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4hc-Handicap-Datenbank

[Bild: Lupe]In der 4hc-Handicap-Datenbank findest Du erklärende Texte zu vielen schweren und seltenen Krankheitsbildern, sowie Behinderungen und Links zu denen, die sich damit auskennen, wie Selbsthilfegruppen, Initiativen, Verbände und Fachgesellschaften.

Wie die Datenbank aufgebaut ist und wie Du sie am besten nutzt, erklärt Dir das » ABC der 4hc-Handicap-Datenbank.

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COPD - Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung


Chronische Bronchitis und Lungenemphysem treten (wegen der gemeinsamen Ursache) in vielen Fällen gemeinsam auf und verlaufen im Endstadium sehr ähnlich, so dass man sie dann nicht mehr genau voneinander trennen kann. Es hat sich deswegen der Ausdruck COPD eingebürgert (Chronic Obstructive Pulmonary Disease oder chronisch-obstruktive Lungenerkrankung).

Das Hauptproblem ist eine langsam fortschreitende Abnahme der Atemkapazität durch Zerstörung des Lungengewebes: Aus den feinen Lungenbläschen werden zunehmend größere, schlaffe Luftsäcke. Der Gasaustausch funktioniert nicht mehr, deswegen wird zu wenig Sauerstoff ins Blut aufgenommen, das Kohlendioxid wird nicht ausreichend abgeatmet, es staut sich im Blut und vergiftet den Menschen. Die schlaffen Luftsäcke haben wie ein ausgeleierter Luftballon nicht mehr die Kraft, die Luft aus dem Brustraum zu entfernen. Zusätzlich sind die Bronchien durch Gewebezerstörungen nicht mehr stabil, beim kleinsten Ausatemdruck fallen sie in sich zusammen (kollabieren) und verschlechtern die Ausatmung noch weiter.

Chronische Bronchitis und Lungenemphysem fasst man heute meist zusammen (s. oben) und nennt das Krankheitsbild dann COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease - auf deutsch: chronisch-obstruktive Lungenerkrankung). Das macht man deshalb, weil fast immer beide Erkrankungen zusammen vorkommen, wobei durchaus bei einem Menschen die Bronchitis ausgeprägter sein kann, und beim anderen eher das Emphysem im Vordergrund steht. Bei beiden Erkrankungen ist auch das Zigarettenrauchen eine der wichtigsten Ursachen. So hat es sich für die Praxis als sinnvoller erwiesen, die zwei Krankheitsbilder zusammen zu betrachten und auch zu behandeln.

(Quelle: COPD - Deutschland e.V.)




Der folgende einführende Artikel erschien anlässlich des Symposiums Lunge 2007. Eingestellt mit freundlicher Genehmigung von Jens Lingemann, Selbsthilfegruppen Lungenemphysem-COPD.

„COPD und Lungenemphysem“
- Krankheit und Herausforderung -


PD Dr. Susanne Lang, Chefärztin der Karl-Hansen-Klinik, Bad Lippspringe
Jens Lingemann, Selbsthilfegruppen Lungenemphysem-COPD


Während viele chronische Krankheiten durch die Fortschritte der Medizin heute schon früh erkannt und behandelt werden können, wird die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) - mit oder ohne Emphysem - häufig auf die leichte Schulter genommen und erst spät einer fachärztlichen Behandlung zugeführt. Das Wissen über diese Volkskrankheit, über deren Ursachen, Verlauf, Diagnosestellung und Behandlung ist sowohl bei den Patienten als auch bei Risikopersonen (Rauchern, Menschen mit familiärer Belastung) nicht sehr groß. Häufig sind Arzt und Patient der Meinung dass Frühsymptome wie Husten und Auswurf beim Raucher „einfach dazugehören“. Der sogenannte AHA Effekt – Auswurf - Husten - Atemnot – zeigt dann erst spät ein Stadium der Erkrankung an, in dem schon viele funktionelle Defizite bestehen.

Die COPD ist durch eine Enge der Atemwege charakterisiert, die durch die chronische Bronchitis und den Verlust an Lungengewebe (Zerstörung der Lungenbläschen, Emphysem) bedingt ist. Anders als bei Asthma kommt es nicht zu typischen Atemnotsanfällen, z.B. während der Allergiesaison, sondern zu einem Fortschreiten der Krankheit mit zunehmender Atemnot, Husten und Auswurf. Auslöser ist neben häufigen Infekten meist das Zigarettenrauchen, es können aber auch Nichtraucher betroffen sein. Als Risikofaktoren werden in solchen Fällen die genetische Veranlagung, Störungen des Lungenwachstums, berufsbedingte Belastungen durch Stäube, die allgemeine Luftverschmutzung sowie häufige Atemwegsinfektionen in der Kindheit angesehen.
Viele Patienten berichten, dass sie im Laufe ihrer „Krankheitskarriere“ erst keinen Sport mehr machen wollten, dann sei Trainingsmangel hinzugekommen und erst bei Einschränkungen im täglichen Leben (z.B. Treppensteigen) hätten sie den Ernst der Lage verstanden.

Weltweit ist die COPD eine der häufigsten Krankheiten und die Anzahl der Betroffenen wird in Deutschland auf 4 bis 7% der Bevölkerung geschätzt; entsprechend rund 4 bis 5 Millionen Bundesbürgern. Man schätzt, dass die COPD im Jahr 2020 vom siebten Platz (2002) auf den dritten Platz der Todesursachen vorrücken wird.

Eine COPD kann nicht geheilt werden, deshalb muss in jedem Krankheitsstadium versucht werden ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, mindestens aber zu verlangsamen. Sobald die Diagnose feststeht, wird mit einer auf das jeweilige Stadium der Krankheit abgestellten medikamentösen Therapie begonnen.
Als wichtige Säulen der Therapie werden neben den Medikamenten ein angepasstes körperliches Training, Schulung, Atemphysiotherapie, Ernährung und Hilfsmittel angesehen. Körperliches Training führt bei COPD-Patienten zur Verbesserung der Lebensqualität und Belastbarkeit und zur Verringerung der Exazerbationsrate und sollte daher Teil der Langzeittherapie sein. Sinnvoll erscheint insbesondere die Kombination der Ernährungstherapie mit körperlichem Training, z. B. im Rahmen eines Rehabilitationsprogrammes.
Jeder Patient mit COPD sollte außerdem Zugang zu einem spezifischen Schulungsprogramm erhalten. In den letzten Jahren hat man erkannt wie wichtig die Aufklärung und Schulung von Patienten sind. Letztlich kann ein geschulter Patient zum Experten seiner Krankheit werden und rechtzeitig bei Problemen eingreifen.
Hauptziele der Atemphysiotherapie sind eine Erleichterung der erschwerten Atmung in Ruhe und unter Belastung sowie eine Verbesserung der Hustentechnik. Dazu gehören Selbsthilfetechniken bei Atemnot - vor allem die „atemerleichternden Körperstellungen“ (z. B. Kutschersitz) und die „dosierte Lippenbremse“, aber auch Geh- und Treppensteig-Training, Hustentechniken und die Anwendung von Hilfsmitteln (Cornet, Flutter, PEP-Maske) um das Abhusten zu erleichtern.

Nur sehr eingeschränkte medikamentöse Möglichkeiten der Behandlung bestehen für das Lungenemphysem. Bei dieser chronischen Atemwegserkrankung hat ein Umbau der Lungenbläschen zu größeren Blasen stattgefunden. Als Folge dieser Veränderung ist die Oberfläche kleiner geworden an der der Austausch des Sauerstoffs und Kohlendioxids ins Blut stattfindet. Durch die veränderten Lungenbläschen ist auch eine Art Barriere für den Austausch des Sauerstoffs entstanden (Diffusionsstörung), die man in der Lungenfunktion messen kann. Bei gesteigertem Sauerstoffbedarf unter körperlicher Belastung kann so nicht mehr genug Sauerstoff an die Muskulatur geliefert werden und es kommt zur Atemnot. Je nach dem Ausmaß eines Lungenemphysems entsteht Atemnot schon bei leichter körperlicher Belastung. Häufig hilft dann nur noch eine Langzeit- Sauerstofftherapie, um den Sauerstoffmangel auszugleichen.

Man sollte nie vergessen, dass das wirksamste Prinzip zur Behandlung der COPD und des Lungenemphysems der Verzicht auf das Rauchen ist! Trotzdem nützt der erhobene Zeigefinger nichts, sondern es muss quasi ein Klick den Motivationshebel umlegen, um Nichtraucher zu werden. Die Behandlung einer COPD oder eines Lungenemphysems kann auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn es zu einer regelmäßigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient kommt. Dazu gehört für den Patienten – nachdem er einen aus seiner Sicht kompetenten Arzt gefunden hat – die Bereitschaft eine Mitverantwortung für den Erfolg seiner Behandlung zu übernehmen. Damit der Patient dies auch tatsächlich kann, braucht er ein Basiswissen über die Art, den Schweregrad und die derzeit verfügbaren Therapiemöglichkeiten und spätestens hier sollten auch die Selbsthilfegruppen genannt werden.

Aufklärung tut also not. Wer könnte das besser als Patientenorganisationen. Sie werden jeden Tag von uninformierten Patienten angerufen, die häufig nach der Diagnose ihres Arztes „Sie haben COPD!“ hilflos und ratsuchend sind, weil ihnen niemand gesagt hat, dass sie eine schwere Erkrankung haben und sie nicht wissen, wie sie mit der Krankheit umgehen sollen. Eine dieser Organisationen ist die seit 6 Jahren bestehende Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD, die Betroffenen und deren Angehörigen die Möglichkeit gibt, sich in regionalen Gruppen zu informieren und auszutauschen. Außerdem betreibt die Gruppe eine Mailingliste, auf der sich alle Betroffenen aber auch deren Angehörige per E-Mailkontakt austauschen können. Dies ist für viele Patienten umso wichtiger, da es in vielen Gegenden Deutschlands und den Nachbarländern keine regional tätigen Selbsthilfegruppen gibt.

Das Symposium Lunge 2007 ist eine gemeinsame Veranstaltung von drei Patientenorganisationen, nämlich der
- Selbsthilfegruppen Lungenemphysem-COPD
- COPD - Deutschland e.V.
- Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Diese Patientenorganisationen sehen den Schwerpunkt ihrer Arbeit in einem breiten Angebot von Informationen für Patienten mit einer COPD oder einem Lungenemphysem. Sie unterhalten zurzeit fast 50 lokale und regionale Selbsthilfegruppen, in denen regelmäßig Vorträge zu Themen im Zusammenhang mit der Bewältigung einer COPD oder einem Lungenemphysem angeboten werden. Auf ihren Internet-Seiten bieten sie eine Fülle von wichtigen Informationen für den Umgang mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Die Zusammenarbeit der drei oben genannten Patientenorganisationen wird geprägt von der Erkenntnis, dass vor allem die Situation der Menschen mit einer COPD und einem Lungenemphysem vor Ort verbessert werden muß.

» zur Nachbetrachtung der Symposien Lunge 2007-2009

» zum aktuellen 4. Symposium Lunge 2011


Forum

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» "Pflege, Medizin & Forschung"


siehe auch: Lungenemphysem , Pulmonale Hypertonie

Weblinks

COPD - Deutschland e.V.
Ziele des Selbsthilfevereins COPD - Deutschland e.V. ist Hilfe für Atemwegskranke zu leisten, gesundheitsförderliche Umfelder zu schaffen, gesundheitsbezogene Projekte zu unterstützen, die Hilfe zur Selbsthilfe im Allgemeinen zu fördern, die Selbstbestimmung und Eigenkompetenz des Einzelnen zu stärken, die Kooperation zwischen Betroffenen, den Fachmedizinern, Krankenhäusern und Rehakliniken zu fördern und Durchführung von Informationsveranstaltungen, die durch fachmedizinische Beteiligung ein breites Spektrum der neuesten Erkenntnisse über die Erkrankung in der Öffentlichkeit verbreiten sollen.

Selbsthilfegruppe Lungenemphysem - COPD Deutschland
Themen unserer Selbsthilfeorganisation sind das Lungenemphysem; Alpha-1-Antitrypsinmangel; COPD; Bronchiektasen; Asthma; Fibrose; Lungentransplantation; Lungenvolumenreduktion; Lungenhochdruck; Sauerstoff-Langzeit-Therapie.

Wir erreichen und informieren zum jetzigen Zeitpunkt mehr als 8500 betroffene Erkrankte und Angehörige.

Auf der Mailingliste sind zur Zeit 1936 Teilnehmer angemeldet die grösstenteils aus Deutschland, aber auch aus Belgien, England, Frankreich, Irland, Kanada, Luxemburg, Mexiko, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien, Spanien,Tschechien, Türkei und den USA stammen.

In unseren 47 regionalen autark tätigen Selbsthilfegruppen informieren und betreuen wir derzeit 4672 Gruppenteilnehmer, außerdem erhalten
1919 Abonnenten, darunter auch viele Lungenfachärzte, Lungenkliniken und Pneumologische Rehakliniken unseren kostenlosen 1-2 mal wöchentlich erscheinenden Newsletter.

Sämtliche Aktivitäten und Bemühungen unseres Projekts können selbstverständlich keinesfalls die absolut notwendige Lungenfachärztliche Behandlung ersetzen.

Jens Lingemann (Februar 2010)

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