Hirnverletzte
Die Zahl der Menschen, die schwere Schädel-Hirn-Verletzungen nach Unfällen,
» Schlaganfälle oder andere Krankheiten des Gehirns überleben, nimmt außerordentlich zu. So müssen in Deutschland etwa 275 000 Menschen pro Jahr wegen Kopfverletzungen in einem Krankenhaus behandelt werden, wovon 20% der Verletzungen als schwer einzustufen sind. Präventionsmaßnahmen und bessere Behandlungsmöglichkeiten haben dazu geführt, dass die Sterblichkeit wegen Kopfverletzungen in den vergangenen 35 Jahren um gut sechzig Prozent gesenkt werden konnte. Bei Unfällen mit Schädel-Hirn-Verletzung werden die Nervenbahnen im Gehirn und die Hirnsubstanz durch die grobe Gewalteinwirkung unmittelbar geschädigt. Es kommt zusätzlich zu Blutungen im Gehirngewebe und zur Freisetzung schädigender Stoffwechselprodukte, die weitere Areale der Hirnsubstanz schädigen können. Schon nach Stunden kann das Gehirn stark anschwellen. Im Schädel entsteht dann ein Druck auf das Hirngewebe mit Verschlechterung der Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns, weil Blutgefäße und Gehirnzellen zusammengepresst werden. Spätere Funktionsstörungen sind eng mit den Orten der Schädigungen im Gehirn verbunden. Schädigungen des motorischen Kortex führen zu Lähmungserscheinungen in Armen, Beinen, Händen und Füssen. Schädigungen des sensorischen Kortex führen zu beeinträchtigtem Empfindungsvermögen und zu Beeinträchtigungen in den verschiedenen Modalitäten der Wahrnehmung. Schädigungen in Hirnarealen, die der Sprachverarbeitung oder den Gedächtnisfunktionen dienen, ziehen Sprach- oder Gedächtnisstörungen nach sich. Bei Beeinträchtigungen frontaler Hirnareale sind oft die Planungsfähigkeit des eigenen Verhaltens, die soziale Kompetenz und die Persönlichkeit betroffen. Über diesen engen Zusammenhang hinaus haben Schädigungen grundlegender Funktionen wie der Aufmerksamkeit und der Sinneswahrnehmung Auswirkungen auf die höheren Funktionen der bewussten sprachlichen und visuell-räumlichen Informationsverarbeitung. Zudem können relativ kleine aber zentrale Substanzstörungen weitreichende oder diffuse Funktionsstörungen nach sich ziehen. (Quelle:
» Ratgeber Neuropsychologie: Antworten auf die häufigsten Fragen von Patienten und Angehörigen
. Hogrefe Verlag. ISBN: 978-3-8017-2196-1)
(Quelle: Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) e.V.)
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Aphasie
,
Hirn-Aneurysma
,
Hirntumor
,
Infantile Cerebralparese
,
NBIA
,
Schlaganfall
,
Wachkoma (Apallisches Syndrom)
Weblinks
BDH Bundesverband für Rehabilitation und Interessenvertretung Behinderter e.V.
Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden, Versicherungen und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Von einer Hirnschädigung Betroffene und ihre Angehörigen geraten oft in soziale Isolation. Der BDH fördert deshalb den Kontakt von Betroffenen untereinander und mit Fachleuten in Selbsthilfegruppen und den Kreis- und Ortsverbänden.
Deutsche Gesellschaft für neuropsychologische Rehabilitation e.V. (DGfNR)
Die DGfNR unterstützt die soziale und berufliche Rehabilitation von Menschen, die aufgrund einer traumatischen oder erkrankungsbedingten Hirnschädigung unter neuropsychologischen Veränderungen/Einschränkungen in ihrem Erleben und Verhalten leiden. Nach konservativen Schätzungen sind hiervon mindestens 2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen. Infolge dieser Veränderungen/Einschränkungen können diese Menschen nach Abschluss der Behandlung im Krankenhaus oft nur sehr begrenzt und selbstbestimmt am normalen Leben - Alltag, Familie, Sozialkontakte, Ausbildung, Berufstätigkeit - teilhaben.
FORUM GEHIRN e.V. - Bundesverband für Menschen mit Hirnschädigung und deren Angehörige
"Unsere Selbsthilfegruppen (SHG) sind wichtige Wegbegleiter für alle Betroffenen und deren Angehörige. Wir lernen mit dem Krankheitsbild und deren Folgen in der Familie umzugehen. Hilfestellung bieten wir beim Kampf gegen Bürokratie bis hin zu Tipps für die pflegenden Angehörigen zuhause. Unsere Mitglieder haben Erfahrungen gesammelt über Rehabilitations-Kliniken (Phase B) und Pflegeeinrichtungen (Phase F) stationär und ambulant, die sich auf Schädel-Hirn-Verletzungen spezialisiert haben. Unsere Treffen sind problembezogen gestaltet und wir lernen so auf vielfältigste Art und Weise dazu. Zur Seite stehen uns Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und Sozialarbeiter. Sehr wichtig sind die betroffenen Angehörigen, die ihre eigenen Erfahrungen vermitteln."
FRAGILE Suisse
FRAGILE Suisse ist die schweizerische gemeinnützige Vereinigung, die sich gemeinsam mit Betroffenen für die Anliegen von Menschen mit einer Hirnverletzung aus Hirnschlag (Schlaganfall), Kopfverletzung, Hirnblutung oder Krankheit (z.B. Tumor) und ihren Angehörigen einsetzt. 11 regionale Vereinigungen und das Zentralsekretariat in Zürich bieten ihre Dienstleistungen flächendeckend in der ganzen Schweiz an. FRAGILE Suisse fördert das Verständnis für Menschen mit einer Hirnverletzung und hilft mit einem breiten Dienstleistungsangebot Betroffenen und Angehörigen direkt.
Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) e.V.
Die Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) e.V. ist eine gemeinnützige wissenschaftliche Fachgesellschaft, die 1986 von Diplom-Psychologinnen und Diplom-Psychologen gegründet wurde. Sie vertritt mit ihren derzeit ca. 1.500 Mitgliedern die fachlichen und berufspolitischen Interessen derjenigen DiplompsychologInnen, die in der Forschung, in klinischen Arbeitsfeldern, in der pharmazeutischen Industrie und im forensischen Bereich als Neuropsychologinnen und Neuropsychologen tätig sind. Das zentrale Anliegen der Neuropsychologen ist die Diagnostik und Therapie der Funktionsstörungen, die Patienten nach Unfällen, Schlaganfällen oder anderen Krankheiten (Tumore etc.) des Gehirns erleiden.
Gesellschaft für NeuroPsychologie Österreich (GNPÖ)
Die Gesellschaft für NeuroPsychologie Österreich (GNPÖ) ist ein nicht auf Gewinn ausgerichteter Verein. Der Verein wurde ins Leben gerufen, um die Anliegen der in diesem Berufsfeld arbeitenden Psychologen sowohl innerhalb der Berufsgruppe als auch auf berufspolitischer Ebene vertreten zu können. Neben dem vorrangigen Ziel der Förderung der Neuropsychologie im wissenschaftlichen und klinischen Bereich und dem damit verbundenen Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheitspflege ist die Entwicklung professioneller Standards im Zusammenhang mit der universitären und postgraduellen Ausbildung der Psychologen Ziel der Gesellschaft.
hiki - Hilfe für hirnverletzte Kinder (Schweiz)
hiki ist ein 1986 gegründeter Elternverein mit dem Ziel, Kinder mit einer Hirnverletzung und deren Familien ideell und materiell zu unterstützen. Er vertritt die Idee der Integration und setzt sich dafür ein, dass hirnverletzte Kinder einen Platz in unserer Gesellschaft finden. Er unterstützt die betroffenen Eltern bei der Arbeit mit Fachleuten aus Medizin, Psychologie und Sonderpädagogik und arbeitet vernetzt mit anderen sozialen Institutionen zusammen. hiki versteht sich als Kontaktstelle für Fragen und Informationen rund um die Anliegen hirnverletzter Kinder, für Betroffene, Interessierte und die Öffentlichkeit.
Schweizerische Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen (SVNP)
Die SVNP wurde 1991 gegründet und vertritt universitär ausgebildete Neuropsychologinnen und Neuropsychologen aus allen Regionen der Schweiz. Als nationaler Fachverband bezweckt sie die Förderung der Neuropsychologie. Die Neuropsychologie befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen dem Zentralnervensystem/Gehirn und dem Erleben, Denken, Verhalten. Die Arbeitsbereiche umfassen sowohl die klinische Diagnostik und die Behandlung von neuropsychologischen Störungen als auch die wissenschaftliche Forschung. Die SVNP setzt ihre Schwerpunkte einerseits in der Berufspolitik, andererseits aber auch in der klinischen und wissenschaftlichen Neuropsychologie. Die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Gesundheit und der Forschung soll gefördert werden.
Schädel-Hirnpatienten in Not e.V.
Der Verein, Schädel-Hirnpatienten in Not e.V., vertritt bundesweit in allen Phasen (A bis G) die Betroffeneninteressen von Schädel-Hirnpatienten, Betroffenen mit Schädel-Hirn-Trauma (SHT), Wiederbelebten (Reanimierten), Patienten mit schwerem Schlaganfall, Hirnblutung, usw., Patienten im Koma und Wachkoma (Apallisches Durchgangssyndrom)!
Selbsthilfegruppe Schädel-Hirn-Trauma Wien
Aufgaben: Beratung über weitere Versorgungsmöglichkeiten nach dem SHT (medizinische und therapeutische Versorgung, Wohnmöglichkeiten, rechtliche Unterstützung, Beratung bei Versicherungsproblemen, Verbindung zu anderen SHG, etc.), Informationsaustausch unter den Betroffenen, regelmäßige Treffen der SHG, informative Vorträge bei jedem Treffen (Die Themen entsprechen den Wünschen und Interessen der Mitglieder), u.a. - Mit Linkliste anderer Selbsthilfegruppen in Österreich.
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems
Die Arbeit und Hilfe der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen: Seit 1983 konnte die Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Neurorehabilitation stark ausgebaut werden. Mit dem alle zwei Jahre verliehenen Förderpreis bietet die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung jungen Wissenschaftlern Anreize zur Forschung auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. - Aus Spendenmitteln wurden bis Ende 2006 25,2 Mio EURO für 516 Projekte der Forschung, Therapie, Rehabilitation, Pflege und Prävention bereitgestellt. - In den nächsten Jahren ist eine der Hauptaufgaben, gemeinsam mit Partnern Konzepte für die Versorgung zu erarbeiten, die ergänzend zu den bisherigen Systemen zum Wohle der Betroffenen umgesetzt werden können. Dazu gehört insbesondere die Vernetzung der einzelnen Organisationen, mit dem Ziel, Wissen zu bündeln, gemeinsam neue Ansätze in die politischen Entscheidungswege einzubringen und die Möglichkeiten für die Betroffenen zu erweitern.
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