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Wie kann einem Dekubitus vorgebeugt werden? Die richtige Vorbeugung (Prophylaxe) ist entscheidend dafür, ob ein Patient einen » Dekubitus bekommen wird oder nicht. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, mit denen einem Druckgeschwür vorgebeugt werden kann. Diese sind: • Vorbeugemaßnahme: » Richtiges Lagern und regelmäßige Umlagerung • Vorbeugemaßnahme: » Richtige Matratze • Vorbeugemaßnahme: » Gründliche Hautpflege • Vorbeugemaßnahme: » Sitzen Die Motivation des Patienten und seiner Angehörigen zur Prophylaxe eines Druckgeschwürs ist neben der ausführlichen Information über die Entstehung und Vorbeugung des Dekubitus unverzichtbar. Vorbeugemaßnahme: Richtiges Lagern und regelmäßige Umlagerung Die besten Maßnahmen einem » Dekubitus vorzubeugen sind die richtige Lagerung und die regelmäßige Umlagerung des Patienten, insbesondere wenn er einen der » Risikofaktoren hat, welche die Entstehung eines Druckgeschwürs fördern. Es ist dringend notwendig, dass gefährdete Patienten mit der richtigen Hebe- und Lagerungstechnik bewegt und umgelagert werden. Als wichtiger Teil der Vorbeugung muss der Patient bei seiner Umlagerung ständig ermuntert werden mitzuhelfen. Falls es ihm möglich ist, sollte er dabei möglichst viele Bewegungen eigenständig machen und sich selbst bequem lagern, also selbst sein Körpergewicht günstig verteilen. Beim Umlagern des Patienten ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Umlagerungshilfen wie Schlingen und Manschetten unter ihm liegen bleiben. Wenn ein Patient sich nicht oder kaum bewegen kann, ist darauf zu achten, dass er alle zwei Stunden umgelagert wird. Druckverteilende Unterlagen und andere Hilfsmittel können das Umlagern nicht ersetzen. Im Vorfeld muss für jeden Patienten stets ein individueller Bewegungsplan erstellt werden, in dem seine besonderen Bedürfnisse und Risikofaktoren berücksichtigt werden. In regelmäßigen Abständen sollte dieser Bewegungsplan an die Befunde der Hautuntersuchung angepasst werden. Für eine ausreichende Durchblutung der Haut kann der Patient in Schräglage (30°-Lagerung) gelagert werden. Eine Lagerung des Patienten in Halbseitenlagerung (90°-Halbseitenlagerung) verschlechtert hingegen die Hautdurchblutung und sollte daher vermieden werden. Vorbeugemaßnahme: Richtige Matratze Droht die Entwicklung eines » Druckgeschwürs, dann sollte der Patient auf druckverteilenden Matratzen, zum Beispiel Wechseldruckmatratzen liegen. Sehr stark dekubitusgefährdete Patienten, wie zum Beispiel Wachkomapatienten sind auf Niedrigdruckmatratzen, zum Beispiel Luftkissenbetten mit periodischer Druckentlastung, zu lagern. Vorbeugemaßnahme: Gründliche Hautpflege Selbst an aufliegenden Körperstellen mit einer gut durchbluteten, reizlosen Haut, die unmittelbar über dem Knochen liegt, kann sich ein » Dekubitus entwickeln, wenn sie zu lange mit zu viel Druck belastet werden. Ist die Haut an den aufliegenden Körperstellen durch Schweiß, Wundsekrete, Urin oder Stuhl zudem ständig feucht, wird sie gereizt und aufgeweicht. In der Folge entwickelt sich ein Druckgeschwür noch schneller. Damit kein Druckgeschwür entstehen kann, ist eine sorgfältige Körperhygiene, insbesondere an den schlecht belüfteten Körperstellen unerlässlich. Auf keinen Fall darf die Haut trocken gefönt werden. denn dabei könnte es bei einer häufig vorhandenen Nervenschädigung aufgrund der herabgesetzten oder fehlenden Schmerzwahrnehmung zu Verbrennungen kommen. Vorbeugemaßnahme: Sitzen Es ist notwendig, dass ein Patient mit einem » Dekubitus, der nach längerem Liegen wieder mobiler werden soll, das richtige Sitzen übt, erst auf der Bettkante und dann im Stuhl. Hierbei sollten Fachleute, die im Umgang mit Druckgeschwürpatienten erfahren sind, wie zum Beispiel Ärzte, Pflegefachkräfte, Physio- oder Ergotherapeuten das Sitzverhalten des Dekubituspatienten beurteilen. Die Haut der aufliegenden Körperstellen mit einem nahezu oder völlig abgeheilten Dekubitus sind sehr empfindlich. Diese sind im Sitzen für einen erneuten Dekubitus sehr viel mehr gefährdet als im Liegen, da es noch keine Sitzkissen oder andere Hilfsmittel gibt, die auch im Sitzen eine optimale Druckentlastung gewährleisten. Patienten mit akuter Dekubitusgefahr dürfen daher nicht länger als zwei Stunden am Stück im Stuhl sitzen! Cornelia Loos, Diplom-Biologin und medizinische Fachredakteurin |