Stottern
Stottern besteht aus Unterbrechungen des Redeflusses in Form von Blockaden ("------Block"), Wiederholungen von Wortteilen ("k-k-k-kalt") oder Dehnungen ("wwwwarm"). Stottern ist häufig mit übermäßiger Anstrengung beim Sprechen verbunden. Die Anstrengung wird in auffälligen Verkrampfungen der Gesichtsmuskulatur oder in zusätzlichen Bewegungen von Kopf, Arm oder Oberkörper sichtbar.
Im Moment des Stotterns weiß der Stotternde genau, was er sagen möchte, ist aber nicht in der Lage, es störungsfrei herauszubringen. Er verliert die Kontrolle über seinen Sprechapparat.
Keine zwei Menschen stottern auf dieselbe Art und Weise. Die Schwere des Stotterns kann bei einer einzelnen Person je nach Situation, Wörtern, Gefühlslage oder körperlicher Verfassung stark schwanken. [...]
Das Stottern beginnt meist ohne offensichtlichen Anlass im Alter zwischen 2 und 5 Jahren, selten auch noch später. (Eine andere Form des Stotterns kann in seltenen Fällen meist plötzlich im Erwachsenenalter nach neurologischen Schädigungen oder einem psychischen Trauma auftreten.) Zuvor hat das Kind bereits eine Zeit lang flüssig gesprochen.
Bei 5% aller Kinder entwickelt sich zunächst Stottern. Von diesen Kindern sprechen insgesamt 4/5 bis zur Pubertät wieder flüssig. Es lässt sich bislang nicht vorhersagen, welche Kinder das Stottern wieder verlieren und bei welchen es bestehen bleibt. Bei Erwachsenen schätzt man, dass 1% stottert. Das sind in Deutschland etwa 800.000 Menschen. Bei Erwachsenen verliert sich das Stottern nur noch in seltenen Fällen vollständig.
Etwa doppelt so viele Jungen wie Mädchen beginnen zu stottern. Mädchen verlieren das Stottern häufiger wieder, wodurch das Verhältnis auf 5:1 anwächst. Stottern tritt in allen Kulturen auf. Es gibt 4000 Jahre alte Schriftstücke, die von stotternden Menschen zeugen.
(Quelle: Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V.)
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Sprachstörungen
Weblinks
Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V.
Sie wurde 1979 ins Leben gerufen und hat sich als Aufgabe gestellt, die Lebenssituation stotternder Menschen zu verbessern. Stotternde dürfen in ihrer Kommunikation und Teilnahme am öffentlichen Leben nicht eingeschränkt sein. Die Bundesvereinigung hilft Betroffenen, ihren Weg zu finden, um Stottern besser bewältigen zu können. Außerdem sollen Mitmenschen in die Lage versetzt werden, dem Stotternden vorurteilsfrei zu begegnen. Um diese Ziele zu erreichen setzt sie sich engagiert in vielfältigen Zusammenhängen ein.
pro-Voce - Gesellschaft für Sprache und Kommunikation e.V.
pro-Voce wurde im Jahre 2005 von Stotternden und Eltern stotternder Kinder gegründet. Der Verein will gezielte Öffentlichkeits- und Medienarbeit leisten, um eine Lobby für Menschen mit Kommunikationsstörungen zu schaffen. Er initiiert und koordiniert Team-Projekte für eine betroffene Gruppe (wie z.B. für stotternde Menschen), gründet und leitet vereinsübergreifende Arbeitsgemeinschaften, in denen Interessen-/Selbsthilfe-gruppen, medizinische und therapeutische Verbände, soziale Vereinigungen, Kirchen, gesetzgebende und verwaltende Institutionen etc. die Anliegen der Betroffenen bearbeiten.
VERSTA - VER-einigung für ST-otternde und A-ngehörige
1978 gegründeter Schweizer Selbsthilfeverband. - Vereinigung für Stotternde und Angehörige, Bezugspersonen und weitere interessierte Kreise, die die Bedürfnisse von redeflussgestörten Personen wahrnimmt und sich für eine Verbesserung ihrer Lebenssituation einsetzt. Dies erreicht sie landesweit durch eine kompetente Beratung und Betreuung, Organisation von Aus- und Weiterbildungen, sowie eine umfassende Informations- und Öffentlichkeitsarbeit und eine aktive Hilfe zur Selbsthilfe.
Österreichische Selbsthilfe Initiative Stottern (ÖSIS)
In Tirol wurde im Jahr 1990 die ÖSIS, die Österreichische Selbsthilfe-Initiative Stottern, als gemeinnütziger Verein gegründet. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Bekanntheitsgrad unter Betroffenen und Therapeuten zu erhöhen und intensive Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Damit möchte sie auch zur Aufklärung und Information über diese Kommunikationsstörung beitragen.
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