Fibromyalgie
DefinitionFibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine schwere, chronische Erkrankung ohne entzündliche Werte, die mit generalisierten Schmerzen in der Muskulatur und an den Sehnenansätzen einhergeht und nicht psychisch bedingt ist.
HäufigkeitIn Deutschland leiden ca. 2,4% (Dunkelziffer) der Bevölkerung an Fibromyalgie. Hierbei sind ca. 80% der Betroffenen Frauen und mit den verbleibenden 20% stellen die Männer eine deutliche Minderheit dar. Die Erkrankung beginnt meist um das 35. Lebensjahr und hat einen Häufigkeitshöhepunkt im und nach dem Klimakterium. In manchen Familien kommt sie gehäuft vor. Bereits bei Kindern wird Fibromyalgie diagnostiziert. Bis ins hohe Alter kann man davon betroffen werden.
SymptomeIm Vordergrund stehen starke
Schmerzen vor allem in der Muskulatur und an den Sehnenansätzen. Dabei sind nicht nur die Extremitäten sondern auch der Rumpf betroffen. Häufig wird der Schmerz als großflächig, fließend und brennend beschrieben. Die Patienten haben oft das Gefühl, die schmerzhaften Weichteile seien diffus geschwollen und kleine Verdichtungen des Unterhautfettgewebes werden als schmerzhafte Knötchen (Trigger Points) empfunden. Die Schmerzen halten über lange Zeit, meist über Jahre, an und können bei manchen Patienten durch intensive körperliche Arbeit verstärkt werden. Mögliche Begleitsymptome (über 100) bei der Fibromyalgie können u.a. Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Reizdarm, Depressionen, Abgeschlagenheitsgefühl und Konzentrationsschwäche sein. Da die Fibromyalgie immer noch vielen Ärzten unbekannt ist, haben die Patienten bis zur Diagnosestellung (derzeit durchschnittlich sechs Jahre) oft eine Vielzahl von Ärzten besucht und viele verschiedene, teilweise unnötige diagnostische Maßnahmen hinter sich.
DiagnoseDie Diagnose wird durch die typische Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung gestellt. Hierbei finden sich die charakteristischen, sehr schmerzhaften
"Tender Points" (Schmerzdruckpunkte), die vor allem an den Sehnenansätzen, also in der Nähe der Gelenke und am Rumpf, lokalisiert sind.
TherapieBei Fibromyalgie ist eine interdisziplinäre Behandlung dringend erforderlich. Hierbei sollten physikalische Therapien sowie Krankengymnastik, Entspannung, Psychotherapie (Schmerz- und Krankheitsbewältigung) in die medikamentösen Therapien mit einbezogen werden.
SelbsthilfeSelbsthilfegruppen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen und werden als Ergänzung zur professionellen Dienstleistung gesehen.
Ärzte weisen die Betroffenen immer öfter auf Selbsthilfegruppen hin, die auch von den Krankenkassen gefördert werden. Bei Fibromyalgie und auch anderen chronischen Erkrankungen gibt es bis jetzt noch keine Heilung sondern nur Linderung der Beschwerden. Die Akzeptanz der Krankheit und die Lebensumstellung spielen eine zentrale Rolle.
(Quelle: Deutsche Fibromyalgie-Vereinigung (DFV) e.V.)
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Weblinks
Fibromyalgie Forum Schweiz (FFS)
Da oftmals Fibromyalgie-Betroffene glauben, dass sie alleine von den rätselhaften Symptomen betroffen sind, ist die Organisation Fibromyalgie Forum Schweiz eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene sowie deren Angehörige. Beim FFS können sie Kontakte mit Leidgenossen knüpfen. Diese Kontakte können für die meisten Leidtragenden eine sehr grosse Entlastung und praktische Hilfe sein.
Fibromyalgie-Selbsthilfe Rhein-Main-Kinzig
Die Fibromyalgie-Selbsthilfe Rhein-Main-Kinzig ist seit 1998 im ehrenamtlichen Bereich aktiv. Die praktische Unterstützung und die Vermittlung von Fachinformationen für FM-Betroffene stehen im Mittelpunkt.
Schweizerische Fibromyalgie-Vereinigung
Ziele des Verbandes: gegenseitige Hilfe und Unterstützung der Fibromyalgie-Kranken und ihrer Familie, Veröffentlichung von Informations-Material und Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses Syndrom, Anregung der medizinischen und pharmazeutischen Forschung zur Verbesserung der Behandlungsmethoden.
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