Asbestose
Besonders in den Jahren von 1950 bis 1990 wurden in den alten und verstärkt in den neuen Bundesländern über 10 Millionen Tonnen Asbest, vorwiegend für Asbestzementprodukte, für Rohre, Platten, Fassaden- und Dachabdeckungen, sowie für den Feuerschutz in Gebäuden eingesetzt. Diese finden wir noch heute in den Altlasten. Diese Faser der tausend Möglichkeiten wurde auch verwendet für die Wärmedämmung von Turbinen in den Kraftwerken, Dichtungen bei Dampfversorgungsanlagen, aber auch für Flüssigkeits- und Luftfilter, Bremsbeläge, sowie für die Schutzkleidung bei der Feuerwehr oder für die Arbeiter am Hochofen.
Eine Aufklärung über die Gesundheitsgefahren bei der Herstellung und Verwendung von Asbestmaterial erfolgte damals weder bei uns und noch bei vielen anderen. Ein Atemschutz war nur selten vorgesehen.
Seit 1993 besteht in Deutschland ein Asbestverbot für die Herstellung und Verarbeitung. Die vielen Altlasten z.B. an Gebäuden müssen nun vorschriftsmäßig entsorgt werden. [...]
Das Fatale am Asbest ist, dass er sich in immer kleinere Fasern aufspalten kann - bis hin zum feinen Staub, der durch die Luft schwebt. Wird Asbestfaserstaub mit einer bestimmten Größe eingeatmet, lagert er sich an den Lungenbläschen ab. Die winzigen Fasern reizen, durchstoßen und zerstören schließlich das Gewebe. Es verhärtet. Diese "Asbestose" kann unter anderem der Ausgangspunkt für Krebserkrankungen sein. Überall wo diese Faser sich einnistet, richtet sie Unheil an. [...]
Es können ein bis drei Jahrzehnte vergehen, bis die Faser ihre tückische Wirkung zeigt. Die Folge ist dann nicht nur eine Einschränkung des Atemvolumens. Es kann auch zu bösartigen
» Tumoren in der Lunge, an Rippen- und Bauchfell und am Kehlkopf kommen.
(Quelle: Asbestose Selbsthilfegruppe e.V.)
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siehe auch:
Lungenfibrose
,
Silikose
Weblinks
AsbestOpfer.de 2.0
Informationen zum Thema Rippenfellkrebs / Pleuramesotheliom. - Homepage der Familie eines an Asbestose Verstorbenen. Mit Erfahrungsberichten von Betroffenen.
Asbestose Selbsthilfegruppe e.V.
Gemeinnützige, bundesweit tätige Selbsthilfegruppe von Mitgliedern und Förderern, die direkt oder indirekt durch eine Asbesterkrankung betroffen sind. Der Verein fördert: Kontakte sowie den Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen den Erkrankten und auch den Angehörigen; Beratung durch Betroffene, Fachärzte, Fachkliniken und Therapeuten über Vorsorge, Diagnose, Therapien, medizinische Behandlungen und ergänzende alternative Heilmethoden; Kontakte zu den Krankenkassen, Unfallversicherungsträgern zur Klärung der Vorsorge, Heilbehandlung, Therapien und Rehabilitation, Anerkennung von Berufskrankheiten, Rente; Öffentlichkeitsarbeit, Information.
Verein für Asbestopfer und Angehörige Schweiz (VAO)
Der Verein fördert die Kontaktaufnahme und Selbsthilfe unter Asbestopfern und Angehörigen. Im Rahmen seiner Möglichkeiten setzt er sich für die medizinischen und rechtlichen Belange von in- und ausländischen Asbestgeschädigten ein. Er verhandelt mit den zuständigen Versicherungen und setzt sich für sachgerechte Lösungen ein. Er verfolgt die Rechtsprechung zum Thema "Asbest". Zudem strebt er eine umfassende Information der Öffentlichkeit über die Asbestproblematik und deren Folgen in der Schweiz an. Er fordert den verantwortungsvollen Umgang mit der Altlast "Asbest". Die Mitglieder erhalten eine kostenlose Erstberatung und werden auf Wunsch an fachkundige Stellen weiter verwiesen. Der Verein informiert die Mitglieder periodisch und persönlich über die Ergebnisse seiner Arbeit.
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