Sarkoidose
Die
Sarkoidose wurde bereits im letzten Jahrhundert entdeckt und früher Morbus Boeck genannt. Heute weiß man, dass die Sarkoidose eine entzündliche Allgemeinerkrankung mit Bildung von gutartigen Knötchen (Granulome) im Bindegewebe (multisystemische Granulomatose) ist, also eine Erkrankung des gesamten Körpers, die alle Organe betreffen kann. Das Granulom ist die Reaktion des Immunsystems auf eine bislang unbekannte Schädigung. Daher bietet die Krankheit ein ausgesprochen vielfältiges klinisches Bild. Häufige Organbeteiligungen sind die Vergrößerung der Lymphknoten auf beiden Seiten der Lunge, sowie Lungen-, Augen- und Hautveränderungen. Herz, Leber, Milz, Speicheldrüsen, Nervensystem, Muskeln, Knochen und andere Organe können ebenso befallen sein. Die Ursache der Sarkoidose ist bisher nicht endgültig geklärt. Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) entdeckten, dass ein Gen mit bisher unbekannter Funktion die Empfänglichkeit, an Sarkoidose zu erkranken, mitbestimmt.
Es sind überwiegend junge Erwachsene im mittleren Lebensalter, die mit dem diffusen, schwer fassbaren Krankheitsbild konfrontiert werden.
Die akute Sarkoidose (Löfgren Syndrom) mit Erythema nodosum (bläulich-rote Hautflecken an den Streckseiten der Unterschenkel und -arme) und beidseitiger Vergrößerung der Hiluslymphknoten kann im weiteren Verlauf eine Spontanheilung bedeuten.
Ein allmählicher Beginn, besonders mit Ausdehnung der Schädigungen auf mehrere weitere Organe, deutet auf einen chronischen Verlauf hin. Zunehmende
» Fibrose der Lungen oder funktionelle Beeinträchtigungen an anderen Organen kann letztendlich zu Früh- oder Teilinvalidität führen.
Das Wiederauftreten der akuten Form der Krankheit nach einigen Jahren kann das Übergehen in die chronische Verlaufsform zur Folge haben.
Vielfältige Symptome begleiten das komplexe Krankheitsbild der Sarkoidose. U.a. können auftreten:
• ständige Müdigkeit und Schwäche • Leistungsminderung • Grippegefühl • Fieber • Gelenkschmerzen • Gewichtsverlust • Atemnot / Hustenreiz • Herzrhythmusstörungen • Sehschwäche • Hörminderung • Lähmungen • blau-rötliche Hautflecken oder knotige Hautveränderungen.
Die
Therapiemöglichkeiten hängen im Wesentlichen von der Organbeteiligung und deren Entwicklung ab. Da die Ursache der Sarkoidose bisher noch nicht endgültig geklärt ist, fehlt eine ursachenspezifische Medikation. Hier ist Forschung dringend notwendig. Die Behandlung erfolgt mit Kortison als Mittel der Wahl.
Regelmäßige Verlaufskontrollen können unterschwellige Krankheitsentwicklungen und die Ausbreitung gefährlicher Organbeteiligungen frühzeitig aufdecken und therapeutischen Maßnahmen zuführen. So sind interdisziplinär angelegte Verlaufskontrollen das wichtigste Mittel der Sekundärprävention.
Als
Rehabilitationsmaßnahmen kommen Aufenthalte in Fachkliniken, Behandlung von Ärzten, die sich speziell der Sarkoidose-Behandlung angenommen haben, in Betracht sowie körperliche Aktivierung im Sinne einer dem individuellen Leistungsrest entsprechenden Bewegungs- und Atemtherapie.
(Quelle: Deutsche Sarkoidose-Vereinigung gemeinnütziger e.V. )
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