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Ein Sport bei dem unheimlich viel bewegt wird! Curling (Rollstuhlcurling) ist eine Wintersportart, die in speziell präparierten Eishallen oder Curlinghallen gespielt wird. Ursprünglich und auch heute noch wird jedoch auch "Open-Air" auf Natur- oder Kunsteis gespielt. Nachgewiesen ist, dass Curling seit dem 16. Jahrhundert in Schottland gespielt wird. Das Rollstuhlcurling ist in Deutschland noch eine junge Sportart und wird seit 2003 offiziell gespielt. Der wesentliche Unterschied zum „Fussgängercurling“ ist… es wird nicht gewischt. Auf einer ca. 43m langen, besonders präparierten Eisfläche werden von zwei gegeneinander spielenden Mannschaften abwechselnd spezielle Steine über die Eisfläche geschoben. Die Mannschaft, die nach der Abgabe von jeweils acht Steinen mindestens einen eigenen Stein am nächsten an einem speziell markierten Kreis liegen hat, bekommt hierfür Punkte gutgeschrieben. Die Mannschaft, die nach 8 Durchgängen die meisten Punkte erzielt hat, hat das Spiel gewonnen. Man kann es vergleichen mit Schach auf dem Eis. Jeder einzelne Spieler ist bei seinen Steinabgaben hochkonzentriert, um den bestmöglichsten Spielzug zu machen. Entscheidend dabei ist der SKIP (Mannschaftsführer), der in den meisten Fällen das taktische Vorgehen bestimmt. Hierbei gibt es eine unendliche Vielzahl von Spielzügen, auf die dementsprechend taktisch reagiert werden kann. Die Curlingsteine und die Extender werden von den Clubs (Hallen) gestellt. • Rollstuhlcurling ist ein Teamsport (4 Spieler, davon eine Dame). • Rollstuhlcurling ist international • International werden Welt- und Kontinentalmeisterschaften gespielt. • Seit 2004 ist Rollstuhlcurling eine paralympische Wintersportart. • Rollstuhlcurling wird von der World Curling Federation unterstützt ![]() Die Regeln Der Name: Curling heißt drehen (engl. to curl). Curlen nennt man den Drift (Drall) des Curlingsteins, erzeugt durch die Eigenrotation. Ausgelöst wird diese Rotation des Steins bei der Abgabe. Man bezeichnet es als “Handle” geben. Dieses “Handle” geben kann in beiden Richtungen also Links und Rechts geschehen. Der Lauf des Steins wird dadurch kurvenähnlich (Parabel) und ermöglicht somit dem Spieler einen Stein hinter einen bereits gespielten ruhenden Stein zu plazieren oder einen gegnerischen Stein zu entfernen oder diesen in eine ungünstigere Position zu spielen. Das Spiel: Für das Spiel treten zwei Teams mit je 4 Spielern gegeneinander an. Den ersten Spieler nennt man LEAD, den zweiten und dritten SECOND und THIRD. Der vierte ist der SKIP. Er ist der Chef der Mannschaft und bestimmt die Taktik und Strategie eines Spieles. Der Skip wählt seine Taktik: Offensiv, wenn er im End den letzten Stein hat oder zurückliegt, defensiv, falls er nicht den letzten Stein hat oder in Führung liegt. Ein Spiel wird meist über 8-10 Ends gespielt. In einem End spielt jeder Spieler 2 Steine in das Haus auf der gegenüberliegenden Seite. Die Steine werden abwechselnd mit dem Gegner gespielt. jeweils die beiden Leads zuerst je den ersten Stein, dann der zweiter usw. Der Stein muss zwischen der Hog- und der Backline liegen bleiben, ansonsten wird er aus dem Spiel genommen. Ziel ist es möglichst viele Punkte zu machen. Das Spielfeld ![]() Auch “Rink” genannt ist 42,07 Meter lang und 4,28 Meter breit. An jedem Ende des Rinks befindet sich eine Art Zielscheibe mit 4 Ringen, “das Haus”. Meistens wird Curling in Eishallen mit 1 bis 5 Rinks gespielt. Die Steinabgabe erfolgt bei Rollstuhlfahrern etwas weiter vorne wobei der Sein, wie bei den Fussgängern vor der Hogline abgegeben werden muss. Eine Mannschaft besteht aus 4 Spieler / Innen. Im Rollstuhlcurling besteht die “mixed-gender” Regel. D.h. in einer Mannschaft muss immer ein Gegengeschlechtlicher Spieler/In vertreten sein. Ein Spiel geht über 8 Ends.Ein End ist fertig, wenn alle 4 Spieler jeder Mannschaft abwechselnd je 2 Steine in Richtung des entfernten Hauses gespielt haben. Dort werden dann der oder die Steine der Mannschaft gewertet, die näher zum Hausmittelpunkt, dem “tee” oder auch “dolly” liegen, als die gegnerischen Steine. Das Spiel gewinnt die Mannschaft mit den meisten Punkten (=Steinen). Der Grund warum es auf beiden Seiten des Spielfeldes “Häuser” gibt, lässt sich einfach erklären: Dem "Rücktransport" der Steine zum Anfang des Spielfelds kann so aus dem Weg gegangen werden. Geschichte: Der Ursprung dieses Spieles ist umstritten. Der älteste erhaltene Curlingstein stammt aus Schottland und wurde wahrscheinlich zu Beginn des 15. Jahrhunderts hergestellt. Im Jahr 1795 wurde in Edinburgh die Duddingston Curling Society gegründet, die das Spiel maßgeblich prägte. 1838 kam es ebenfalls in Edinburgh zur Gründung des Grand Caledonian Curling Club, der später zur international maßgebenden Institution wurde. Schotten waren es auch, die Curling in Kanada einführten. Curling kam 1880 durch die Engländer und Schotten in die Schweiz. Von hier aus verbreitete sich diese Sportart auf dem Kontinent. Die erste internationale Begegnung fand 1884 zwischen Kanada und den USA statt. Weltmeisterschaften der Männer wurden erstmals 1959 ausgetragen, die ersten Weltmeisterschaften der Damen 1979. Curling wurde 1998 erstmals ins Programm der Olympischen Winterspiele in Nagano (Japan) aufgenommen. Der internationale Dachverband des Curlingsports ist die International Curling Federation (ICF; gegründet 1966, Sitz in Edinburgh, heute WCF, World Curling Federation), in Deutschland wird Curling innerhalb des Deutschen Eissportverbands vom Deutschen Curling-Verband (DCV) organisiert. Entwicklung des Rollstuhlcurlings: Seit 1998 bietet der Schweizer Curling Verband zusammen mit der Rollstuhl Sport Organisation ein Curling Trainingsprogramm in den verschiedenen Curling Eishallen an. Nach Schweizer Meisterschaften und Internationalen Wettkämpfen, fand in Sursee in der Nähe von Luzern die erste inoffizielle Weltmeisterschaft statt. Diese schnellen Fortschritte, nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Dänemark, Schweden, Schottland Frankreich und in Tschechien, haben gezeigt, dass Curling auch für Para- und Tetraplegiker eine attraktive Sportart ist. Nachdem das Internationale Paralympische Komitee 2004 das Rollstuhlcurling offiziell in die paralympischen Sportarten mit aufgenommen hat und sein Debüt 2006 mit einem Sieg der Kanadier in Turin feierte, wird inzwischen in einigen Curling Clubs, auch in Deutschland, eifrig für die nächsten Winter- Paralympics 2010 in Kanada (Vancouver) trainiert. Mittlerweile gibt es ca. 25 Nationen, in denen Rollstuhlcurling betrieben wird. Hier ist China, Finnland und Slowakei neu mit vertreten. Modernes Curling: Heute hat sich Curling zu einer Wettkampfsportart entwickelt die vor allem in Kanada mit über 1 Million Aktiven und hochdotierten Turnieren ein reges Medieninteresse geweckt hat. In Deutschland zählt Curling mit etwa 800 Aktiven zu den kleinen Verbänden im DSB. Dies soll sich jedoch in Zukunft ändern, zumal in den letzten Jahren deutsche Teams erfolgreich bei Welt - und Europameisterschaften teilnehmen konnten. Curling war 1998 bei den olympischen Winterspielen in Nagano offizielle Medaillensportart und war 2002 in Salt Lake City und Turin 2006 auch wieder dabei. Der Stick (Extender Scope): Der Stick ,ein teleskopartiger Stiel ist der verlängerte Arm des Spielers und kann je nach Bedarf in der Länge verändert werden. Mit ihm wird der Stein in Richtung gebracht und abgespielt. Dabei wird dem Stein das nötige “Handle” gegeben. Er ist am Ende mit einer Aufnahme ausgestattet, die es ermöglicht den Griff des Steines zu fassen. Die Steinabgabe: Die große Schwierigkeit, gleichsam aber auch die große Herausforderung für den einzelnen Spieler liegt darin, den Stein in dem gut 40 m entfernt liegendem Ziel. cm- bzw. mm-genau zu platzieren. Hierfür ist eine ausgefeilte Technik nötig, die beim Rollstuhlcurling genauso oft und ausdauernd trainert werden muss wie beim Fussgängercurling. Der gesamte Bewegungsablauf wird deshalb schon bereits während der Konzentrationsphase gedanklich vorweggenommen (antizipiert) und ist auf das anvisierte Ziel am anderen Ende der Bahn ausgerichtet. Eine weitere Besonderheit beim Rollstuhlcurling ist, dass der Stein präzise gespielt werden muss, was Länge ,Richtung und Curl angeht, da eine Einwirkung mit dem Besen nicht erlaubt ist und somit der Stein nach der Abgabe nicht mehr beeinflussbar ist. Der Stein: Der Stein wiegt max. 19,96 kg (einschließlich Griff und Bolzen), darf einen Umfang von 91,44 cm nicht überschreiten und besteht aus Granit. Die Lauffläche ist in einer Ringform geschliffen. Zu vergleichen mit einer Untertasse. Der Stein wird beim Rollstuhlcurling entweder mit der Hand oder mit einem “Stick” abgegeben.Der Spieler muss mit genau dem Spielzug entsprechender Kraft den Stein mit Hilfe des Sticks und dem nötigen Handle versuchen den Stein ins gegenüberliegende Haus zu spielen. Der Krafteinsatz variiert je nach Aufgabenstellung. Soll z.B. ein gegnerischer Stein aus dem Haus gespielt werden (Take Out) muss der Spielstein schnell gespielt werden. Der Krafteinsatz ist daher anders als bei einem Draw (Legestein) sehr dynamisch. Spiel oder Sport? Curling hat von beidem etwas. Das Spiel mit Taktik, Strategie und manchmal etwas Glück, der Sport mit Training, dem Bewegungsablauf in der Steinabgabe. Durch den sogenannten "Spirit of Curling" entfaltet diese Sportart auf einzigartige Weise das gemeinschaftliche Sporttreiben im Freizeitbereich. Körperliche Fitness, mentale Stärke und gutes Teamwork führen zudem zu der enormen Präzision im Leistungssportbereich. Interessiert? Alle weiteren Informationen und Ansprechpartner zu dieser Sportart findest Du hier: » Team Hunters / AG Rollstuhlcurling im DRS |
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