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Thema: Querschnitt und Amputation

Gestartet von: Johannes
Gestartet am: 19.03.2009, 12:20

Querschnitt und Amputation von Johannes, 19.03.2009, 12:20

Ich brauche Entscheidungshilfe in einer für mich außergewöhnlichen Situation und suche Menschen die folgende oder eine vergleichbare Lebensphase schon hinter sich haben.
Ich bin 45 J, seit 22 J mit kompletter Querschnittlähmung ab TH7. Ich lebe gerne, bin aktiv und gehe vielseitigen Interessen nach.
Jetzt habe ich eine Kniefraktur, Mehrfachbruch des Schienbeinkopfes. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass der Knochen nicht stabil genug ist, von einer OP und Verplattung wurde abgesehen. Das Bein wurde geschient und für die Heilung ruhiggestellt. Bei dem CT stellte sich heraus, dass ich früher schon einen Bruch hatte, der unbemerkt blieb und verheilte.
Meine Sorge ist, ab jetzt eine ständiges Problemknie zu haben und dadurch zusätzlich zu Behinderung behindert zu sein. Eine alternative Lösung wäre eine Amputation des ganzen Unterschenkels.
Der Vorteil: keine Brüche und Komplikationen mehr.
Welche Veränderungen stellen sich aber ein, wenn ich meine bisherige ausgeglichene Symetrie ins Ungleichgewicht bringe? Dekubiti durch Gewichtsverlagerung, Verschiebung der Hüfte, der Wirbelsäule?

Ich bin dankbar für jeden Hinweis oder Information. Wer hat Erfahrung und tauscht sich gerne mit mir darüber aus?


von Teddy, 20.03.2009, 08:35

hallo johannes,

bin nun 20 jahre tetra, hab aber mit deinem problem nicht direkt zu tun. aber deine gedanken zu den veränderungen, sehe ich auch so, dass dies unmittelbare folgen haben kann.

eine möglichkeit, zwecks gegebenenfalls einer spezialanfertigung, wäre sich an die » Rollstuhlhersteller zu wenden, vielleicht ist denen das thema schon einmal untergekommen


von Katja, 22.03.2009, 19:16

eine amputation sollte meines erachtens nur erfolgen, wenn alles andere ausgereizt ist. das ist ne riesen-op mit hoher komplikationsrate (wundheilungsstörung aufgrund verminderter verblutung, besiedlung mit problemkeimen, etc.). was sagen denn die docs dazu, raten die zur amputation?


Amputation von Johannes, 08.04.2009, 15:43

jetzt bin ich seit fast 14 tagen in der klinik. mit einer erhaltenden op ist zunächst mein trümmerbruch zusammen gepuzzelt worden. mein bein läßt sich derzeit 60 grad beugen und das erschreckt mich schon. ich denke weiter über amputation nach und suche menschen, die mir ihre erfahrungen schildern können, wie sie als paraplegiker mit einer unterschenkelamputation zurecht kommen.
was die ärtze sagen? die sehen nur ihre leistung und finden das ergebnis gut. in meinen alltag können oder wollen sie sich nicht versetzten und finden eine weiter einschränkung nicht so schlimm. mangelnde phantasie und selbstbezogenheit kann ich da nur attestieren.
wegen wundheilungsstörungen bei einer amputation mache ich mir auch keine sorgen. mich interessiert hauptsächlich die lebenspraktische seite. katja, wenn du mich an jemanden vermitteln kannst, der durch eigene erfahrungen helfen kann wäre ich sehr dankbar.
herzlich
johannes


RE: Querschnitt und Amputation von Babsy, 01.06.2009, 12:02


12.05.2009

Gesundheitspolitik

Krankenhaus-Fallpauschale: Dramatische Lage für Querschnittgelähmte

Experten befürchten angesichts der Sparpolitik im Gesundheitswesen dramatische Folgen für die Betreuung von Querschnittgelähmten. «Es besteht die ganz große Angst, dass diese Patienten unten durch fallen, weil nicht genug Geld da ist», sagte der Vorsitzende der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie, Klaus Röhl, in einem dpa-Gespräch. Grund sei die sogenannte Krankenhaus-Fallpauschale: Kliniken bekommen für Patienten einen pauschalen Betrag von den Krankenkassen, um so die Kosten nicht ausufern zu lassen.


«Das ist vom Prinzip her auch richtig. Die Kosten für eine Gallenoperation zum Beispiel kann man vorher abschätzen, auch wie lange ein Patient dafür in der Regel in der Klinik bleiben muss», sagte Röhl. «Bei Querschnittgelähmten trifft das aber nicht zu, jeder einzelne Fall, jedes einzelne Schicksal, ist anders und kann nicht pauschal verglichen werden. Diese Patienten müssen zwischen 14 Tagen und drei oder vier Monaten im Krankenhaus rund um die Uhr behandelt werden, da ist die Pauschale ganz schnell aufgebraucht und das Krankenhaus macht Defizite», sagte er. «Da hat die Fallpauschale ganz große Lücken, das muss geändert werden.»

In der Praxis sei es notgedrungen häufig so, dass Querschnittgelähmte nach einiger Zeit aus der Klinik entlassen und dann ambulant betreut werden. «Aber angesichts der komplexen und hoch spezialisierten Behandlungen, die bei diesen Patienten nötig sind, von der Orthopädie, Urologie, Physiotherapie, Ergotherapie bis zur psychischen Betreuung, ist das schlichtweg unmöglich. Das ist für die Betroffenen eine viel zu große Belastung», sagte Röhl. «Das geht schon damit los, dass viele niedergelassene Praxen für einen Rollstuhlfahrer gar nicht erreichbar sind. Das ist kein Vorwurf, das ist der Fakt», sagte er.

Röhl leitet in Halle das Zentrum für Rückenmarkverletzte und die Klinik für Orthopädie der Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannstrost. Es ist eines der modernsten Zentren zur Behandlung von Querschnittgelähmten in Europa. In Halle treffen sich von Mittwoch bis Freitag (13. bis 16. Mai) Experten dieses Fachgebietes (Paraplegie), um neue Therapiemöglichkeiten zu beraten.

«Jedes Jahr müssen etwa 1500 Menschen in Deutschland lernen, ihr Leben mit einer Querschnittlähmung zu meistern, etwa die Hälfte davon können die Beine und Arme nicht mehr bewegen», sagte Röhl. Die Ursachen dafür seien meist Unfälle, etwa beim Motorradfahren oder beim leichtsinnigen Sprung in einen Baggersee. Angesichts der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung hätten Mediziner aber auch immer mehr mit Patienten zu tun, die durch Erkrankungen wie einen Tumor an der Wirbelsäule Lähmungen erleiden.


RE: Querschnitt und Amputation von biggo, 29.11.2009, 10:35

Ich bin seit 89 tetra c4-5 man wollte mir 2001 beide Oberschenckel Amputieren weil zwei Zehen schwarz waren, mein Hausartzt sagte ich müßte sofort ins Krankenhaus.
Dort war ich 10 Tage morgens in den Rollstuhl abends ins Bett dan urde es mir zu bunt und sagte bei der Visite entweder wird jetzt amputiert oder ich gehe Nachhause, worauf der Artzt sagte ich solle Nachhause gehen und nach Weinachten im neuen Jahr wieder vorstellen. Nun lag ich zuhaus mit schwarzen Zehen und sagte mir das kann ja wohl nicht sein und ging dan Ambulant zu einem Chirurgen der war zuerst auch nicht angetan von meiner Idee nur das schwarze zu entfernen aber wir führten zwei gespräche worauf wir uns dan einigten ein versuch zu wagen, und bis heute habe ich meine Beinenoch lediglich fehlen mir jetzt zwei Glieder an einem Zehen und an einem anderen nur die Zehenspitze.

Was ich damit sagen möchte die Ärtzte wollen nur eine OP und dann müßen ´Sie ja zimlich weit oben amputieren, aber dan muß man eben einen Arzt suchen und ihn von der eigegenen Ansicht überzeugen .


Zuletzt bearbeitet von biggo am 29.11.2009, 10:41, insgesamt 1× bearbeitet