bild: IAHD-Gruppe am Yachthafen Hohe Düne][Bild: Tauchcontainer auf Messestand][Bild: IAHD-Gruppe vor der Tauchschule Sorpesee]


Ausbildung von Betroffenen:

Wie bei allen Tauchausbildungen müssen auch hier die Taucher bestimmte Standards erfüllen um einen Tauchschein zu bekommen. Der Unterschied zu anderen Verbänden besteht jedoch darin, daß die Leistungsanforderungen auf die jeweilige Behinderung angepaßt sind. Die IAHD unterteilt hierbei in 3 Levels.


Physiotherapie-Brevet:

Seit einigen Monaten ist auch eine spezielle Ausbildung für Physiotherapeuten in Arbeit. Hierbei geht es darum Therapeuten, die mit behinderten Menschen arbeiten, die Möglichkeit zu geben als Therapie mit ihren Patienten tauchen zu gehen. Es handelt sich jedoch nicht um das Tauchen im herkömmlichen Sinne, sondern um eine andere Art der Wassergewöhnung. Während der normalen Wassertherapie im Rahmen einer Rehabilitation sind die Patienten bemüht den Kopf über Wasser zu halten. Die Erfahrung der Schwerelosigkeit wird somit minimiert. Beim Tauchen kann sich der Betroffene einfach nur auf die Therapie konzentrieren und Spastiken können reduziert werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin verschiedene Gasgemische zu nutzen was die Therapie zusätzlich unterstützt.

Die Gespräche mit den Krankenkassen hierzu laufen noch.


Weitere Informationen gibt es unter » www.iahd.de
oder direkt info@iahd.de



Berichte vom Tauchen


Bericht von Frank P.
Diagnose: Hirnblutung mit Ataxie

„Am Mittwoch, den 28.06.07 bin ich das erste Mal ins Schwimmbad bei der Unfallklinik in Duisburg tauchen gegangen.

Wie die Meisten ja bereits wissen, habe ich seit meiner Gehirnblutung Probleme mit meiner Koordination und sitze im Rollstuhl. Im Schwimmbad war ein Lift für Rollstuhlfahrer und somit gab es keine Probleme für mich ins Wasser zu kommen. Ich bin die ersten Runden in dem superwarmen Wasser nur geschnorchelt und die anderen Runden in diesem Schwimmbad mit richtigem Tauchequipment getaucht. D.h. mit Flossen und Sauerstoffgerät. Es war für mich eine 100%ige Sache. Die netten Leute waren unglaublich. Sie wollten von mir unbedingt wissen, ob ich vorher schon Mal getaucht bin, was ich bejahte. Ich bin ja vorher in Australien und in Belize getaucht. Ich wollte gar nicht mehr aufhören, mit dem Tauchen. Da ich einen Shunt habe, bin ich nur an der Oberfläche getaucht. Was aber nicht minder Spaß machte. Einfach mal schwerelos zu sein und sich um nix zu kümmern war prima. Es gab nie die Situation, in der man Angst haben mußte. Wozu auch? Da waren echte Profis am Werk. Ich hatte immer die Sicherheit jederzeit auftauchen zu können, was ich aber gar nicht mehr wollte. Noch eine Runde und noch eine Runde. Erst im bzw. unter Wasser fühlt man sich so richtig frei und losgelöst. Es war eine rundum gute Sache und hat nebenbei jede Menge Spaß gemacht, was mit Sicherheit an der professionellen Leitung lag. Sie wußte jederzeit, wo sich jemand befindet. Man kann gar nicht oft genug wiederholen, wie super das alles war. Ein gelungener Abend, der viel öfter als einmal im Monat stattfinden könnte. Ich sage nur: Wer das noch nicht ausprobiert hat, der sollte dies schleunigst machen.“


Bericht von Miriam P. (Physiotherapeutin von Frank P.)

Seit einiger Zeit behandel ich Frank in der Physiotherapie. Nach dem er mir erzählt hat, daß er vor seiner Erkrankung viel getaucht ist und es ihm sehr fehlt, war für mich klar, Frank muß wieder ins Wasser. Aufgrund des Shunts stellte es sich jedoch als schwierig heraus, denn kein Arzt konnte uns sagen, wie sich der Wasserdruck auf den Shunt auswirkt. Der Neurologe bestätigte jedoch Frank dürfte Schnorcheln, da der Wasserdruck hier nicht so hoch ist. Sehr schnell konnte ich feststellen, daß Frank sich im Wasser sehr viel leichter bewegen konnte als an Land. Natürlich brauchte er auch im Wasser ein wenig Hilfe. Nach den ersten Runden Schnorcheln, entschieden wir uns zusammen mit seiner Ehefrau, daß Frank ein Tauchequipment bekommt, mit der Auflage nur an der Wasseroberfläche zu bleiben, damit der Druck nicht steigt. Die Vollgesichtsmaske war zwar gewöhnungsbedürftig, aber nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte Frank ohne Probleme mit der Maske atmen. Durch die Noodle unter seinen Armen war gesichert, daß er nicht tiefer gehen kann. Frank fühlte sich sichtlich wohl und wir beschließen ihm auch noch Flossen anzuziehen. Faszinierend zu sehen war die Tatsache, daß Frank seine Beine koordiniert bewegen konnte aufgrund des Wasserwiderstandes. Allerdings hat er so viel Kraft in den Beinen, daß er nun Gas geben konnte und wir hatten arge Probleme ihn zu führen. Selbst die Zeichen unter Wasser konnte er leichter ausführen als sonst. Es war auch für mich ein unbeschreibliches Gefühl zu sehen, wie gut und leicht sich Frank im Wasser fortbewegen konnte und wie viel Spaß es ihm gemacht hat.

Ich hoffe, daß ich dieses Erlebnis noch öfter mit ihm teilen kann.


* * *


Bericht von Rolf Kluth

Hätt` ich nicht gedacht!

Eines vorne weg: ich habe mich nicht um die Teilnahme an diesem Tauch-Schnupperkurs in der BG-Unfallklinik Duisburg gerissen. Ein Mitpatient hatte mir vom Tauchen erzählt und versucht, mich dafür zu erwärmen, doch ich dachte mir nur: „Nee, laß mal stecken, der findet auch Autos toll.“ Vor ihm muß ich jetzt auf Knien Abbitte leisten.

Wie wohl alle Querschnittsverletzten genieße ich jede Minute der Leichtigkeit im Bewegungsbad, aber ich konnte mir nicht vorstellen, was daran so prickelnd sein sollte, als Tetraplegiker unter Wasser herumzudümpeln.

Nachdem ich von einer Physiotherapeutin (meine spätere Tauchbegleiterin) zur Kursteilnahme auf eine Art gefragt worden bin, die kein „Nein“ gelten ließ, war es eines Tages soweit. Ich saß mit zwei anderen Patienten am Beckenrand, hörte dem technischen Schnickschnack nur mit halbem Ohr zu und paßte bei den Punkten „Atemtechnik“ und „Handzeichen zur Verständigung unter Wasser“ richtig auf.

Mit dem, was mir dann passierte, als wir abtauchten, hatte ich in der Form nicht gerechnet. Neben der sich einstellenden Schwerelosigkeit erfüllte mich nach einigen Atemzügen eine tiefe Gelassenheit. Als mir nach einer Weile die Luftblasen zu krawallig wurden (der typische „Tauchsound“ halt) senkte ich einfach meine Atemfrequenz – und schon hatte ich meine Ruhe und die welt unterhalb des Wasserspiegels mit der darüber fast nichts mehr gemeinsam. Zu keinem Zeipunkt verspürte ich auch nur einen Anflug von Angst oder Unsicherheit, alles wirkte organisch und selbstverständlich. Die Dinge um mich herum nahm ich sehr unmittelbar und seltsam distanziert zugleich wahr. So wie z.B. das Kerlchen, das mich unter Wasser fotografierte: anfangs irritiert – ich fühlte mich wie eine seltene bzw. seltsame Tierart – nahm ich es mit dem Gleichmut einer Meeresschildkröte hin. Schade fand ich nur, daß es nicht tiefer hinunter ging und die Tauchgänge zu kurz waren. Meinetwegen hätten sie mich unten am Beckenboden anpflocken können und ich wäre dazu übergegangen, wie eine Seekuh die Kacheln abzuweiden.

Es soll hier jetzt nicht der Eindruck entstehen, als sei ich unter Wasser vor Ehrfurcht erstarrt gewesen – ein erstauntes „Donnerwetter“ trifft es besser. Ein sympathischer Nebenaspekt des Tauchens ist die positive Bedeutung des eher negativ besetzten Handzeichens „Daumen runter“ – es bedeutet „Abtauchen“ (falls ich richtig aufgepaßt habe).

Noch sympathischer als das Handzeichen aber war das Tauchteam, das uns dreien „Flossen“ gemacht hat – die Damen (auch die kleine) und Herren haben wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet. Heißen Dank und Hut ab!!

Dezember 2007


* * *


Tauchbericht Kathy

Ich bin Katharina, 16 Jahre alt und habe seit meiner Geburt eine spastische Diplegie.

Leider gibt es für mich nicht viele sportliche Freizeitbeschäftigungen, die mir Spaß machen. Durch Zufall erfuhr ich vom Tag der offenen Tür der BGU Duisburg im September 2006 und fuhr mit meinen Eltern dort hin. Zuerst probierte ich „Golfspielen“ aus. Nach einem Rundgang durch die Klinik, kamen wir zum Schwimmbad, wo eine Tauchvorführung war. Ich stellte mich an den Beckenrand und schaute erst mal skeptisch zu. Rolli-Olli kam dann auf mich zu und erzählte mir ein bißchen übers Tauchen und ich bekam immer mehr Gefallen daran. Beim nächsten Tauchtreff war ich dann auch dabei und sollte mit ins Wasser, ich muß gestehen ich hatte ein ziemlich komisches Gefühl und auch ein bißchen Angst weil ich Wasser eigentlich lieber unter mir habe als über mir... Aber dann lief alles super und es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl einmal schwerelos zu sein! Ich war nachher total entspannt und locker - konnte viel besser laufen. Für mich war es einfach genial und es stand fest daß ich wiederkommen werde. Mittlerweile gehe ich jeden Monat zum Tauchen in die BGU und freue mich jedes mal nicht nur aufs Tauchen, sondern auch auf das super nette Team !!


* * *


Die Tauchberichte wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom
» IAHD-Deutschland

 
 

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