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[Bild: Smilie liest im Text] Ursachen

 


Ursachen der erektilen Dysfunktion

Die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Erektion ist ein komplexer und nicht dem Willen des Mannes unterworfener Vorgang, bei dem viele Einzelvorgänge nahtlos zusammenwirken müssen. Dieser Ablauf kann an vielen Stellen gestört sein. Das beginnt bei der Verarbeitung und Bewertung der Reize im Gehirn. Ein sexueller Reiz soll ja keinesfalls immer eine Erektion auslösen, das ist abhängig von der konkreten Situation und den geltenden gesellschaftlichen Normen.

Eine psychische Ursache für Erektionsstörungen liegt vor, wenn bei einer beabsichtigten sexuellen Aktivität die Bewertung der sexuellen Reize stärkere erektionshemmende als erektionsfördernde Nervensignale erzeugt.

Bei organischen Ursachen für Erektionsstörungen unterscheidet man:

1. Störungen bei der Blutzufuhr oder dem Blutabfluss (vaskuläre Ursachen)

2. Schädigungen im zentralen oder peripheren Nervensystem (neurogene Ursachen)

3. Hormonstörungen (endokrine Ursachen)

4. Schädigungen des Schwellkörpergewebes (kavernöse Ursachen)

Die möglichen organischen und psychischen Ursachen können ihrerseits durch eine Reihe von Risikofaktoren bedingt sein.


(a) Psychische Risikofaktoren sind:

• Partnerschaftsprobleme

• Stress, Angst um den Arbeitsplatz, finanzielle Probleme

• Versagensängste, unrealistische Erwartungen

• Depressionen

• Traumatische sexuelle Erfahrungen

• Ungeklärte sexuelle Orientierung


(b) Risikofaktoren für eine organisch bedingte ED:

• Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Arterienverkalkung (Arteriosklerose)

• Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

• Neurologische Erkrankungen: Multiple Sklerose (MS), Parkinson

• Operationen im kleinen Becken: an Prostata, Darm, Blase und bei Leistenbruch

• Bandscheibenvorfall, Verletzungen an Wirbelsäule oder Becken, Querschnittslähmung

• Übergewicht, Schlafapnoe

• Leber- und Nierenleiden

• Rauchen, Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum

• Nebenwirkung von Medikamenten

Weil Männlichkeit in unserer Gesellschaft mit Potenz gleichgesetzt wird, führen auch rein organisch verursachte Erektionsstörungen oft zu psychischen Problemen, die ihrerseits die Erektionsstörung verstärken und aufrecht erhalten. Die resultierende Versagensangst führt in einen Teufelskreis, aus dem manche Männer ohne Hilfe keinen Ausweg finden: Angst und intensive Selbstbeobachtung verhindern eine ausreichende Erektion, und das Erleben dieses "Versagens" erhöht die Angst. Eine moderne Behandlung der erektilen Dysfunktion wird daher auch bei erkennbaren organischen Ursachen die psychischen Probleme nicht aus dem Blick verlieren und einbeziehen.

In den letzten Jahren wurde durch viele Studien gezeigt, dass eine ED erstes Symptom einer noch nicht erkannten Krankheit wie beispielsweise Diabetes mellitus, koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck oder Arteriosklerose sein kann. Es ist daher wichtig, dass bei einer ED eine gründliche Diagnose durchgeführt wird und nicht vorschnell nur das Symptom behandelt wird.


Dieser Artikel wurde uns von der » Selbsthilfegruppe "Erektile Dysfunktion (Impotenz)" zur Veröffentlichung überlassen.

 
 

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