Taubheit
Hörgeschädigte Menschen sind durch dauerhafte gravierende Beeinträchtigung ihres Hörvermögens betroffen und in bezug auf ihre Kommunikation mit vollhörenden Menschen besonderen Erschwernissen ausgesetzt. Fast jede Hörschädigung ist in anderer Art und Weise charakterisiert. Von besonderer Bedeutung für die individuelle Lebensgestaltung ist das Ausmaß einer Hörschädigung, bestimmend sind aber auch beispielsweise der Entstehungszeitpunkt oder die Art der Hörschädigung. Durch technische Hilfen können Hörschädigungen unterschiedlich, selten vollständig ausgeglichen werden. Wichtig ist der individuelle Weg in der Auseinandersetzung mit der Behinderung.
Tritt der Hörverlust bereits mit der Geburt oder in der frühesten Kindheit ein, so ist keine natürliche Entwicklung der Lautsprache möglich, sie muß mühevoll aufgebaut werden. Im Rahmen von Fördermaßnahmen muß der Gehörlose Wörter, Sätze und das Sprechen lernen. Sein Sprechen ist oft schwer verständlich, weil er es wegen des fehlenden Gehörs nicht kontrollieren kann. Ohne Zuhilfenahme der Gebärdensprache ist die Verständigung Gehörloser mit hörenden Personen, die nicht direkt etwas mit gehörlosen Kindern oder gehörlosen Erwachsenen zu tun haben, sehr schwierig. Viele Gehörlose haben deshalb nur wenig Kontakt zu Hörenden. Untereinander haben sie mit der Gebärdensprache ein vollwertiges Kommunikations- und Ausdrucksmittel. Die Gebärdensprache wird auch wissenschaftlich erforscht und gelehrt.
Mit der Hörschädigung geht eine kommunikative Einschränkung unterschiedlichen Ausmaßes einher. Die kommunikativen Möglichkeiten eines hörgeschädigten Menschen sind mitentscheidend für den Zugang des Betroffenen zu seiner sozialen Umwelt. Die schwierige Kommunikation behindert den Zugang zum gesellschaftlichen Leben. Für Gehörlose besteht daher die Gefahr der Vereinsamung. Als „hörgeschädigt“ werden gehörlose, schwerhörige, ertaubte und taubblinde Menschen bezeichnet. Die Grenzen zwischen diesen Definitionen sind fließend.
(Quelle: Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V.)
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Schwerhörigkeit
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Taubblindheit
Weblinks
Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V.
Der Bundeselternverband versteht sich als Dach für alle Eltern gehörloser Kinder, gleich welchen Weg die Eltern verantwortlich für ihr Kind gewählt haben. Neben den Interessen der „gehörlosen Kinder“ vertritt er auch die der hochgradig schwerhörigen, resthörigen oder an Taubheit grenzend schwerhörigen Kinder.
Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e.V. (DCIG)
„Taub und trotzdem hören!“, unter diesem Motto hat es sich die Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft (DCIG) e.V. zur Aufgabe gemacht, unmittelbar und ausschließlich die gesundheitlichen und sozialrechtlichen Belange gehörloser und ertaubter Kinder sowie ertaubter Erwachsener zu wahren und zu fördern, deren Hörvermögen durch ein Cochlea Implantat (CI) oder ein ähnliches Hilfsmittel versorgt wurden oder werden. Die DCIG unterstützt vorrangig eine hörgerichtete Erziehung. In Gemeinschaftsarbeit von Betroffenen, Ärzten, Technikern und Pädagogen wurde im Februar 1987 die DCIG gegründet. Der Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf den gesamten deutschsprachigen Raum. Der gemeinnützige Verein ist seit 1998 ein Dachverband. Zur Zeit gibt es Regionalverbände in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin-Brandenburg, Hessen-Rhein-Main, Mitteldeutschland, Norddeutschland, Nordrhein-Westfalen, Potsdam und in Südniedersachsen.
Deutsche Gehörlosen-Jugend e.V. (DGJ)
Die Deutsche Gehörlosen-Jugend e.V. (DGJ) ist die Jugendorganisation des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V. (DGB). Die DGJ besteht aus dem bundesweiten Zusammenschluss von Landesverbänden der Gehörlosen, soweit sie Jugendarbeit betreiben, sowie von eigenständigen Organisationen gehörloser Jugendlicher.
Deutscher Gehörlosen-Bund e.V. (DGB)
Der Deutsche Gehörlosen-Bund ist der Rechtsnachfolger des 1927 gegründeten Reichsverbandes der Gehörlosen Deutschlands (REGEDE) und wurde im Jahr 2007 80 Jahre alt. Insgesamt haben sich 27 Verbände im Deutschen Gehörlosen-Bund zusammengeschlossen. Über diese Verbände sind ca. 30.000 Mitglieder aus mehr als 600 Vereinen im DGB organisiert. Der Deutsche Gehörlosen-Bund versteht sich als sozialpolitische, kulturelle und beruflichen Interessenvertretung der Gehörlosen in Deutschland und als Forum für die Gebärdensprachgemeinschaft. Er informiert seine Mitglieder, beruflich mit Gehörlosen befasste Personen und die Öffentlichkeit über aktuelle Themen und berät seine Landesverbände bezüglich notwendiger sozialpolitischer Aktivitäten in ihrem Bundesland.
Deutscher Gehörlosen-Sportverband e.V.
Der deutsche Gehörlosensport ist der älteste organisierte Behindertensport, er blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte und Tradition zurück.
Lautsprachlich Kommunizierende Hörgeschädigte Deutschland e.V. (LKHD)
Das Hauptanliegen des Vereins ist es, Hörgeschädigten eine Integration in die "hörende" Gesellschaft zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Die wichtigste Aufgabe des Vereins ist daher, die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten einer lautsprachlichen Erziehung hörgeschädigter Kinder als Grundlage einer echten Integration zu informieren. Weitere Aufgaben sind die Verbesserung der Bedingungen für Hörgeschädigte im Bereich der Hörtechnik durch Erfahrungsberichte, die Verbesserung der Voraussetzungen im Vorfeld für eine erfolgreiche lautsprachliche Erziehung hörgeschädigter Kinder, und die Unterstützung der Betroffenen durch Informationen und Erfahrungsberichte zur Bewältigung des Alltags in Schule, Studium, Ausbildung, Lehre und Beruf, sowie durch Freizeiten und Zusammenkünfte.
LKH Schweiz - Lautsprachlich Kommunizierende Hörgeschädigte Schweiz
LKH Schweiz wurde 1994 in Luzern gegründet. Es ist der erste und einzige Verband für Gehörlose der Schweiz, der von den Betroffenen selbst gegründet wurde, geleitet wird, sowie in denen nur Betroffene Stimm- und Wahlrecht haben können und darüber hinaus sich für Gehörlose einsetzt, die lautsprachlich kommunizieren. Es können gemäss Statuten ausschliesslich Hörbehinderte wählen und gewählt werden. Damit ein solcher Verband überhaupt entstehen konnte, musste erst eine Generation Gehörloser heranwachsen, die auditiv-verbal geschult wurden.
Schweizerischer Gehörlosen Sportverband (SGSV)
Durch ihre Kommunikationsbehinderung können sich Gehörlose mit anderen Behinderten genauso wenig verständigen wie mit Nichtbehinderten. Das ist der Hauptgrund dafür, dass Gehörlose ihren Sportbetrieb eigenständig organisieren und nicht dem Schweizerischen Verband für den Behindertensport (SVBS) angehören. Trotz ihrer körperlichen Unversehrtheit besteht für Gehörlose keine Chancengleichheit im Wettkampf mit Hörenden, u.a. deshalb, weil der Hörschaden Einfluss auf das Erlernen von Bewegungsformen hat, da man aufgrund von akustischen Eindrücken auch Informationen über die Beschaffenheit eines Bodens, den Schnitt eines Balles, die Nähe eines Mit- bzw. Gegenspielers usw. erhält. Sportbetätigung in der Schicksalsgemeinschaft löst die Gehörlosen aus der Isolation, gibt ihnen Lebensfreude und stärkt das Selbstbewusstsein. Der Sport bildet eine umfassende Lebenshilfe in jeder Beziehung.
Schweizerischer Gehörlosenbund (SGB-FSS)
Der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS ist die Dachorganisation der Gehörlosen- und Hörbehinderten-Selbsthilfe. Er strebt eine regionale und nationale Vernetzung der Organisationen im Gehörlosen- und Hörbehindertenwesen an, betreibt eine aktive Kommunikation für die Gebärdensprache und tritt als Vertreter der Gebärdensprach-Kultur auf. Er setzt sich dafür ein, dass der Zugang zur Gebärdensprache für gehörlose und hörbehinderte Kinder möglichst früh erfolgt, unterstützt und initiiert Forschungsarbeiten im Bereich Integration und fördert den Kontakt zwischen Jugendlichen. Er betreibt aktiv Öffentlichkeitsarbeit, sensibilisiert öffentliche Dienstleister betreffend Umgang mit Gehörlosen und Hörbehinderten und setzt sich für eine effektive Umsetzung des Radio- und Fernsehgesetzes ein, insbesondere in Bezug auf die Artikel für mehr Untertitel und Sendungen mit Gebärdensprache. Er fördert den Informationsaustausch zwischen den Gehörlosen und Hörbehinderten.
Verein österreichischer gehörloser Studierender (VÖGS)
Im VÖGS arbeiten 6 gehörlose und 2 hörende, gebärdensprachkompentente Studierende. Sein Ziel ist, die Studienbedingungen zu verbessern und die Interessen der Betroffenen in der Öffentlichkeit zu vertreten. Seine offizielle Vereinssprache ist die ÖGS - die österreichische Gebärdensprache.
Österreichischer Gehörlosenbund (ÖGLB)
Der Österreichische Gehörlosenbund (ÖGLB) besteht seit 1913 als Dachverband über die Landesverbände und Gehörlosenvereine in Österreich, mit dem Ziel, die Interessen, Bedürfnisse und Möglichkeiten aller gehörlosen Menschen zu fördern und voranzubringen.
Österreichisches Gehörlosen- und Schwerhörigenforum
Das ÖGSF ist ein Gehörlosen- & Schwerhörigenforum aus Österreich mit Meinungsaustausch über die GL-Welt und auch Smalltalk. Die Unterhaltungen drehen sich um Technik und Hilfsmittel wie auch über seltene Krankheiten (verschiedene Syndrome, MS, Hörsturz, HNO, ...). - Viele Gehörlose schreiben nicht gerne über ihre Krankheit, weil sie sich schämen. Dafür gibt es den Meinungsaustausch im ÖGSF sowie die gemeinsamen Treffen mit der Gruppe
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