Wo siehst Du Dich realistisch als schwerkranker oder schwerbehinderter Mensch mit Pflegebedürftigkeit im Alter? von Teddy, 01.05.2007, 23:07
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ich habe einen artikel bei kobinet gelesen, der mich nachdenklich gestimmt hat. sollte man wirklich gelesen haben. (» zum Artikel)
da werden einem schwerkranken menschen von einem sozialgericht die kosten für assistenz und pflege zum auszug aus dem altenheim in die eigene wohnung verweigert, da die versorgung gewährleistet sei und das leben ja kein wunschkonzert ist.
zitat: "Nur das notwendige, nicht das Wünschenswerte müsse finanziert werden"
man fragt sich, wo das ganze hinführt, bei der finanziellen haushaltslage von bund, ländern und kommunen. man liest artikel, es wird immer mehr behinderte und schwerkranke in deutschland geben, andere schreiben, es gibt in zukunft immer mehr alte und es wird gemunckelt, dass im prinzip schon viele kommunen pleite sind.
ich bin selbst schon knapp 20 jahre im geschäft, mit dem kompletten paket: hohe querschnittlähmung, eigene wohnung und assistenz. diesen status habe ich nach anfänglichem start im behindertenwohnheim, durch aufnahme einer beruflichen tätigkeit erhalten und wenn ich glück habe, kann ich mein leben auch noch so fristen.
wenn sich heute jemand eine schwere krankheit oder behinderung einfängt und sich nicht selbst versorgen kann, tendiert der staat eher zur kostenübernahme eines heimplatzes, wenn dies günstiger ist, als eine assistenzversorgung zuhause und das ist häufig der fall.
wer also selbst die finanziellen möglichkeiten hat, warum auch immer, ist auf der grünen seite und wer nicht, der hat dort im rahmen seiner möglichkeiten eine gewisse selbstständigkeit und somit ein bisschen lebensqualität, nur wer zum beispiel bettlägrig ist; dem bleibt nur die decke anzustarren.
im rahmen des nötigen gibt es wohl keine menschlichkeit, sondern nur das nackte überleben.
andersrum stellt sich die frage, ließe sich ein wenig mehr menschlichkeit durch den staat finanzieren, oder würde er in der masse der menschen zusammenbrechen? immerhin sind circa 10 % unserer bevölkerung schwerbehindert und hinzu kommt der commerzwahn unserer wirtschaft, die fortwährend ihre gewinne maximieren muss und so langsam jegliches soziale herauspresst.
hier möchte ich noch zwei initiativen erwähnen, die da klasse arbeit leisten, » ForseA und » Daheim statt Heim. sie arbeiten daran, ein leben selbstbestimmt zu ermöglichen.
wo siehst du dich im alter? hast du dir schon einmal gedanken zu dem thema gemacht?