Gesichtsversehrte / Epithesen
Epithesen sind für Körperversehrte und für Gesichtsversehrte im Besonderen ein sehr wichtiges Hilfsmittel. Sie dienen vor allem zur Bedeckung und zum Ausgleich bei Kopf und Halsdefekten, auch zur Anwendung in funktioneller Hinsicht, ähnlich einer Prothese.
In der Tumor-Chirurgie ist es häufig unumgänglich, dass Defekte im Gesicht entstehen, die mit plastisch- rekonstruktiven Maßnahmen operativ nicht behoben werden können. Da diese Defekte nicht zu verbergen sind, verlangt man hier eine Prothetik in der sensibelsten Art, wie es eben nur die Epithetik vermag. Strukturen wie Ohr, Orbita, Nase oder äußere Gesichtsdefekte lassen sich mit körpereigenem Gewebe nicht immer ästhetisch und kosmetisch rekonstruieren, so dass dann ein künstliches Gesichtsteil erforderlich wird.
Mit Epithesen werden also Organverluste verdeckt, die durch eine
» Krebserkrankung, und der daraus infolge nötigen Tumorresektion entstanden sind, oder aber begründet durch die bereits genetisch bedingte Nichtanlage. Zu dem betroffenen Personenkreis zählen selbstverständlich auch Menschen die durch Unfälle, Verbrennungen, oder auch als Folge von Gewalteinwirkung Schaden an ihrem Körperbild genommen haben.
Zu den Gesichtsversehrten gehören auch jene, die irreparabel nicht nur extraorale Defekte (außerhalb des Körpers) sondern auch intraoral (im Körper, z.B. der Mundhöhle) körpereigenes Gewebe, sowie Knochen und Knorpelanteile verloren haben und nun ebenso entscheidend in ihrer Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigt sind.
Der Rehabilitation von Patienten mit Kopf- Halsdefekten nehmen sich daher Spezialisten an, die in medizinischer, sowie in medizin-technischer Hinsicht bereits eine qualifizierte Ausbildung in dieser Richtung absolviert haben. Meist sind es Ärzte aus dem MKG und HNO Bereich und Zahntechniker die sich speziell in diesem Aufgabengebiet weitergebildet haben und kooperativ zusammenarbeiten, um dem Gesichtsversehrten einen hochwertigen Epithesenersatz zu bieten. Die in dieser Spezifikation arbeitenden Spezialisten nennen sich Epithetiker oder Anaplastologen.
Neben dem Epithetiker, übernehmen vor allem die Ocularisten (Augenprothetiker) einen sehr wichtigen Anteil der Rehabilitation von Gesichtsfeldversehrten. Mit den von ihnen hergestellten Glasaugen, sind sie für Menschen die einen Augenverlust erlitten haben, meist der erste Ansprechpartner zu einer adäquaten Rehabilitation. Sie unterstützen ebenfalls die Epithetiker, indem sie für diese, für den Patienten nach Orbitaverlust, die nötigen Augenschalen für die Orbitaepithese herstellen.
Heute werden Epithesen meist aus Medical – Silikon hergestellt. Dieses Material wird körperwarm, ist angenehm weich wie die menschliche Haut und kann in alle Hautfarbtöne eingefärbt werden, so dass ein Defekt unauffällig verdeckt werden kann. [...]
(Quelle: TULPE e.V.)
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