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[Bild: Smilie liest im Text] Boccia

 


Boccia im Behindertensport

Boccia ist ein Spiel, das von den alten Griechen stammt, und v.a. in Italien zum Zeitvertreib gespielt wird. Es wird dort mit Holzkugeln im Freien gespielt und ist dem bekannteren Boule und Pétanque mit Metallkugeln sehr verwandt. Heute ist Boccia ein sehr beliebtes Spiel, das auch in der Halle gespielt werden kann.

Boccia ist besonders für Menschen geeignet, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind. Es bietet vor allem Menschen mit cerebralen Bewegungsstörungen die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen und an Wettkämpfen teilzunehmen. Ausgetragen wird Boccia für Menschen mit schweren und schwersten motorischen Beeinträchtigungen und seit einiger Zeit auch für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Es ist ein ideales Spiel für Sportvereine, Schulen, Behinderteneinrichtungen etc.


[Bild: Boccia-Mannschaft beim Spiel]


Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Hallen-Boccia, das weltweit im Behindertensport gespielt wird.

• Gespielt wird mit speziellen Bällen, die für Spieler/innen mit Cerebralparese (CP) entwickelt worden sind. Die Bälle bestehen aus Leder und sind mit Kunststoffgranulat gefüllt. Sie können unterschiedliche Härtegrade aufweisen.

• Es kann sowohl auf dem offiziellen Wettkampffeld als auch auf davon abweichenden Spielfeldern gespielt werden. Der Boden muss allerdings plan und hart sein.

• Boccia kann als Freizeit- und als Wettkampfspiel durchgeführt werden. Es gibt Einzel-, Paar- und Mannschaftswettbewerbe. Männer und Frauen starten gemeinsam.

• Ziel ist es, die roten und blauen Lederbälle so nah wie möglich an dem weißen Zielball, auch Jackball genannt, zu platzieren. Wer mit den blauen und roten Bällen spielt, wird per Münzwurf entschieden.

• Der weiße Jackball wird zuerst ins Spiel gebracht. Dann wechseln sich die Seiten mit den roten und blauen Bällen ab. Wenn jede Seite einen Ball gespielt hat, spielt die Seite weiter, deren Ball weiter vom Jackball entfernt ist. Dieses Prinzip gilt während des gesamten Spiels.

• Spieler/innen, die nicht werfen können, können speziell angefertigte Hilfsmittel (Abrollschiene, Rampe oder Gleitrohr) benutzen. Es kann mit der Hand oder mit dem Fuß gespielt werden.

• Ein Spiel besteht im Einzel- und Paarwettbewerb aus 4 Runden und im Mannschaftswettbewerb aus 6 Runden.

• Am Ende jeder Runde misst der Schiedsrichter die Abstände der Bälle, die am nächsten am Jackball positioniert sind, und vergibt entsprechend die Punkte, d.h. einen Punkt für jeden Ball einer Farbe, der näher am Jackball gelegen ist als der nächste Ball der anderen Farbe. Die Partei mit der höchsten Punktzahl am Ende der Spielrunden hat gewonnen.

• Das Spiel bleibt oft spannend bis zum letzten Ball. Dabei kommt es weniger auf Kraft oder Ausdauer an; entscheidend sind Konzentration, Hand-Augen-Koordination, Zielvermögen, Teamfähigkeit und Taktik.


[Bild: Boccia-Spieler beim Wurf][Bild: Boccia-Spieler mit Abrollschiene]

1984 ist Boccia in New York als paralympische Disziplin eingeführt worden. Heute wird Boccia im Behindertensport in über 45 Ländern gespielt. Bei den Paralympics 2008 in Peking haben 88 Sportler aus 20 Nationen an Boccia teilgenommen. Auf » www.paralympicsport.tv wird dies eindrucksvoll dokumentiert. Bei internationalen Wettbewerben, wie z.B. Europa- oder Weltmeisterschaften, und bei den Paralympics wird Boccia nur für schwerbehinderte Sportler/innen ausgetragen, die einen Rollstuhl benutzen.

Boccia gehört zu den Disziplinen bei den Deutschen CP-Sportspielen. Seit 2004 führt der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. jährlich Deutsche Boccia-Meisterschaften durch. Im Jahr 2009 wird Deutschland erstmals durch eine eigene Boccia-Nationalmannschaft bei internationalen Meisterschaften vertreten.



Weitere Informationen:

Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V.
Reinhard Jankuhn
Brehmstraße 5 - 7
40239 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 6 40 04 - 13
e-Mail: » reinhard.jankuhn@bvkm.de
Internet: » www.bvkm.de


[Bild: Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (BVKM) Logo]



 
 

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