Hämophilie
Die Hämophilie, auch Bluterkrankheit genannt, ist eine angeborene, vererbbare Blutgerinnungsstörung. Menschen, die an dieser Krankheit leiden, fehlt es lebenslang an einem Stoff im Blut, der für die Blutstillung nötig ist. Man nennt diesen Stoff Gerinnungsfaktor.
Durch den Mangel an Gerinnungsfaktor verläuft beim Hämophilen die Blutstillung verzögert und unvollständig. Bei Verletzungen, aber auch spontan, ohne erkennbaren Anlaß, kann es - unbehandelt - zu ausgedehnten Blutungen kommen. Die Blutungen betreffen vorwiegend Muskeln, Gelenke und Haut, seltener innere Organe.
Eine Vielzahl von Gerinnungsfaktoren sind heute bekannt. Die wichtigsten sind in der Reihenfolge ihrer Entdeckung mit römischen Ziffern durchnummeriert.
Man unterscheidet zwei Formen der klassischen Hämophilie:
* die Hämophilie A, bei der der (Gerinnungs-) Faktor VIII und
* die Hämophilie B, bei der der Faktor IX fehlt.
Nicht zur klassischen Hämophilie zählt aufgrund eines anderen Erbgangs das von Willebrand-Syndrom, daß ihr in seinem klinischen Erscheinungsbild jedoch sehr ähnlich ist. Beim von Willebrand-Syndrom liegt meist ein kombinierter Mangel an von Willebrand-Faktor und Faktor VIII vor.
Alle drei Bluterkrankheiten können in verschiedenen Schweregraden auftreten, d.h., der Mangel an Gerinnungsfaktor kann vollständig oder nur teilweise sein. Nur bei der schweren Hämophilie und beim schweren von Willebrand-Syndrom muß man damit rechnen, daß Blutungen auch spontan, ohne äußere Einwirkung auftreten.
Die Hämophilie ist eine eher seltene Erkrankung. Sie tritt bei einem von etwa 5000 bis 8000 männlichen Neugeborenen auf. Mädchen erkranken nahezu nie an ihr. Allerdings kann die Gerinnungsfähigkeit ihres Blutes in unterschiedlichem Ausmaß vermindert sein, falls sie Überträgerinnen einer Hämophilie sind.
(Quelle: Interessengemeinschaft Hämophiler e.V. (IGH))
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Weblinks
Deutsche Hämophiliegesellschaft (DHG)
Interessengemeinschaft der an einer angeborenen oder erworbenen Blutungskrankheit Leidenden, ihrer Angehörigen sowie ihrer medizinischen und sozialen Betreuer.
IGH - Interessengemeinschaft Hämophiler e.V.
Die im Sommer 1992 gegründete IGH e.V. ist ein bundesweit tätiger Patientenverband, der die Interessen der an einer angeborenen Blutungskrankheit leidenden Menschen und ihrer Angehörigen vertritt.
Schweizerische Hämophilie-Gesellschaft (SHG)
Die SHG hat etwas über 700 Mitglieder und vertritt die Mehrheit der ca. 700 Hämophilen in der Schweiz. Neben Betroffenen mit einer Hämophilie A oder einer Hämophilie B vertritt die SHG auch Betroffene mit selteneren angeborenen Gerinnungsstörungen wie z.B. Von-Willebrand-Syndrom oder Afibrinogenämie.
Österreichische Hämophiliegesellschaft (ÖHG)
Auf dieser Website werden aktuelle Infos über Veranstaltungen und medizinische Neuigkeiten zum Thema Hämophilie angeboten. Weiters wird auf Geschichte, Arbeitsschwerpunkte und Kontaktmöglichkeiten der ÖHG eingegangen und die Ausgaben der ÖHG-Zeitschrift 'FAKTOR' können eingesehen werden.
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