|
Korinth Ein Erlebnisbericht aus Korinth von Johann Kreiter Bei Zeus... ...das hätte ich nicht gedacht, obwohl ich schon einiges von Griechenland gesehen habe, wie Rhodos, Thessaloniki und Chalkidike; der Peloponnes ist wohl mit das Schönste was einem geboten wird. Als ich die Einladung zu einem Vortrag nach Portocheli bekam, dachte ich gleich, für einen Tag nur dorthin zu fliegen wäre Unsinn. Also beschlossen wir, meine Lebensgefährtin Andrea und ich, noch ein paar Urlaubstage damit zu verbinden. Ein günstiger Flug war schnell gefunden, die ungarische Malev bot einen Flug für rund 280.- € pro Person an. Damit verbunden war ein 5-stündiger Aufenthalt in Budapest, den wir auch genossen. Knapp 2 Stunden später waren wir auf dem neuen Airport der circa 25 km außerhalb von Athen liegt. Ein Flughafen der sich sehen lassen kann. Denn Bedürfnissen behinderter Menschen wurde Rechnung getragen. Parkplätze in ausreichendem Maße direkt am Aus- und Eingang. Der Flughafen ist mit genügend Behinderten-WCs ausgestattet. Ein extra Counter für den Personenkreis der mobilitätsbehinderten Menschen ist mitten in der Abflughalle, dort kann der Service abgerufen werden. Aber hier wurden wir auch auf die noch nicht fertiggestellten Bauarbeiten im Flughafen aufmerksam und nicht nur da. Der von uns bestellte Mietwagen mit Automatic wurde pünktlich angeliefert und unbürokratisch ausgehändigt. Ein großer Vorteil ist, dass wir auf unserer Fahrt an den Golf von Korinth nicht mehr durch Athen fahren sondern schon die zu 95% fertige Autobahn um die Stadt benutzen konnten. Hier fährt man ein gutes Stück parallel zur neuen Schnellbahn die nach Athen führt. Dass diese Bahn auch für Rollstuhlfahrer ausgestattet ist, lässt der Testzug vermuten den wir auf der Strecke stehen sahen. Hier war sehr deutlich das Emblem eines Rollstuhlpiktogramms zu sehen. Allerdings ob die Bahn bis Beginn der Spiele fertig ist wissen die Götter. Jedenfalls fehlte zu 70% noch die Oberleitung, die Bahnhöfe waren zum Teil noch Metallgerüste. Nach circa 1 ½ Stunden Fahrzeit waren wir am Golf von Korinth. Der Kurort Loutraki, man kann schon guten Gewissens Stadt dazu sagen, empfing uns freundlich. Doch wir mussten noch mal 20 Minuten Fahrzeit bis zu unserem endgültigen Ziel in Kauf nehmen. Hinter Loutraki ging es in die Berge hoch, und der Ausblick auf den Golf und die Sonne die schon fast am Horizont stand ließen gleich die Urlaubsstimmung aufkommen. So richtig in Stimmung kamen wir dann an unserem Zielort in Skalmoa, als uns Clio, die Betreiberin dieser kleinen Bungalowanlage empfing und uns in die Wohnung brachte. Eine große Terrasse mit Meeresblick, eine große Wohnküche mit TV (Fußball-WM), 2 Schlafzimmer und ein großes Bad ließen uns zufrieden sein. Drei weitere Appartements stehen zur Verfügung. Alle Wege ums Haus sind betoniert oder mit Rampen versehen. Der kiesige Strand ist mit Platten ausgelegt und der Zugang zum Meer über eine Stahlrampe mit dem hauseigenen Baderollstuhl möglich. Herz was begehrst du mehr. Zugegeben es ist ein abgelegener Ort und nichts für Halligalli Leute, dafür aber ein Platz zum Entspannen. Für Familien mit Kindern ein Paradies. Die Anlage » Sirens Resort hat ihren Namen zurecht; wer einmal dort Urlaub machte, den werden „Die Sirenen“, es handelt sich dabei um dämonische, vogelähnliche Geschöpfe mit Frauenköpfen, die mit ihrem magischen Gesang die Zuhörer betören, mit größter Wahrscheinlichkeit wieder an den Ort zurückholen. In unmittelbarer Nähe gibt es eine kleine Taverne die am Wochenende frischen Fisch ihren Gästen anbietet. Mit dem Auto kann man auch die kleine Bucht von Limni anfahren, dort gibt es sehr gute Tavernen mit grundsolider guter griechischer Küche. Dass es dazu auch gute Weine gibt erübrigt sich, der Ouzo wurde zum Standard. Ein kleiner Tip, Ouzo mit Sprit schmeckt hervorragend. Alternativ bietet sich auch Loutraki als Ort der kulinarischen Verköstigung an. Loutraki ist fast ein Ort für Rollstuhlfahrer, fast überall deutlich gekennzeichnete abgesenkte Bordsteine und rollstuhlgerechte Zugänge zum Strand. Auch wer Shopping machen möchte kommt nicht zu kurz. Ausreichend große Supermärkte mit einheimischen Angeboten sorgen dafür, dass der Magen nicht knurren muss. Ein absolutes Muss ist der Besuch der schönen Konditoreien, mit den kleinen Törtchen und süßen Stückchen (Achtung Suchtfaktor). An der Strandpromenade findet man auch schnell ein geeignetes Restaurant um die köstliche griechische Küche zu genießen. Unser Lieblingsrestaurant war das „OUZEP O TÀOOS“ wo wir öfters eingekehrt sind und das auch von vielen Griechen besucht wurde, bei gutem Wein und hervorragender Küche den Sonnenuntergang und die flanierenden Griechen beobachteten. Einen Ausflug nach Archaia Korinthos, einer Ausgrabungsstätte, sollte man unbedingt machen. Das Terrain ist ein gutes Übungsgelände für den fortgeschrittenen Rollstuhlfahrer, dafür aber kann man hier viel von der griechischen und römischen Antike begutachten. Am nächsten Tag wagen wir einen größeren Ausflug auf den Peloponnes. Unsere Fahrt führt uns über Tripoli nach Kalo Nero / Kiparissisa und besuchen dort Diana Hans in ihren Triptychon Apartments. Wir werden unter an der Nationalstraße abgeholt weil die Zufahrt etwas versteckt ist, eine normale Serviceleistung von Diana, die ihre Gäste auch von den Flughäfen Patras oder Kalamata abholt. Diana ist eine quirlige engagierte Frau die ihre Anlage im Griff hat. Wir fahren über eine Straße hoch auf 350 m über Meereshöhe und denken uns da muss schon was Besonderes kommen um diese Strasse hochzufahren, und es kam was. Vor uns lag eine sehr gut gepflegte "Villa Triptychon" mit mehreren schönen praktischen Einlieger-Ferienwohnungen. Auf unsere Frage wie sie dazu käme diese Anlage barrierefrei zu gestalten, erzählt sie uns von ihrem Bruder der Tetra war und dafür sorgte dass er dort klarkommt. Das kann man auch sehen, die Wohnküche großzügig ausgelegt, im Schlafzimmer die Betten mit Lift unterfahrbar, das Bad so groß dass zwei Rollis Platz haben. Das absolut Schönste ist allerdings die Terrasse mit dem Pool. Dort sind kleine Sitzgruppen, so dass man sich jederzeit auch mal zurückziehen kann, wo aber auch Diana ihre Gäste mit Getränken und gutem Essen in den kulinarischen Olymp befördert. Wer Lust hat kann sich in dem Pool mühelos gleiten lassen, weil der Einstieg auf Rollstuhlhöhe ist. Wer erst einmal drin ist möchte gar nicht mehr raus, weil der Blick aus dem Schwimmbecken einen Panoramablick über den Golf von Kiparissia darbietet. Diese Appartementanlage ist einfach Spitze, weil sie so richtig zum Regenerieren und Abschalten einlädt. Wer aber trotzdem mal raus will wendet sich an Diana und die bringt ihre Gäste mit einem Bus der über ein Rampe verfügt ins Dorf zum Einkaufen oder an den Strand zum Baden. Auch Ausflüge in die Stadt Olympia gehören dazu. Dies sollte man auf jeden Fall tun. Diese Stätte ist auch leichter mit dem Rollstuhl zu bewältigen. Für uns steht auch hier fest: dort kommen wir wieder hin, in dieser Umgebung kann man sich nur Wohlfühlen. Der Tag wo wir nach Portocheli reisen müssen ist gekommen, wieder eine Reise vom Westen der Halbinsel in den Osten. Eine schöne Fahrt durch das Gebirge über Argos nach Epidauros in die antike Heil- und Kultstätte mit einem der schönsten Theater. Der Zugang ist für Rollstuhlfahrer möglich und dies sollte man auf jeden Fall nutzen. Hier kann man erfahren dass die alten Griechen schon hervorragende Tontechniker waren, ohne Elektronik. Auch die dort stattfindenden Konzert sollte man keinesfalls auslassen, ein Augen- und Ohrenschmaus. Der Peloponnes ist eine Insel für die Sinne. Gegen Spätnachmittag erreichen wir Portocheli unter Übernachten im AKS Hotel Hinitsa Bay. Ein 4-Sterne-Hotel mit einer komplett barrierefreien Infrastruktur. Unser Zimmer mit Meerblick lässt einen Blick zur Insel Spetse und auf den schönen Strand zu. Leider hat das Hotel trotz seiner Größe nur 2 Rollizimmer, aber die sind herrlich. Restauration, Pool und Terrassenrestaurant sind gut über Rampen zu erreichen, die Küche hervorragend. Portocheli sollte auf jeden Fall ein Besuch abgestattet werden, viele schöne Tavernen sorgen für ein kulinarisches Vergnügen. Nachdem der Vortrag zu Ende war ging es entlang am Saronischen Golf, zurück nach Athen. Mitten ins Verkehrsgewühle, aber Achtung, verfahren ist sicher. Aber irgendwann taucht doch die Akropolis in der Ferne auf. Nur bis dort hin bedarf es noch ein fleißiges Studium des Stadtplans. Einmal dort angekommen ist es schon etwas leichter die restlichen antiken Stätten zu finden. Letztlich wagten wir es unseren Mietwagen auf einem öffentlichen Parkplatz abzustellen. Der Parkwächter verlangt meinen Schlüssel, ich zahlte 8 Euro gegen Quittung und wir konnten die Innenstadt erkunden. Ganz wohl war mir nicht in meiner Haut, den Mietwagen unverschlossen einfach einem wildfremden Menschen anzuvertrauen. Wir gingen in die City und es lohnte sich. Wir entdeckten die U-Bahn und mussten feststellen sie war für Rollis zugänglich und sie hatte sogar an verschiedenen Stationen Aufzüge um wieder an die Oberfläche zu gelangen. Teilweise sind die Bordsteine abgeflacht wenn nicht gerade mit einem Roller oder Pkw zugeparkt. Aber hier hilft der freundliche Grieche der mal schnell zulangt oder einfach den Besitzer holt um das Hindernis zu beseitigen. Uns stellte sich trotzdem die Frage: werden die Athener es schaffen zu Olympia fertig zu werden? Ob fertig oder auch nicht, jedenfalls war es für uns ein herrlicher Kurzurlaub und mit Sicherheit auch nicht der der letzte Ausflug zu den Göttern der Antike. Dieser Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von Johann Kreiter, Vorsitzender der » NatKo e.V. |
| » 4hc & aktuell |
| » 4hc & Drumherum |
| » 4hc & Paralympics |
| » 4hc & Promis |
| » 4hc & Rehacare 2009 |
| » Arbeit & Ausbildung |
| » Bauen & Wohnen |
| » Fahrzeuge & Mobilität |
| » Recht & Soziales |
| » Reisen & Urlaub |
| Ansprechpartner |
| » NatKo |
| » runa reisen |
| Barrierefreie Reiseangebote |
| » Erfurt |
| » Schwarzwald |
| » Teneriffa |
| » Weissenhäuser Strand |
| » Barrierefreie Reisebusse |
| » Ferienwohnungen |
| Fliegen mit Behinderung |
| » Diskriminierung |
| Handicapped on Tour |
| » Graz |
| » Korinth |
| » Kuba |
| » Mallorca |
| » München |
| » Stuttgart |
| » USA/Florida |
| » Hotels in Metropolen |
| » Naturparke |
| » Städtereisen |
| » Rollstühle & Zubehör |
| » Sport & Fitness |
| » TV, Magazine & Bücher |
Wenn man mal Informationen braucht; kleine Helfer immer schnell zur Hand.
Auskunft & CoBarrierefrei einkaufen, Fernsehprogramm, Fremdwörter, Fußball, Grußkarten, Kinovorschau, Kochrezepte, Lottozahlen, PLZ-Suche, Routenplaner, Staumelder, Telefonbuch, Wetter, Zugauskunft
SuchmaschinenGoogle, Lycos, MetaGer, Web.de, Yahoo