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4hc-Handicap-Datenbank

[Bild: Lupe]In der 4hc-Handicap-Datenbank findest Du erklärende Texte zu vielen schweren und seltenen Krankheitsbildern, sowie Behinderungen und Links zu denen, die sich damit auskennen, wie Selbsthilfegruppen, Initiativen, Verbände und Fachgesellschaften.

Wie die Datenbank aufgebaut ist und wie Du sie am besten nutzt, erklärt Dir das » ABC der 4hc-Handicap-Datenbank.

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Parkinson


Die Parkinsonkrankheit – was ist das?

Die Parkinsonkrankheit: Das Wichtigste in Kürze

Das Parkinsonsyndrom (Morbus Parkinson) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit – dennoch sind ihre genauen Ursachen bis heute nicht geklärt. Die Krankheit betrifft vorwiegend ältere Menschen, kann aber auch schon im Alter von unter vierzig Jahren auftreten. Aufgrund der demoskopischen Entwicklung (Überalterung der Bevölkerung) wird künftig mit einem Anstieg der Patientenzahlen zu rechnen sein. Die Arbeit von » Parkinson Schweiz wird daher immer wichtiger.


Antworten auf die häufigsten Fragen

Was löst Parkinson aus?
Die Ursache der Erkrankung ist bislang ungeklärt.

Wie häufig ist Parkinson?
Weltweit gibt es rund 4,1 Millionen Patienten (ca. 1% der über 60-Jährigen). Laut unabhängigen Studien wird ihre Zahl bis ins Jahr 2030 auf rund 8,7 Millionen steigen. In der Schweiz leben rund 15000 Betroffene.

Wer ist betroffen?
Parkinson betrifft etwa 1 Prozent der über 60-Jährigen und rund 3 Prozent der über 80-Jährigen. Bis zu 20 Prozent der Patienten sind bei der Diagnose jünger als 60 Jahre. Männer und Frauen sind etwa gleich oft betroffen.

Ist Parkinson vererblich?
Es gibt eine vererbliche Variante. Sie ist aber sehr selten.

Ist Parkinson ansteckend?
Nein.

Sterben die Patienten früh?
Nein. Die Lebenserwartung der Erkrankten ist etwa gleich hoch wie bei gesunden Menschen.

Wie wird Parkinson behandelt?
Medikamente, Begleittherapien, manchmal Operationen.


Was im Körper geschieht

Die Parkinsonkrankheit (Morbus Parkinson) ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns, welche die an der Kontrolle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegung beteiligten Basalganglien betrifft. In einem als «Substantia nigra» (schwarze Substanz) bezeichneten Teil der Basalganglien sterben Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin erzeugen. Als Folge ist das natürliche Gleichgewicht der bei der Reizleitung über Nervenverbindungen hinweg involvierten Botenstoffe (Dopamin, Acetylcholin, Glutamat) gestört und die Betroffenen können zielgerichtete Bewegungen nicht mehr «flüssig» steuern, fühlen sich unbeweglich und starr. Die ersten Symptome treten erst auf, wenn rund zwei Drittel der Dopamin produzierenden Nervenzellen geschädigt oder abgestorben sind. Da diese Nervenzellen vom Körper nicht nachgebildet werden können und man die genauen Ursachen ihres Absterbens nicht kennt, ist Parkinson bis heute nicht heilbar.


Die wichtigsten Symptome

Unbeweglichkeit (Bradykinese, Akinese)
Flüssige Bewegungsabläufe fallen zunehmend schwerer. Die Patienten bemerken dies anfänglich beim Schreiben, bei handwerklichen Tätigkeiten oder beim Spielen eines Musikinstruments. Mit fortschreitender Krankheit nimmt die Akinese zu.

Steifheit (Rigor)
Bei Parkinson ist der Spannungszustand der Muskulatur ständig erhöht, vor allem an den Gliedmassen, die daher zittern oder eingeschränkt beweglich sind. Die Erkrankten verspüren eine Art Starre, ein Schweregefühl und haben den Eindruck, ihre Glieder seien «wie gelähmt». Die Muskelversteifungen ziehen oft äusserst schmerzhafte Krämpfe nach sich.

Zittern in Ruhe (Ruhetremor)
Das Ruhezittern tritt in der Regel zunächst nur auf einer Körperseite auf respektive ist einseitig ausgeprägt. Die Arme sind meist stärker betroffen als die Beine. Bei gezielten Bewegungen oder starker Anspannung der Muskulatur verschwindet das Zittern.

Haltungsinstabilität (posturale Instabilität)
Der aufrechte Gang und das Gleichgewicht des Menschen werden durch ein komplexes Regulationssystem sichergestellt, in dem die automatisch ablaufenden Halte- und Stell-reflexe eine zentrale Rolle einnehmen. Da diese unwillkürlichen Bewegungen bei Parkinson gestört sind, fällt es den Betroffenen mit fortschreitender Krankheit schwerer, die aufrechte Haltung beizubehalten. Eine gefährliche Folge dieser Beeinträchtigung sind Stürze.

Weitere Symptome
Durch den Dopaminmangel verändert sich die Mimik der Betroffenen: Ihr Gesicht wirkt starr und unbeweglich (Wachsgesicht). Überdies wird ihre Stimme häufig leiser und undeutlicher. Dadurch werden die Patienten selbst von nahestehenden Angehörigen bisweilen anders wahrgenommen, als sie sich selbst fühlen. Die Folge sind nicht selten Vereinsamung und Rückzug aus der Öffentlichkeit. Weitere, häufige Begleiterscheinung der Parkinsonkrankheit sind Depressionen, Schlaf-Wach-Störungen und Störungen des vegetativen Nervensystems. Selten und meist erst in fortgeschrittenem Erkrankungsstadium können auch Hirnleistungsstörungen auftreten. Dennoch ist Parkinson keine » Demenzkrankheit.


Behandlungsmöglichkeiten

Solange die Ursachen unbekannt sind, gibt es keine Behandlung, die Parkinson an der Wurzel packen und Heilung bringen kann. Im Gegensatz zu anderen neurologischen Krankheiten gibt es aber wirksame Medikamente, mit denen das Krankheitsbild so kontrolliert werden kann, dass die Erkrankten ein weitgehend normales Leben führen können.
Neben der medikamentösen Therapie benötigen die Patienten ergänzende Begleittherapien wie Physio- und Ergotherapie, Logopädie (Sprachtherapie) und – beispielsweise, wenn sie an Depressionen leiden – Psychotherapie.

Mit hochpräzisen Eingriffen wie der Tiefen Hirnstimulation (Hirnschrittmacher) kann eine Verbesserung des Gesundheitszustandes erzielt werden. Allerdings sind nur die wenigsten Patienten für einen solchen Eingriff geeignet. Zudem können auch Operationen das Fortschreiten der Parkinsonkrankheit nicht verzögern oder gar zum Stillstand bringen.


Historisches zur Parkinsonkrankheit

Namensgeber der Parkinsonkrankheit ist der Londoner Arzt und Apotheker James Parkinson (1755 – 1824). Er beschrieb 1817 in seinem «Essay on the Shaking Palsy» (Abhandlung über die Schüttellähmung) erstmals die Symptome der Erkrankung. 1884 benannte der französische Neurologe Prof. Jean Marie Charcot die Krankheit nach ihrem Entdecker «Morbus Parkinson», also Parkinsonkrankheit. Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben Blocq und Marinesco das Parkinsonsyndrom erstmals als Erkrankung der Substantia nigra.


Prominente Parkinsonbetroffene

Muhammed Ali, Jassir Arafat, Leonid Breschnew, Johnny Cash, Salvador Dali, Ottfried Fischer, Michael J. Fox, Raimund Harmstorf, Katharine Hepburn, Adolf Hitler, Peter Hofmann, Deborah Kerr, Papst Johannes Paul II., Vincent Price, Manfred Rommel, Theodore Roosevelt, Mao Tse-Tung, Wilhelm Freiherr von Humboldt, Deng Xiaoping.

(Quelle: Parkinson Schweiz)


Forum

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» "Pflege, Medizin & Forschung"


Weblinks

Club U40 im Internet - Selbsthilfegruppe junger Parkinsonkranker
Interessengemeinschaft v.a. junger Parkinson-Patienten, die sich zusammengeschlossen haben, um ihre spezifischen Probleme gemeinsam anzugehen und gemachte Erfahrungen auszutauschen. - Ein Angebot der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V.

Deutsche Parkinson Gesellschaft e.V. (DPG)
Zweck des Vereins ist die Förderung von Wissenschaft, Forschung, Lehre und Information der berufsmäßig mit den genannten Erkrankungen betrauten Personen und Institutionen über die Grundlagen, Klinik und Therapie des Parkinson-Syndroms und anderer degenerativer Erkrankungen des Nervensystems, speziell des extrapyramidalen Nervensystems sowie die Verbesserung der medizinischen Versorgung auf den genannten Gebieten.

Deutsche Parkinson Vereinigung Bundesverband e.V. (dPV)
Die Deutsche Parkinson Vereinigung Bundesverband e.V. ist eine Selbsthilfe Vereinigung, die 1981 von Menschen gegründet wurde, die selbst von der Parkinson'schen Krankheit betroffen waren. Heute zählt sie rund 23 000 Mitglieder und gut 450 Regionalgruppen und Kontaktstellen. Sie versteht sich als Zusammenschluß von Personen, die sich als Betroffene, Partner, Angehörige, Arbeitskollegen und Personen aus den Heilberufen mit Morbus Parkinson auseinandersetzen.

Kompetenznetz Parkinson
Das Kompetenznetzwerk Parkinson-Syndrom ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes nationales Forschungsprojekt in dem die Forschungs- und Versorgungsaktivitäten bezüglich des Parkinson-Syndroms optimiert werden sollen.

Parkinson Schweiz
Parkinson Schweiz ist eine gesamtschweizerisch tätige, gemeinnützige Organisation im Dienste Parkinsonbetroffener. Sie ist die Anlaufstelle in allen Fragen rund um Morbus Parkinson. Die Vereinigung Parkinson Schweiz wurde 1985 auf Anregung von Neurologen gegründet und zählt zur Zeit rund 5000 Mitglieder.

Parkinson Selbsthilfe Österreich
Der Dachverband der PARKINSON SELBSTSHILFE ÖSTERREICH wurde gegründet, um die Anliegen von Menschen die an der Parkinson`schen Krankheit leiden einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und damit beizutragen, die Schranken in den Köpfen Gesunder gegenüber Menschen, die unverschuldet und bei völliger geistiger Gesundheit mit dieser unheilbaren Krankheit leben müssen, zu durchbrechen.

Parkinson-Selbsthilfe Schneckenhaus e.V.
Im historischen Ortskern von Florstadt-Staden (Hessen) wurde ein altes Fachwerkhaus mit Scheune von Parkinsonkranken mit hohem Aufwand behinderten- und krankheitsgerecht um- und neugebaut. Das Parkinson-Wohnprojekt SCHNECKENHAUS dient als Begegnungs- ,Beratungs- und Informationsstätte, Wohnmöglichkeit für Erkrankte, Modell für behinderten- und parkinsongerechtes Wohnen, Sitz der "Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung", Sitz des Trägervereines "Parkinson-Selbsthilfe Schneckenhaus e.V." und als Ausgangspunkt vieler Öffentlichkeitsaktionen.

Parkinson-Treff
Parkinson-Treff, kurz P-T, wurde im März 2005 ins Leben gerufen und zeigt die etwas anderen Seiten einer Selbsthilfegruppe. Anlaufstellen und Informationsquellen, die das Thema Parkinson abdecken, sind reichlich im Internet zu finden. Hier wird jedem die Möglichkeit geboten sich einzubringen und mitzumachen. P-T ist der Überzeugung, dass dem Leben, auch mit Erkrankung, positive Seiten abzugewinnen sind.

PARKINSonLINE
Zweck des Vereins ist es v.a., allen an Parkinson Interessierten, Erkrankten und deren Angehörigen im Internet eine Möglichkeit zur interaktiven Selbsthilfearbeit zu bieten, auf virtuellem Weg den kommunikativen Austausch von Erfahrungen und Entwicklungen in Bezug auf die Parkinsonsche Erkrankung zu verbessern, zu erleichtern und sich damit gegenseitig zu helfen.

ParkinsonSzene - Parkinson-Selbsthilfe für Patienten, Partner und Freunde
Internetauftritt mit vielen Infos zum Leben mit Parkinson-Erkrankung.

Südtiroler Gesellschaft für Parkinson und verwandte Erkrankungen
Die Südtiroler Gesellschaft für Parkinson und verwandte Erkrankungen möchte landesweit Parkinsonbetroffene und ihre Angehörigen sowohl auf sozialem Gebiet als auch in psychologischer Hinsicht unterstützen und ihnen die bestmögliche Betreuung durch das Anbieten verschiedener Begleittherapien ermöglichen. Als weitere wichtige Aufgabe der Vereinigung gilt die Weitergabe von Informationen sowohl an Betroffene und Angehörige als auch an die Öffentlichkeit sowie die Unterstützung der Parkinsonforschung.

Österreichische Parkinson-Gesellschaft (ÖPG)
Die Österreichische Parkinson-Gesellschaft (ÖPG) befaßt sich mit der Parkinson Krankheit, atypischen Parkinson Syndromen, sowie anderen Bewegungserkrankungen, wie Dystonie, Chorea, Tremor, Tics und Myoklonien. Die Ziele der ÖPG sind Erforschung dieser Erkrankungen, die ärztliche Aus- und Fortbildung, die Information von ÄrztInnen über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen, und die Verbesserung der medizinischen und psychosozialen Versorgung der PatientInnen.

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