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[Bild: Lupe]In der 4hc-Handicap-Datenbank findest Du erklärende Texte zu vielen schweren und seltenen Krankheitsbildern, sowie Behinderungen und Links zu denen, die sich damit auskennen, wie Selbsthilfegruppen, Initiativen, Verbände und Fachgesellschaften.

Wie die Datenbank aufgebaut ist und wie Du sie am besten nutzt, erklärt Dir das » ABC der 4hc-Handicap-Datenbank.

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Alport-Syndrom


Problematisch bei der Diagnose des Alport-Syndroms sind die unterschiedlich auftretenden Symtome der Krankheit in Verbindung mit dem relativ geringen Bekanntheitsgrad der Erkrankung. Darüber hinaus können die einzelnen Symptome durchaus für sich betrachtet auftreten, ohne unmittelbar mit dem Alport-Syndrom in Verbindung zu stehen.

Zum Beispiel ist bei weitem nicht jede auftretende Schwerhörigkeit oder Sehstörung im Kindesalter auf das Alport-Syndrom zurückzuführen. Jedoch in Verbindung bei erblich vorbelasteten Familien oder dem Auftreten weiterer Symptome sind dies deutliche Hinweise auf die Krankheit.

Welche Symptome hat die Krankheit?

Einzelne Symptome der Krankheit können schon ab Geburt, in der Regel bis zum 15. Lebensjahr auftreten.

- Auffälligstes Merkmal ist sichtbares oder unsichtbares Blut im Urin (Mikro- oder Makrohämaturie).

- Mit zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion steigt Eiweißgehalt im Urin (zunehmende Proteinurie)

- Bei 80 Prozent der Erkrankten tritt mit dem 8.-10. Lebensjahr eine (Innenohr-) » Schwerhörigkeit auf.

- Ein weiteres Symptom sind Augenveränderung wie Ausbeulung der Augenlinse (Leniconus anterior/penterior) oder fleckförmige Aufhellungen der Netzhaut (Macula spots), die auch als grauer Star diagnostiziert werden.

- Häufig liegen in den Familien bereits Fälle von Nierenerkrankungen vor. Oft sind es männliche Familienmitglieder mütterlicherseits.

- Dünne oder aufgesplitterte bzw. verdickte Filtrationsmembran der Nierenkörperchen (glomeruläre Basalmembran) in der Elektronenmikroskopie. Hierzu ist die Entnahme von Nierengewebe (Nierenbiopsie) notwendig.

- in seltenen Fällen tritt das Alport-Syndrom in der Kombination einer » Speiseröhrenfehlbildung (ösophagealen Leiomyomatose) auf. (AS/DL-Syndrom)

Das Hauptproblem:

Einschränkung der Nierenfunktion durch die Eiweißausschüttung im Urin bis hin zum Nierenversagen mit Folge der Dialysepflichtigkeit und Nierentransplantation

Verlauf der Krankheit:

Chronische Entzündung der Nieren und Abnahme der Nierenfunktion bis hin zur Notwendigkeit der » Dialyse, sowie Nierenversagen.


Medizinisch betrachtet:

Das Alport-Syndrom ist ein genetisch bedingtes Krankheitsbild, welches durch eine progrediente Niereninsuffizienz mit Innenohrschwerhörigkeit charakterisiert ist. Histologisch finden sich in der Elektronenmikroskopie typische Veränderungen der glomerulären Basalmembran (GBM) mit Verlust der charakteristischen trilaminären Struktur, Verdickungen sowie Aufsplitterungen und Lamellierungen, so daß eine netz- bis korbgeflechtartige Struktur imponiert. Augenveränderungen wie ein Lenticonus anterior oder fleckige Pigmentierungen der Retina finden sich darüber hinaus bei 15 Prozent der Patienten. Das Krankheitsbild weist insofern eine phänotypische Variabilität auf, als die Innenohrschwerhörigkeit lediglich bei 50 Prozent der Patienten auftritt. Auch findet sich eine deutliche Altersvariabilität bis zur Entwicklung einer terminalen Niereninsuffizienz. Bei etwa 80 bis 85 Prozent der Familien folgt das Krankheitsbild einem Xchromosomal-dominanten Erbgang, die verbliebenen Fälle folgen einem autosomal-dominanten oder autosomal-rezessiven Erbgang. Der Anteil der Neumutationen wird auf etwa 15 Prozent der Fälle, die Prävalenz auf 1 : 5 000 geschätzt. Bei dem verantwortlichen Gen für die X-chromosomale Form der Erkrankung handelt es sich um das COL4A5 Gen, welches für die a5(IV)-Kette des Typ-IV-Kollagens kodiert. Das Gen wurde zytogenetisch auf dem langen Arm des X-Chromosoms Xq22 lokalisiert (17). Mehr als 80 verschiedene Mutationen wurden bei Analyse von etwa 300 Alport-Familien zwischenzeitlich beschrieben (18, 34, 35, 57). Mutationen in den COL4A3- und COL4A4-Genen, die für die a3(IV)- oder a4(IV)-Kette des TypIV-Kollagens kodieren und die in direkter Nachbarschaft auf Chromosom 2 (2q35–36) liegen (33), wurden vor kurzem als Ursache einer autosomal-rezessiven Form des Alport-Syndroms beschrieben (32).


Alport-Syndrom mit diffuser Leiomyomatose
In seltenen Fällen tritt das Alport-Syndrom in Kombination mit einer ösophagealen Leiomyomatose auf (AS/DL-Syndrom). Kürzlich konnte nachgewiesen werden, daß Deletionen am 5’-Ende des COL4A5- Gens, die sich in die ersten Exons des benachbart liegenden COL4A6-Gens ausdehnen, regelmäßig bei diesen Patienten nachzuweisen sind (1, 58). Vermutet wird, daß die Mutationen im COL4A6-Gen, die zu einem veränderten oder fehlenden a6(IV)-Protein und somit zu einer verändert zusammengesetzten extrazellulären Matrix führen, durch den Wegfall matrixvermittelter inhibitorischer Wachstumssignale eine kausale Rolle bei der Entstehung der Leiomyomatose spielen können.

(Quelle: Alport Selbsthilfegruppe e.V. (ASG))


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Weblinks

Alport Selbsthilfegruppe e.V.
Gegründet 2005 in Köln. Gründungsmitglieder sind sowohl Familien betroffener Kinder, als auch Ärzte und Personen, die mit der Krankheit in Verbindung stehen.

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